Es war 2000 in Südniedersachsen. Ich war süße 20, dem Alkohol nicht abgeneigt und regelmäßiger Besucher von Punkkonzerten. Neben Platten von NoFx, Lagwagon, Hot Water Music und wenigen deutschen Vertretern der Abteilung, wie z.B. die Bates und die Terrorgruppe, befand sich auch die „You Are Freaking me Out“ von Samiam im Schrank. Eigentlich nur wegen „She Found You“. Es gab diese Band für mich und ich wusste das man bereits 5 Alben veröffentlicht hat. Heute weiß ich auch, dass Bands wie Blink 182, Bad Religion und Green Day alle mal als Support von Samiam angefangen haben (Wikipedia sei dank), aber sie haben es bis zum August 2000 nie an meine persönliche Spitze geschafft.

Aber dann wurde es Spätsommer und mit „Astray“ erschien ein Album, was bis heute mindenstens 3 – 4 mal die Woche seine Kreise auf meinem Plattenteller dreht.

 

 

Ich erinnere mich tatsächlich noch an mein erstes Mal „Sunshine“. Man sitzt mit Freunden zusammen und dann läuft ein Song. Ich rufe „Schnauze! Ich will das hören! Sind das Samiam? Geil. Neue Platte? Boah ey. Wie gut“. Und noch heute geht es mir so. „Sunshine“, „Mexico“ und natürlich vor allem „Dull“ sind in so ziemlich jeder Playlist bei mir. So wie sie früher auf jedem Mixtape waren. Das ergibt sich einfach aus der Besonderheit dieser Band und ihrer Hits. Diese krass melodischen Songs, die trotz aller Eingängigkeit jedes Mal zum Bewegen, Mitsingen, Tanzen und Durchdrehen einladen, vermitteln mit bis heute dieses Gefühl von meinem 20-jährigen Ich. Bei allem was mir heute mit den großen Platten der 2000er passiert, nämlich dass sie mich nicht mehr so mitnehmen wie damals, ist diese Platte für mich zeitlos. „Astray“ geht immer!

 

Life can be so dull

 

Natürlich kam auch später noch was von der Band und 2011 kam mit „El Dorado“ auf der Trips nochmal ein würdiger Knaller, der mich vor allem Betrunken immer aus der Reserve lockt, aber „Astray“ ist und bleibt zeitlos.

 

 

Also wenn wir unter den „Classics“ unsere zeitlosen Lieblingsplatten raushauen, gehört für den Karohemdträger mit Ankertattoos und grauem Ansatz am Haupthaar definitiv dieses Album.

 

 

  1. Sunshine
  2. Wisconsin
  3. Super Brave
  4. Mud Hill
  5. Paraffin
  6. Calloused
  7. Mexico
  8. Dull
  9. Curbside
  10. Bird Bath
  11. How Long
  12. Why Do We