Das Wochenende über von einem Magen-Darm-Virus geplagt, setze ich den Sonntag daran, es zumindest abends auf das Editors Konzert zu schaffen.

Den allseits gelobten Support des Londoner Trios Public Service Broadcasting opferte ich zugunsten eines längeren Aufenthalts auf den heimischen Sanitäranlagen. Fast schon überpünktlich zu den Editors fand ich mich dann jedoch im Palladium ein. Leider war machte sich aber relativ schnell mein Magen wieder bemerkbar, so dass das Editors Konzert für mich bereits nach dem sechsten Lied („No Harm“) wieder endete.

Was ich bis dahin sah und hörte, wusste jedoch zu gefallen:
Ihre aktuelle Single „Hallelujah (So Low)“ eignet sich perfekt als Intro. Mit ihrem aktuellen Album „Violence“ scheinen die Birminghamer nun endgültig auf die großen Bühnen zu drängen, im Stadion-Indie-Kosmos angelangt zu sein. Doch dieser Schritt kleidet sie gut, sie beherrschen Stadiongesten ohne nervig oder gar peinlich zu wirken, sie wirken durchs Sein. Tom Smith schafft es ohne große Ansagen, nur durch seine Präsenz, sein Charisma und seine charakteristische Stimme zu wirken. Die Editors verschmelzen mit ihrer Musik, wirken fast schon introvertiert und strahlen zeitgleich ungeheure Emotionalität und Energie aus. Auch Bühnenbild und Licht wird eher zurückhaltend genutzt, wirkt die Band doch aus sich und der Musik. Das macht Spaß und fesselt – sicherlich auch das gesamte Konzert lang (und nicht nur sechs Lieder).