Freitagabends in Essen als ortsfremder Fußgänger Google Maps zum Hotel Shanghai zu folgen, kann schon ein Abenteuer sein. Aber ich habs geschafft. Zum ersten Mal im Hotel Shanghai. Ein kleiner Club mit leichtem (Achtung Überraschung) asiatischen Touch.

Insgesamt spielten an dem Abend drei Bands. Bask aus den USA, Black Vulpine und Freiburg. Bask lieferten feinsten Blues-/Stonerrock mit Sludge Einschlag, der nicht von schlechten Eltern ist und Freiburg erinnerten im sehr positiven Sinne stark an Turbostaat.

Aber im Vordergrund für mich standen BLACK VULPINE aus Dortmund, deren Album hier auch VINYL DER WOCHE war.

Ich persönlich bin jemand, der wenn die ersten Minuten mich live nicht überzeugen, man mich gar nicht mehr kriegt. Egal wie gut das Album ist.

Und was soll ich sagen?! Auf ganzer Linie überzeugend! Die Rythmussektion kommt noch kraftvoller und fetter zum Vorschein, das Gitarrenspiel durchweg überzeugend und der Gesang genauso hypnotisierend wie auf dem Debüt Hidden Places.

Die Setlist wurde hervorragend zusammengestellt. Die „langsameren“ Nummern bildeten eine sehr gute Symbiose mit den Krachern.

Nach einem kurzen Intro ging es dann auch direkt mit Avra Kadavra los, gefolgt von White Witch Women (dieser IMAG0388-3Gesang!!!). Trotz der leider überschaubaren Menge an Publikum war die Stimmung spitze.
Mit langen Ansagen wurde sich auch nicht abgegeben. Das hätte auch den tollen Flow gestört.
Das Publikum konnte schnell in den Bann gezogen werden. Die Köpfe nickten, die Beine wippten und jeder Song wurde mit Applaus und Jubel gefeiert.
Vor allem Devil’s Blanket, Drowning In Lakes, Twisted Knife und Mother Of Pearl sind aus der bereits erwähnten guten Reihenfolge hervorzuheben. Ich persönlich mag es eben wenn es richtig knallt, was aber in keinsterweise die anderen Songs schmählern soll, im Gegenteil. Aus einer sehr guten Performance noch Höhepunkte herauszufischen ist schwierig.

 

Die Spielfreude des Quartetts war durchgehend anzumerken. Wenn die beiden Gitarristinnen Sarah und Daria dann die Soli, welche teilweise mega abgespaced waren, auspackten, standen die Einen oder anderen Münder offen. Rüdiger an den Drums erinnert teilweise an das Tier von den Muppets, so kraftvoll und uhrwerklike er das IMAG0395-2Schlagwerk bearbeitet, überragend. Als ruhiger Pol wirkt Stefan am Bass, der präzise und hart den Viersaiter zupft. Zum Abschluss muss einfach nochmal der wunderbare Gesang von Sarah, unterstützt von Daria und Rüdiger, erwähnt werden. Einfach nur WOW!

Wer die Chance hat BLACK VULPINE live sehen zu können, sollte es sich nicht entgehen lassen. Wer weiß wie lange man sie noch in solch einem intimen Rahmen erleben kann.
Die Truppe hat Qualität, die man sich als Fan von fetten Gitarren, kraftvollen Schlagzeug, druckvollen Bass und überzeugenden Gesang nicht entgehen lassen sollte.

Das Publikum und mich haben sie von ihren Livequalitäten definitiv überzeugt und nach dem Gig nahm die Band sich auch gerne Zeit um bei einem Bierchen mit den Anwesenden zu quatschen. Grundsympathisch!

 

Setlist:

  1. Intro
  2. Avra Kadavra
  3. White Witch Women
  4. Demons Of Future
  5. Drowning In Lakes
  6. Mother Of Pearl
  7. Devil’s Blanket
  8. The Forest
  9. Twisted Knife
  10. The Bone Collector 

Upcoming Shows:

16 Dec, 2015: ESSEN – EMOKELLER
18 Dec, 2015: AHLEN – SCHUHFABRIK
09 Jan, 2016: OER ERKENSCHWICK – JOEs

Black Vulpine