Das ich kein großer Fan von Metalcore bin, wissen viele. Das bei Uncle M in erster Linie genau der heiße Punkscheiß kommt den ich abfeier, kann man der einen oder anderen Review auch entnehmen. Auch das ich in der einen oder anderen über eben genau diese Schublade so gerne gelästert habe. Umso ungewöhnlicher jetzt hier ein lupenreines Metalcore-Album vor mir zu haben. Ich kann die Spannung schonmal vorweg nehmen und verkünden das die Desasterkids mit Superhuman beim Onkel aus Münster trotzdem gut aufgehoben sind.

Die Herrschaften sind mit ihrem etwas anderen Metalcore schon ganz gut rumgereist und haben zuletzt auch eine Headlinertour in Japan durchgezogen. Und weil das so ist, wollte man jetzt auch ausprobieren, rumspielen und besser werden. Was auffällt sind sofort ausgefeiltere Riffs und Breaks. Dazu die eine oder andere Spielerei von Produzent Christoph Wiezcorek (Sawdust Recordings) und fertig sind 11 Songs, die mir als Metalcore-Muffel zwar nicht den Boden unter den Füßen wegziehen, aber die trotzdem Spaß machen, erforscht werden wollen und nicht in das übliche 0815-Metalcoreschubladenzeug reinpassen. Ein bisschen wie Achterbahnfahrt mit Marilyn Manson neben dir und dem verrückten Hutmacher hinter dir, der dir ständig den Kopf schüttelt. Zumindest ist mir das abgefahrene Bild bei „Slave“ vor das geistige Auge geflogen.

 

 

Hey Desasterkids, ihr merkt schon das ich kein großer Fan von Metalcore werde. Aber vor euch ziehe ich meinen Hut. Eigenständige Rock/Metalsongs mit Mut zu neuen Ufern und auch dem Arsch in der Hose um auch textlich auf das richtige Pferd zu setzen, statt den nächsten kommerziell erfolgreichen „Bumm Bumm“-Metalcoreballermannsong zu basteln. Danke!

Für Metalcorefreunde sollte dieses Album dann wohl ein Pflichtkauf 2018 sein!

 

 

  1. Break me
  2. Walking Alone
  3. Bulletproof
  4. Oxygen
  5. Dark Days
  6. Slave
  7. Here and Now
  8. One of us
  9. Pentagram
  10. Dead on the Inside
  11. Chasing Ghosts
Desasterkids - Superhuman (Uncle M Music, 03.08.2018)
3.8Gesamtwertung