Im Herbst stellte der Däne Ole Grarup erstmals sein Projekt Morning Bell vor. Bis auf das Schlagzeug spielt er dabei alle Instrumente selbst ein und singt mit seiner hellen Stimme. Jetzt steht er mit der Fünf-Song-EP „Slide Back Into Misery“ auf der Matte.

Dabei baut der Mann seinen „dystopischen Rock“ weiter aus. Textlich hält er sich in einer nicht allzu fernen Zukunft auf, die ein düsteres Bild zeichnet, welches allerdings dem heutigen der westlichen Gesellschaften nicht so fern liegt, die sich ihrer Privilegien und Verantwortung nicht bewusst ist und sich ins Faschistoide zurücktreiben lässt.

Musikalisch wird das Ganze in recht geradlinige Rocksongs verpackt, die sich stilistisch nicht so einfach einordnen lassen. Im eröffnenden „Wide Awake“ lässt Ole Grarup seine Wurzeln als Lord Insane bei den Thrash-Metallern Mordax durchscheinen, bevor ein verhalten-melancholischer Refrain in die Parade fährt. Und das steht viel mehr für Morning Bell, welche sonst eher im Midtempo treibende Songs spielen, die mehr nach eher eigentümlichem Alternative klingen.

Gerade wenn es im Tempo etwas verhaltener zugeht, wird es stimmungsvoller („Das War Die Welt“). Besonders im um Harmonien tänzelnden „Reaper“, welches teilweise schon fast gespenstisch psychedelisch klingt und sich etwas vom Rest abhebt, aber trotzdem ohne große Schnörkel auskommt, wie auch der Rest. Lediglich im letzten Titel erlaubt sich der Musiker ein etwas deutlicheres Gitarrensolo, Orgelklänge werden nur genutzt, um den Sound etwas voller zu machen.

Ein Zeichen, dass bei Morning Bell voll und ganz der Song im Mittelpunkt steht. Und die fünf hier in einer Veröffentlichung zusammengefassten können sich durchaus hören lassen. Mal schauen, was uns Herr Grarup in der Zukunft noch zu liefern vermag!

 

Trackliste:
1. Wide Awake
2. She Loathes You
3. Slide Back Into Misery
4. Reaper
5. Das War Die Welt

 

 

Die EP erscheint über das bandeigene Label Obsolete Machine Records und kann hier bestellt werden.

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Foto-Credit: Thue T. Petersen

Morning Bell - Slide Back Into Misery (Obsolete Machine Records, 15.05.2020)
3.8Gesamtwertung