Es ist mal wieder Zeit für die Handwritten-Classics, eine meiner Lieblingskolumnen, in unserem feinen Online-Magazin. Das völlig ungenierte Lobhudeln über ein Album welches die Zeit überdauert hat, das macht einfach Spaß. Ich muss allerdings zugeben, dieses Mal ist mir das Aussuchen eines geeigneten Albums etwas schwer gefallen. Beim Durchschauen des CD-Regals ist mir kein Album direkt ins Auge oder ins Ohr gesprungen.

Beim zweiten Mal habe ich etwas genauer hingeschaut und bin beim Buchstaben R hängengeblieben, genauer gesagt bei Riot und dem Album „Thundersteel“. Das Album ist 1988 erschienen und hat meinen Walkman damals dauerblockiert. Wie so viele Metalbands, habe ich die Band durch die Radiosendung Scream im Nachtprogramm von WDR1 kennengelernt.

In der Besetzung Mark Reale (Gitarre), Tony Moore (Gesang), Don Van Stavern (Bass) und Bobby Jarzombek (Drums) hat die Band zwei Alben aufgenommen, welche zu den absoluten Klassikern im US Metal zählen. Das Nachfolgealbum „The Privilege Of Power“ ist keinen Deut schlechter. Diese personelle Konstanz hatten Riot nicht oft. Die wechselnden Besetzungen dürften dazu beigetragen haben, dass die Band immer ein Insidertipp geblieben ist.

Zurück zum Album, den Anfang macht der Titelsong. „Thundersteel“ ist die Blaupause für die Kombination aus Speed und Power Metal. Granatenstarke Riffs, rasende Gitarrensoli, die pumpende Rhythmusfraktion und dazu der helle und einprägsame Gesang von Tony Moore. Das hat mir damals gefallen, und das gefällt mir auch heute noch. Auch wenn das Album in der CD-Erstauflage etwas muffig klingt.

„Fight Or Fall“ zeigt wie Chainsaw-Gitarreriffs zu klingen haben, der göttliche Refrain sitzt sofort im Kleinhirn fest. „Sign Of The Chrimson Storm“ ist dann fast ein Stilbruch, die Band tritt auf das Bremspedal, packt dafür aber die Groovemaschine aus und zaubert auch hier wieder einen Gesangsmelodie ins Mikrofon, welche einprägsamer nicht sein kann. „Flight Of The Warrior“ zieht im Tempo wieder an.

Das nächste Highlight des Albums ist „Johnny’s Back“. Dieser Song ist weniger aus der metallischen, denn aus der Hard-Rock-Ecke, was für die Vielseitigkeit der Band spricht. „Bloodstreets“ ist die obligatorische und sehr gelungene Halbballade des Albums. Mein persönliches Highlight des Albums ist das etwas länger geratene „Buried Alive (Tell Tale Heart)“. Nach dem ersten instrumentalen Teil entwickelt sich der Song zum Metal-Stampfer, welcher ausgesprochen stimmungsvoll daherkommt und mit seinen Soundspielereien schon einen kleinen Ausblick auf das nächste Album erlaubt.

Wie schon geschrieben, das Album ist 1988 erschienen. Das Jahr war für die Anhänger des Heavy Metals ein richtig gutes Jahr. Schaut mal in unsere Classics-Rubrik, da wurden schon einige Metal-Alben aus diesem Jahr vorgestellt.

Wer sich nun mehr von Riot anhören will, dem empfehle ich noch die Alben „Privilege Of Power“ und den Klassiker „Fire Down Under“.

Have Fun!

1. Thundersteel
2. Fight or Fall
3. Sign of the Crimson Storm
4. Flight of the Warrior
5. On Wings of Eagles
6. Johnny’s Back
7. Bloodstreets
8. Run for Your Life
9. Buried Alive (Tell Tale Heart)