Jede Stadt hat ihre Clubs und/oder Veranstaltungsreihen, die blind besucht werden können. Für garagelastige, lautere Klänge hat sich Popanz in Köln diesen Status erarbeitet. Und – mit dem ansonsten eher hippen Bumann & Sohn – inmitten Ehrenfelds ein dazu passendes Wohnzimmer gefunden.

Auch heute ist es dort bei meinem Eintreffen bereits mehr als gut gefüllt.
Der Support der Australier, die Berliner Jealous spielen bereits. Sie machen Spaß, spielen mitreißende und eingängige Rhythmen. Trotzdem bleibt es beim verhaltenen Mitwippen des Publikums. Der oft zitierte Funken springt (noch) nicht über.

Als Amyl & The Sniffers daraufhin die Bühne betreten, wird aus dem Funken unmittelbar ein großer Brand. Die Sängerin Amy Taylor zieht das Publikum sofort in ihren Bann und unternimmt immer wieder Ausflüge ins – mittlerweile in einen einzigen Moshpit verwandelten – Publikum.
Amys Stimme erinnert dabei an Dolly Parton. Mal wütend, mal fast schon süß, immer rauh und rotzig. Dazu gesellt sich eingängige, fast schon simple und vor allem laute Musik. Wenig verwunderlich, dass immer wieder von AC/DC (wohl auch aufgrund der gemeinsamen Herkunft) als Referenz zu lesen ist. Mir kommt bei dem Vergleich die Punk-Attitüde jedoch etwas zu kurz.

Zum Fotografieren ist es bescheiden: Wenig Licht bei viel Bewegung und einem ausrastenden Publikum. Aber manchmal ist Fotografieren ja auch nicht alles.
Gezeichnet, k.o. und glücklich kehre ich später nach Hause. Kaum vorstellbar, dass ich früher primär solche Konzerte besuchte …

 

 

Popanz-Shows die kommenden Monate:

21.05.2019 Priests, Bumann & Sohn
22.05.2019 Soccer Mommy, Bumann & Sohn
23.05.2019 Odd Couple & Pabst, Bumann & Sohn
30.05.2019 Wooden Shjips, Bumann & Sohn

16.09.2019 Babe Rainbow, Bumann & Sohn
25.09.2019 Xul Zolar, Bumann & Sohn

09.10.2019 Black Midi, Bumann & Sohn
11.10.2019 King Gizzard & The Lizard Wizard, Carlswerk Victoria
23.10.2019 Alex Cameron, Artheater

04.11.2019 Fontaines D.C., Gebäude 9
06.11.2019 Ilgen-Nur, Bumann & Sohn