Muss eigentlich jetzt jeder alternde Punk unter die Literaten gehen?

Also müssen muss man gar nix, aber auf der anderen Seite, wieso denn nicht! So oder ähnlich waren meine Gedanken, als ich vor einige Zeit gehört habe, dass der gute Campino nun auch die Feder schwingt und einen Platz unter den Bestenlisten ergattern möchte – und mittlerweile auch hat.😉

Spätestens aber als Näheres bekannt wurde, nämlich die Tatsache, dass seine bekannte Vorliebe für den guten alten Fußball – und hier im speziellen die für den Liverpool FC – Hauptthema sein würde, da konnte ich natürlich überhaupt nicht mehr nein sagen.

Jetzt, 350 Seiten und gut eine Woche später, kann ich nur sagen, dass mir „Hope Street: Wie ich einmal englischer Meister wurde“ ausgesprochen gut gefallen hat. Campino und ich sind uns hier quasi sehr viel näher gekommen als bisher. Denn zugegebenermaßen konnte ich einige viele Jahre nicht besonders viel mit dem Frontmann der Toten Hosen anfangen. Irgendwie wurde es mir eine Zeit lang dann doch zu viel, als er andauernd im TV zu sehen war und sich in jeder zweiten Sendung zu jedem Kram äußern musste. Auch war ich als DTH-Fan der ersten Stunde nicht mit allem einverstanden, was die Düsseldorfer in den letzten Jahrzehnten verzapft haben und Songs wie „An Tagen wie diesen“ machen mich eigentlich nur fertig.

Aber genug damit, es geht ja schließlich um dein Buchautoren Campino und nicht um den Sänger der wohl weltweit bekanntesten deutschen Punkband, oder?!

„Hope Street: Wie ich einmal englischer Meister wurde“ ist eindeutig ein Buch mit und über Fußball. Eigentlich könnte jeder, der das runde Leder nicht leiden kann nun bereits aufhören weiter zu lesen. Aber nein, so einfach solltet ihr es euch nicht machen!

Denn insgesamt bekommt ihr hier einen wunderbaren Einblick in das Leben des mittlerweile 58-jährigen, der als Sohn einer britischen Mutter und eines deutschen (durchaus mehr als konservativen) Vaters gemeinsam mit sechs weiteren Geschwistern aufwuchs und nicht alleine aufgrund der vielen Umzüge nirgendwo richtig heimisch werden konnte.

Vielleicht ist auch das der Grund, warum er auch jetzt noch fast kontinuierlich durch die Welt jettet – sei es wegen seines Berufs als Rockstar, oder noch viel mehr aufgrund seiner großen Liebe, dem Liverpool FC.

Okay, es gab auch in meinem Leben Zeiten, wo mich der Tabellenstand des FC St. Pauli oder des BVB mehr interessiert hat, als die Überlegung, wovon ich demnächst meine Miete bezahlen soll. Auch war ich wegen dem runden Leder unzählige Stunden unterwegs, habe gefühlt sämtliche Stadion-Bratwürste von Kiel bis Burghausen gekostet und garantiert gelegentlich schon auf der Hinreise den einen oder anderen zu viel über den Durst getrunken… aber das, was Campino da schon seit bestimmt vierzig Jahren zelebriert, ist selbst mir zu viel.

Man kann mit Fug und Recht behaupten, dass er das Leben eines Fußball-Verrückten lebt – und über nicht mehr und nicht weniger handelt dieses Buch.

Ich mochte schon immer den Liverpool FC, konnte mit dem englischen Fusßall und der Insel an sich schon immer sehr viel anfangen – und dank „Hope Street“ hat Campino bei mir einen guten Schwung an Sympathien gut gemacht.

Ich bedanke und verabschiede mich daher mit dem Song, der in vielen Stadien weltweit mittlerweile als feste Hymne besteht und auch bei mir immer mit einer gewissen Gänsehaut verbunden ist, wenn einige tausend bierlaunige Fans gemeinsam anstimmen, nämlich:

 

Piper-Verlag