Heute ist Mittwoch und das bedeutet es ist wieder mal die Zeit für ein Handwritten Classic. Dieses Mal bin ich wieder an der Reihe und es fiel mir quasi in den Schoß, über welches Album ich heute schreibe. Ich habe eines der letzten Male auf dem langen Weg von meiner Meisterschule in Thüringen nach Hause bei einer Filiale einer großen deutschen Elektronikkette angehalten und stöberte in der Musikabteilung durch die Schallplatten. Da bin ich dann auf das Debütalbum „All Killer No Filler“ von Sum 41 gestoßen. Ich konnte dann nicht anders als es auch mitnehmen. Denn wie auch bei meinen letzten Classics, verbinde ich ein ganz bestimmte Geschichte mit diesem Album.

Es war das Jahr 2001, ich habe erst vor kurzem Rockmusik für mich entdeckt. Die Alben von Limp Bizkit, Linkin Park, Papa Roach, Blink 182 und vielen anderen liefen bei unseren Skateboard-Versuchen in der Nachbarschaft rauf und runter über unseren batteriefressenden Ghettoblaster. MTV hat noch Musikvideos gesendet. Und genau dort habe ich auch das erste Musikvideo von Sum 41 gesehen. „Fat Lip“ war für mich damals eine Offenbarung. Ich war 14 Jahre alt, stand selber eher schlecht als recht auf einem Skateboard und dann habe ich diese verrückten Punks mit Feuerwerk in der Miniramp gesehen. Wie sie in dem Video Party auf einem Supermarktparkplatz, im Vorgarten oder auf einer Baustelle machen. Sie waren für mich damals der Inbegriff von Skateboard und Punk. Gut, ich war jung und hatte keine Ahnung von Punk. Aber ich fand die Musik einfach nur cool und habe sie beim Skaten voll aufgedreht.

Achja, die Geschichte zu dem Album… Ich bin etwas abgedriftet. Bevor ich zu dem Album die Nachbarschaft mit klackernden Rollen auf meinem Elements-Skateboard terrorisieren konnte, musste ich mir erstmal die CD besorgen. Itunes und Amazon waren noch einige Jahre entfernt, das hieß, ich musste irgendwie in die Stadt. Ab in den Bus, Skateboard unterm Arm, nigelnagelneuer Discman mit 60sec Antishock-Funktion von Aldi im Rucksack und ab zu Karstadt in die CD-Abteilung das Album besorgt. Von da aus mit dem nächsten Bus weiter zu meinem besten Kumpel und das Album beim Skaten rauf und runter gehört. Der Rucksack war voller Batterien und dann immer so lange an einer Ecke bei voller Lautstärke mit dem Skateboard hin und her gefahren, bis wir verjagt wurden.

Silvester einige Wochen später in dem Jahr war Sum 41 immer noch ziemlich aktuell, so aktuell dass wir uns ein paar Raketen geschnappt haben um mit unseren Skateboards genauso durch die Straßen zu fahren wie die Punks in dem Video. Kannst du heute ja nicht mehr machen 😉 Erwischt wurden wir zum Glück nicht, aber das Booklet von „All Killer No Filler“ hat in der Nacht etwas gelitten und war nicht mehr zu gebrauchen, es war durch und durch von Bier getränkt.

2016 habe ich sie dann endlich zum ersten Mal live sehen können, auf dem Highfield in Großpösna. Ich habe mich direkt wieder so gefühlt wie mit 14, und Limp Bizkit war auch noch da. Absolute Jugend-Flashback-Stimmung.

In Zeiten von Downloads und Streaming ist es schön, wenn die alten Sachen aus meiner Jugend wieder physisch rauskommen. Und dann noch auf Vinyl. Naja, seit einigen Wochen hängt die Schallplatte von „All Killer No Filler“ nun an meiner Wand und hat einen Ehrenplatz in meiner kleinen Sammlung unter den Alben von Blink 182 und 4Lyn.

Tracklist:

  1. Introduction to Destruction
  2. Nothing on My Back
  3. Never Wake Up
  4. Fat Lip
  5. Rhythms
  6. Motivation
  7. In Too Deep
  8. Summer
  9. Handle This
  10. Crazy Amanda Bunkface
  11. All She’s Got
  12. Heart Attack
  13. Pain for Pleasure