Seit beinahe zwanzig Jahren bezeichne ich mich mittlerweile schon als kleinen (oder größeren) Joy-Division-Fan und daher konnte ich es mir auch nicht nehmen lassen, mir das neuen Jon-Savage-Buch über die Geschichte von Joy Division vorzunehmen.

Unter dem Titel „Sengendes Licht, die Sonne und alles andere: Die Geschichte von Joy Division“ bekommt ihr einen guten Einblick in die Geschichte der kurzen aber intensiven Schaffenszeit einer der britischen Bands, die noch bis in die heutige Zeit Wellen schlägt und ohne die es Bands wie zum Beispiel die Editors oder auch Interpol nicht in der Form geben würde, wie es heute der Fall ist. Nicht auszudenken wo die Manchester-Boys gelandet wären, wenn sich Frontmann Ian Curtis nicht am 18. Mai 1980 in seinem Haus das Leben genommen hätte.

Also quasi passend zum 40. Todestag des Ausnahme-Sängers hat sich der britische Musikjournalist Jon Savage, der damals mit Anfang 20 schon persönlich mit Ian und dem Rest der Band in Kontakt kam und mehrfach Konzerte von Joy Division besuchte, daran gemacht seinen umfangreichen Interview-Fundus zu durchforsten und hieraus ein informatives und interessantes Buch zu machen – okay, zugegebenermaßen ist das gute Stück in Großbritannien schon vor einem Jahr erschienen, daher hinkt das Ganze mit dem Jubiläums-Dingen ein wenig, aber Schwamm drüber!

Aufgeteilt in verschiedene „Band-Epochen“ kommen alle zu Wort, die damals mehr oder weniger mit den vier unbedarften und durchaus schüchternen Jungs aus Manchester zu tun hatten – logo, dass hier Bernard Sumner, Peter Hook, Stephen Morris (die mit der Neugründung bzw. Umbenennung in New Order quasi die Nachfolge von Joy Division angetreten hatten) und in Auszügen auch Ian Curtis den Hauptteil einnehmen.

Aber auch Journalisten, Moderatoren, Freunde, Musiker, Booker, Label-Chefs, Manager und andere Wegbegleiter wie Deborah Curtis, Tony Wilson, Peter Saville, Terry Mason, Pete Shelley, Rob Gretton, Anton Corbijn, Annik Honoré und einige mehr tummeln sich auf beinahe 400 Seiten und berichten von ihrer Sicht der Dinge – vom Beginn bis zum tragischen Ende eines oft missverstandenen Sängers voller innerer Dämonen und seiner musikalischen Leidensgenossen.

Mich hat Jon Savage hier sehr gut abgeholt und nach „Sengendes Licht, die Sonne und alles andere: Die Geschichte von Joy Division“ konnte ich mein Wissen über Joy Division quasi mindestens verdoppeln. Denn auch wenn ich mich schon lange für die Musik der Briten interessiert habe, so habe ich endlich auch einen Einblick in das Leben im Manchester der 70er bekommen können – selber war ich zu Zeiten der Bandgründung ja dank meiner späten Geburt schließlich gerade zum Klötzchen stapeln im Kindergarten und Bands wie die Sex Pistols, The Clash, die Buzzcocks oder andere waren noch gut zehn Jahre von mir entfernt.

Also sind 20,- € für 13 Kapitel geballte Musik-Historie garantiert gut investiert… veröffentlicht wurde die von Conny Lesch übersetzte deutsche Fassung übrigens im Heyne Verlag, wo ihr das gute Stück natürlich gerne direkt bestellen könnt!

Wer zu faul ist sich dieses Machwerk komplett durchzulesen, der kann sich auch den (meiner Meinung nach sehr sehenswerten) Film „Control“ gönnen, in welchem Anton Corbijn sich der Geschichte Ian Curtis annahm und im hiermit ein kleines Denkmal setzte!

Oder noch besser… lest das Buch, schaut euch den 2016 entstandenen Dokumentarfilm „Joy Division“ an… und schließt das Ganze dann mit „Control“ ab!

Musikalisch gesehen kann ich noch die Doppel-CD „Joy Division – The Best Of“ aus 2008 empfehlen, über welche ich schon vor zwei Jahren im Rahmen unserer Handwritten-Classics Reihe geschrieben hatte.

Fotos: Jon Savage

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