Zum Abschluss der erfolgreichen Herbsttour haben sich Massendefekt etwas besonderes einfallen lassen und in die Mitsubishi Electric Halle in Düsseldorf zum Heimspiel eingeladen. Dabei durften auch einige Gäste nicht fehlen, die dem Publikum mit guter Stimmung vorab gut einheizten.

Eröffnet hat die Alex Mofa Gang, die Gäste aus der Hauptstadt. Besonders gut gefielen hier die bekannteren Lieder wie „Montevideo“ und „S.O.S.“ – nach etwa 30 Minuten war schon Schluss, gerne mehr davon, jedoch ist der Abend noch lang und ein paar Bands kamen ja noch.

Als nächstes war Tim Vantol mit seiner Band an der Reihe. Der niederländische Singer/Songwriter überraschte mit guten Deutschkenntnissen und schöner Gitarrenmusik. So ganz passt die eher ruhige Musik nicht in das Line-Up, das tut der guten Laune der Band und des Publikums allerdings keinen Abbruch. Eine Pause vom Pogo ist vielleicht auch ganz gut für alle. Bei „Nothing (is what it seems)“ beweist der Sänger erneut seine guten Deutschkenntnisse und das Publikum geht dann so richtig mit. Ein weiteres Highlight war „If we’ll Go down – we go together“, bei dem es um das Zusammenhalten in (auch politisch) schwierigen Zeiten geht. Die Band ist super drauf und freut sich über das große Publikum und die ungewohnt große Halle, der Drummer muss das alles mit dem Handy festhalten.

Die Musik wird wieder schneller, weiter geht es mit der Punkband No Fun At All. Die Schweden können ihre Einflüsse von Bad Religion nach wie vor nicht verstecken und spielen einige Stücke vom aktuellen Album. „Runners High“ ist ein schönes Highlight des aktuellen Albums „Grit“, mit Verbindung zum Laufsport bei dem es neben den Schmerzen auch um die guten Gefühle beim “Runners High” geht. Bei „Out of bounce“ folgt die Aufforderung zum Circle-Pit, der auch standesgemäß nachgekommen wird. Der Großteil des Publikums wartet aber noch auf den Headliner um die Energie loszuwerden. Beim ersten Lied von „Grit“, “Spirit”, ist ein harter Kern beim Pogo und die Stimmung im Publikum nach wie vor super – es folgten „Each Party for you“, „Master Celebrator“ ist der letzte live gespielte Song 2018 von No Fun at All, die Menge geht nochmal richtig mit.

Kurz nach 21 Uhr ist es dann soweit, der Gastgeber und Headliner Massendefekt betritt die Bühne. Die ohnehin schon gute Stimmung wird noch besser. Massendefekt legen direkt richtig los. Sänger Sebi Beyer freut sich über eine gut gefüllte “Phillipshalle” und erinnert sich an die Jahre zuvor im wesentlich kleineren Stahlwerk in Düsseldorf und die Erfolge der Band seitdem. Augenzwinkernd bemerkt er auch, dass seine Zuschauer wegen dem Feine-Sahne-Fischfilet-Konzert am Vortag vielleicht etwas müde sei, spätestens beim Benzin-Cover “Ton” geht die Menge aber richtig mit und der Eindruck scheint verflogen.

Mit weiblicher Unterstützung wird „Schwarz weiss negativ“ gerockt. Ein Highlight ist ”Schlechter Optimist”, dabei sammelt Schlauchboot-Tina Becher für den guten Zweck für Viva con Aqua. Anschließend folgt „Der Hoffnung hinterher“ mit Pogo durch den ganzen Saal. Als Ausdruck der tollen Stimmung schallt die „Bro Hymn“ vom Publikum durch die Halle, Massendefekt nehmen das direkt auf und erfüllen den Wunsch der Masse mit dem Lied.

Korsakow kommen mit auf die Bühne und bringen die Halle mit “Remmi Demmi” von Deichkind zum Kochen. Eine Hommage an die Vorbilder Die Toten Hosen wird mit dem „Liebeslied“ angespielt. Beim Gruß gen Himmel singt die Menge komplett mit: “Wir trinken immer noch auf dich”. Nach kurzer Verschnaufpause, in der das Publikum nochmals die „Bro Hymn“ anstimmt, kommen Massendefekt dann doch nochmal zur Zugabe raus:

„Wellenreiter“ (mit gigantischem rot-weißem Düsseldorfer Konfetti Regen)
„Nur du allein“
„König von Deutschland“
„Es ist, bleibt und war auch immer so“
„Wir sind Massendefekt“

Ein insgesamt sehr gelungener Punkrockabend endet nach über fünf Stunden bester Unterhaltung. So können die besinnlichen Tage beginnen – schöne Weihnachten!

Bericht und Fotos: Sascha Wasem

 

BANDPAGEFACEBOOK