Nach dem Auftritt beim „Rock am Beckenrand“ hatten wir die Gelegenheit mit Annisokay ein Interview zu führen.

 

HW-Mag: Erstmal, war ein schöner Auftritt gerade, oder?

Christoph:  Ja, war schön. Es war ziemlich geil, dass wir das Schwimmbecken sehen und die Rutsche, die Leute sind da so am schwimmen und Party machen und wir spielen böse Metal-Musik.

Norbert: Das Gelände ist großartig, aber das Wetter, das war jetzt sehr sehr schade. Es ist ein bisschen kalt und regnerisch.

Christoph: Es ist unser letztes Sommer-Festival, daher sind wir ein bisschen traurig, dass es jetzt nicht mehr so sommerlich ist. Aber so ist es halt, Wetter kann man nicht ändern und trotzdem ist es cool gewesen. Wir hatten Spaß.

 

HW-Mag: Okay, fangen wir mit dem aktuellsten an. Euer neues Album, das vierte „Arms“, ist seit einer Woche draußen. Bei Facebook war ja schon zu sehen, dass es in der Presse gut angekommen ist. Vielen Dank, dass wir hierbei auch erwähnt wurden.

Christoph: Ja, danke für die gute Bewertung.

HW-Mag: So und jetzt haben wir noch gesehen, dass ihr mit Platz 26 in den Albumcharts eingestiegen seid. Wie zufrieden seid ihr mit eurem Werk?

Christoph: Also, mit unserem Werk sind wir von vornherein schon zufrieden, sonst hätten wir es nicht veröffentlicht. Aber dann kommt der spannende Moment, wo man sich fragt, was sagen die Leute? Die ersten Reviews sind immer am spannendsten und die waren alle gut – immer so 9 – 10 Punkte von 10. Das war natürlich geil. Und auch die Singles kamen sehr gut an. Und jetzt auch noch dieser Charteinstieg für eine Metalcore-Band, wenn man sich überlegt, dass hier auch Helene Fischer und Ariane Grande drin sind, ist das natürlich eine megacoole Nummer und das freut uns schon echt sehr.

HW-Mag: Ja, definitiv – Platz 26 für Metalcore ist natürlich eine große Nummer.

Christoph: (lacht) Ja, das ist schon echt cool.

 

HW-Mag: Würdet ihr sagen, dass „Arms“ in der Bandgeschichte einen Meilenstein darstellt?

Christoph: Auf jeden Fall ist der Entwicklungspunkt für uns am höchsten. Es sind die besten Songs, die wir bisher geschrieben haben. Es ist auch das beste Album das wir bisher geschrieben haben. Wir haben uns irgendwo auch gefunden nach vier Alben. Weil auch die Frage nach dem dritten Album kam: Haben wir eigentlich noch was zu erzählen? Ist noch was relevant? Nach drei Alben ist ja schon viel Stoff verarbeitet worden. Das Ding ist, genau wie Du sagst, jedes Album ist ein Schnappschuss von dem musikalischen Stand der Band zu dieser Zeit. Und jetzt zum Beispiel ist das Album ja schon im Mai fertig gewesen – also im Mai haben wir es abgegeben und selbst in der Zeitspanne merken wir selbst, hätten wir schon wieder neue Ideen oder würden Einzelheiten vielleicht ein bisschen anders machen. Das ist halt so bei Musik: Du kannst halt nur diesen Moment einfangen und Du musst dich irgendwann hinsetzen und sagen: jetzt ist es final. Meilenstein ist so ein Wort, finde ich, das passt nicht zu dem Album, weil ein Album gehört halt zum normalen Prozess einer Band dazu. Das ist kein Meilenstein. Ein Meilenstein ist eher für uns, dass wir nun unsere erste USA-Tour gespielt haben und das wir das „Summer Breeze“ gespielt haben, auf der Hauptbühne letzte Woche. Solche Sachen sind für uns Meilensteine. Natürlich spielt das neue Album darin mit und das ist natürlich cool.

 

HW-Mag: Okay, dann noch mal zur Produktion des Albums. Christoph, Du hast ein eigenes Studio. Wie oft nutzt ihr den Vorteil, jederzeit eigentlich aufnehmen zu können, wenn euch was einfällt?

Christoph: Ja immer! Das ist natürlich ein großer Vorteil. Wobei viele Bands haben mittlerweile einen Laptop mit Interface dran und können ihre Musik aufnehmen wann immer sie wollen. Also ihre Ideen zumindest auf Demo-Status bringen und das ist eigentlich ein großer Vorteil in der heutigen Welt, das hatte man früher nicht. Früher musste man einen Zettel und einen Stift nehmen und vielleicht auch ein paar Noten aufschreiben sogar – heutzutage muss man nicht einmal mehr Noten können, um Musik zu schreiben. Für uns ist natürlich umso besser, dass wir direkt die Qualität aufnehmen können, die wir letztlich herausbringen. Es ist aber auch ein Nachteil, weil wie der Mensch so ist, wenn man die Möglichkeit hat rund um die Uhr das zu machen, dann setzt man sich keine zeitlichen Grenzen. Man sagt sich so, wir können es ja eh immer machen, dann braucht man sich auch keinen zeitlichen Rahmen um das aufzunehmen. Man sagt sich, dann machen wir mal normal so weiter und dann ruft das Label an und fragt nach, was ist denn aus dem Album geworden, das brauchen wir doch nächste Woche. Dann sitzt man da und denkt: mmmh, dann müssen wir uns mal ransetzen und dann haben wir uns eingeschlossen – dann mussten wir 4 – 5 Wochen noch mal daran arbeiten. Schlaf war dann halt nicht mehr. Aber das ist dann wieder ein Vorteil! Also der Nachteil hat einen Vorteil: man kann sich dann richtig an die Musik heransetzen, an nichts anderes mehr denken und so richtig eintauchen in diesen Albumprozess. Das ist dann natürlich was cooles, wenn man ein eigenes Studio hat.

 

HW-Mag: Was würdet ihr sagen, wie viel externe Hilfe setzt ihr dabei noch ein?

Christoph: Wir hatten ganz klar eine sehr große externe Hilfe, die hieß Benny Richter, der ist ein sehr begnadeter Pianist und auch Produzent. Der hat zum Beispiel die ganzen Caliban-Platten produziert und Emil Bulls, er macht noch viele andere Sachen. Mit dem habe ich zum ersten mal an unseren Sachen gearbeitet, weil er Produzentkollege ist und ich mit ihm schon an anderen Alben gearbeitet habe. Dann haben wir uns gesagt, jetzt machen wir das mal zusammen und da bin ich dann erstmal alleine hingefahren, weil wir hatten für uns die Songs schon fertig, es war von unserer Seite alles final, die Demos usw. und habe ihn das gezeigt und gefragt, „was denkst Du denn darüber“. Da hat er sich dann rangesetzt und er hat da einen coolen Workflow. Er spielt dann alles auf dem Klavier mit und merkt dann sofort für ihn, wenn es irgendwelche Sachen gibt, die man besser machen kann. „Spiel doch mal hier an der einen Stellen den einen Akkord, den einen Ton zwei Töne höher“ – dann machst Du das und denkst: geil! Das sind so kleine Sachen, die aber am Ende tatsächlich einen sehr großen Unterschied ausmachen. Das Ding kann jetzt der gemeine Hörer vielleicht gar nicht verstehen oder nicht genau nachvollziehen. Ja, es war ne sehr coole Zusammenarbeit und es ist schön, wenn man eine dritte Meinung hat. Wenn man rund um die Uhr im eigenen Studio sitzt, und man nicht so richtig weiß, ist das eigentlich gut, was wir gerade machen? Oder ist es kacke?

 

HW-Mag: Was mich jetzt verwundert ist, dass es mit einem Klavier nachgespielt wurde?

Norbert: Ja, das ist wirklich interessant. Man kann ja die Musik, die wir machen, genauso auf nem Klavier spielen, wie auf einer E-Gitarre. Auf dem Klavier merkt man halt sofort, wenn mal ein schiefer Ton dabei ist. Auf ’ner E-Gitarre merkt man das nicht so schnell. (lacht)

 

HW-Mag: Wir waren bei der Chartsplatzierung. Kennt ihr die auch aus anderen Ländern? Insbesondere aus den USA, wo ihr jetzt erst wart?

Christoph: Noch nicht, weil selbst die deutschen Charts sind erst am nächsten Montag offiziell. Aber das Label hat schon interne Zahlen, aber offiziell ist es erst am Montag und dann erst werden wir auch die anderen Länder erfahren.

 

HW-Mag: Da bin ich mal gespannt – womit wir bei den USA wären. Ihr wart einen ganzen Monat lang unterwegs und hattet ein unglaublich straffes Programm mit 28 Konzerten, wenn ich richtig gezählt habe. Erzählt mal, wie war es für euch?

Norbert: War ein großartiger Urlaub. (alle lachen)

Christoph: Nein, wir hatten natürlich ein unglaublich gutes Routing – von Stätte zu Stätte. Wir sind eigentlich nie zurück gefahren, sondern immer nur voraus. Wir haben viel von dem Land gesehen, das war natürlich absolut beeindruckend. Es war aber auch ein bisschen ernüchternd, weil die Amis vieles heißer kochen, als es dann letztlich ist. Wenn ich das so vergleiche mit den Produktionen in Deutschland, dann sind wir hier teilweise viel fitter als die.  Also, da ist ein bisschen Romantik flöten gegangen – ja, weil wir hier in Deutschland teilweise ein bisschen professioneller sind als die Amerikaner.

Norbert: Teilweise kamen wir mit unserem Equipment an und ja, man hatte den Eindruck wir waren die professionellste Band auf der ganzen Tour. Das hätten wir am Anfang nicht gedacht.

Christoph: Das stimmt, weil man früher immer so dachte, die Amerikaner sind das, wo man immer so ein bisschen heraufschaut. Die Shows haben trotzdem großen Spaß gemacht. Es war alles dabei von 20 Leuten in einer Bar bis zu 500 Leuten in einem richtig geilen Klub. Es war halt immer so ein bisschen Überaschungsprogramm, was da so kommt. Wir haben halt genommen, was wir kriegen, und das coole ist – ich denke, das können die anderen bestätigen – die Amis sind sehr dankbar, was Musik angeht und zeigen sehr offen, wenn ihnen etwas gefällt. Die stehen alle am Anfang direkt vor der Bühne und jubeln laut und sagen einem: „hey, great Show“ – mehr als die Deutschen. Wenn man hier in einer Bar vor 20 Leuten spielt, das ist schon unangenehm. Da sieht man eher Leute, die dastehen mit verschränkten Armen und das Ganze kritische beäugen – und selbst wenn er so dasteht, kann es für ihn das größte Konzert seines Lebens sein. Die Deutschen sind eher so, dass sie das nicht so zeigen. Die Amis hingegen sind halt viel expressiver und nicht so introvertiert wie die Deutschen. Das ist aber was, was der Tour echt geholfen hat und uns positiv aufgefallen ist. Und gerade auch dadurch, dass wir Deutsche sind tatsächlich, hat es ihnen noch mehr gefallen. Immer wenn wir gesagt haben, wir sind aus Deutschland, kam immer so die Reaktion: „Hey, ach geil, megafett.“ Das hat uns natürlich sehr gefreut und war eine megatolle Erfahrung.

HW-Mag: Und kommt jetzt direkt die nächste Tour hinterher – die „Fully Automatic World Tour“?

Christoph: Ja, das war ja schon der erste Teil.

HW-Mag: (lacht) Okay, sieht für mich aber ein bisschen so aus, als startet ihr dieses Jahr voll durch: Ihr bringt das vierte Album raus, seid das erste mal in den USA – lang und ausgiebig – dazu kommen zwei Shows in Österreich, zwei Shows in England und Japan kommt auch noch dazu.

Norbert: Und natürlich unsere Deutschland-Termine.

Christoph: Im März geht es dann noch nach Russland – das ist noch nicht announced. 10 Tage Russland-Tour.

 

HW-Mag: (lacht) Okay, ist es dann damit „announced“?

Christoph: (lacht) Das ist dann jetzt wahrscheinlich announced, Nee, das wird demnächst veröffentlicht. Das ist dann schon passend. (Anmerkung Red.: wurde inzwischen veröffentlicht)

 

HW-Mag: Okay, was erwartet uns danach noch?

Christoph: Also, weiter weiß ich noch nichts. Also, das reicht ja auch erstmal. Wir müssen uns ja auch wieder weiter denken und schon wieder an neuen Songs arbeiten, damit wir nicht wieder in diese Bredouille kommen wollen und dann müssen – in fünf Wochen muss das neue Album abgegeben werden. Und ja, für uns ist es natürlich mega, dass wir jetzt auch international ein wenig rumkommen. Ich meine, wir würden gerne noch nach Australien, Südafrika, Brasilien nach Spanien oder Italien kommen, aber das sind alles so Sachen, die liegen nicht in unserer Hand. Das ist ja immer auch Angebot und Nachfrage. Und wenn uns in diesen Ländern keiner kennt, dann braucht man da auch nicht lange drüber nachdenken.

 

HW-Mag: Aber ein Ziel wäre es.

Christoph: Ein Ziel wäre es, auf jeden Fall! Also Japan ist auf jeden Fall ein großer Traum und Wunsch von uns. Da wollten wir schon immer mal hin. Der nächste Schritt ist dann Australien. Und wenn wir Australien geschafft haben…

Norbert: .. dann können wir aufhören.

Christoph: …dann können wir endlich aufhören. (alle lachen) Das war natürlich ein Scherz.

 

HW-Mag: ich denke, ein bisschen müsst ihr noch machen. Ihr habt ja doch auch eine gewisse Vielzahl an Fans.

Christoph: Ich wurde vorhin gefragt, bei diesem Zuschauerinterview, wie lange wir eigentlich noch planen, das noch zu machen. Das fand ich ’ne sehr geile Frage. Und so lange für uns das Gefühl da ist, dass es den Leuten gefällt und ein Trend nach oben gibt, machen wir natürlich weiter – selbst wenn wir dann im Rollstuhl sitzen. Und selbst wenn wir dann noch mehr Fans gewinnen, weil wir im Rollstuhl sitzen, dann machen wir halt so weiter. Weil es macht uns mega Spaß. Musik machen ist für uns das Beste und da gibt es keinen Grund zu sagen: ich bin jetzt Mitte Dreißig und höre jetzt auf.

Norbert: Reisen ist auch toll.

Christoph: Und neue Leute kennenlernen, Länder kennenlernen.

Norbert: Ich finde es auch schön, wenn man unterwegs ist und man hat auch was zu tun. Man kann zum Beispiel auch im Urlaub fahren, ich würde mich da nutzlos fühlen. Man hat ein Ziel und es ist toll, das mit dem zu verbinden, was man am liebsten macht.

Christoph: Genau.

 

HW-Mag: Kommen wir zurück zum heutigen Tag. Ich fand, ihr wart ein bisschen früh dran mit 16.45 Uhr.

Christoph: (lacht) Definitiv ja, andererseits besser als jetzt – jetzt regnet’s.

Norbert: So schlecht war der Slot gar nicht, es war nur halt nur schade wegen dem Wetter.

Christoph: Wir wären auch selbst gerne in den Pool gesprungen – mit Instrumenten natürlich, wie sich das gehört. Aber ohne Badehose. (alles lacht) Dazu ist es dann leider nicht gekommen.  Nee, aber ich habe keine mitgenommen – mit Absicht. Ich wusste, was mich erwartet, aber das Wetter hat mir einen Strich durch die Rechnung gemacht.

 

HW-Mag: Also letztes Jahr am Freitag hättet ihr euch das mit dem Pool sparen können und hättet direkt vor der Bühne im Matsch baden können.

Christoph: Echt?

HW-Mag: Ja, kurz vorher war hier alles überflutet.

Christoph: Das ist so schade, weil man spielt hier vor dem Pool. Da rutschen dann Leute. Das ist so cool.

Norbert: Das Gelände ist auch echt mega.

Christoph: Und das ist einfach so schade, dass das Wetter nicht mitgespielt hat. Bei den großen Festivals, man sieht halt Leute und man sieht Staub und hier mit dem Pool und so – das ist einfach großartig!

Norbert: Das ist einfach ein fantastisches Festival hier.

 

HW-Mag: Das ist schon was Besonderes. Und das ist auch im Grunde meine abschließende Frage: Wir sind so ein bisschen verliebt in dieses Festival, obwohl wir auch nicht hier aus der Gegend kommen. (Wir sind eigentlich die Reporter aus dem Ruhrgebiet) Auch die Organisatoren machen einen mega Job.

Christoph: Absolut mega und auch mega nett, die sorgen sich so um alles. Was wir aber auch mega cool finden, ist wenn wir auf einem Festival musikalischer Außenseiter sind – weil es ist was total Wertvolles, wenn man einfach mal andere Leute erreicht. Wenn wir normale Festivals spielen, wo halt nur Metal gespielt wird, ja, da kennen uns dann halt viele schon. Und da hast halt einen Mehrwert, wenn Du mal ein komplett anderes Publikum hast. Das macht uns schon mega Spaß. Wir persönlich hören gar nicht so viel Metal – ich finde es zum Beispiel ganz toll, dass heute Madsen hier ist. Die höre ich schon ewig, habe sie aber noch nie live gesehen. Die Möglichkeit heute zu haben, ist einfach großartig. Wir lieben so Festival wo ein bisschen Mischmasch ist. Nebenbei bemerkt auch Label-Kollegen – neues Album auf Arising Empire. Ich habe es im Auto, aber leider noch nicht gehört, aber war gratis. (alle lachen) Geil, können wir ihnen gleich sagen – geiles neues Album haben wir von euch bekommen. (alles lacht) Ich mag generell so Deutsch-Indierock.

 

HW-Mag: Die Frage wollten wir noch stellen, was ihr euch noch so anguckt.

Norbert: Das haben wir dann damit beantwortet.

Christoph: Ja, einfach alles.

 

HW-Mag: Ja, letzte Frage: Gibt es denn sonst noch besondere Orte, an denen ihr gespielt habt. Ich meine, dass mit dem Pool hier ja schon außergewöhnlich.

Christoph: Wir haben mal an einem See gespielt, mehrfach sogar – aber was war denn so richtig besonders. (nachdenkliche Pause) Lass mich mal kurz überlegen, wir spielen so viele Konzerte.

Norbert: Was für uns uns besonders ist, aber vielleicht gar nicht so besonders klingt, ist wenn wir so Riesenmetropolen spielen, wie z B Moskau. Wenn man bedenkt, wir haben in Halle angefangen, eine zweihunderttausender Kleinstadt im Nirgendwo von Sachsen-Anhalt. Wir hätten nie gedacht, dass wir da mal landen.

Christoph: Moskau, London, Los Angeles. Als wir dann an diesen Orten gespielt haben, da ist man dann schon ein bisschen stolz (Pause) aus der Provinz. Das waren halt keine besonderen Clubs, das sind nur Clubs gewesen.  Aber, wir haben mal bei einer Wrestling-Show gespielt. (alles lacht)

Norbert: Ja, das war mal interessant.

Christoph: Das war noch in den ersten Jahren – ansonsten haben wir so ziemlich jedes Jugendzentrum Süd nach Nord, von Ost nach West gespielt. Ja, da braucht uns keiner was erzählen, wir haben 2009 mit den ersten Konzerten angefangen mit jedem Jugendclub mit Chili con carne – wir kennen das alle.

Norbert: Wir haben da nichts geschenkt bekommen.

Christoph: Ja, und wenn eine andere Band uns anspricht, oder womöglich neidisch ist und sagen: die haben das nicht verdient. Denen können wir sagen: „Wir haben die ganze Scheiße schon gefressen, die ihr auffressen müsst“. (lacht)

Norbert: Wir sind halt noch nicht da, wo wir hinwollen.

Christoph: Aber wenn uns eine Band fragt, nach einem Tipp für eine junge Band, dann ist der Tipp Nr. 1: Einfach machen – immer weiter machen! Denn die meisten Bands scheitern an sich selber. Hören dann einfach auf, wir waren so blöd und haben einfach weiter gemacht und irgendwann hat es sich dann ausgezahlt. (lacht)

Norbert: Und machen trotzdem noch weiter. (lacht)

 

HW-Mag: Norbert, Du sagtest gerade, ihr seid noch nicht da, wo ihr hinwollt. Wo wollt ihr hin?

Norbert: Da kann ich was sagen, ich stand gestern mit Nico beim „Reload Festival“ bei Papa Roach.

Christoph: Boah, das ist Champions League.

Norbert: So was ist natürlich den Antrieb, den wir haben.

Christoph: Wobei, das ist natürlich Endstufe.

Norbert: Die Show hat mich so berührt – das war nach langem etwas wo ich sagte: Alter, krass.

Christoph: Wobei, die haben schon so viele auch große Festivals gespielt. Aber wenn man mal zu einem großen Festival kommt, man sieht nur Menschen und hat das Gefühl, wir sind heute hier die Hauptband. Das Gefühl möchte ich schon auch mal irgendwann haben.

Norbert: Aber ob wir das je haben?

Christoph: Ja, muss auch nicht. Ich werde nicht sterben, wenn das nicht passiert. Aber das ist der Antrieb und das ist die Endstufe.

Norbert: Und das ist eine Riesenproduktion und einen Rattenschwanz, den das hinterher zieht.

Christoph: Man hat selbst gemerkt, dass Jacoby von Papa Roach, als Headliner beim „Reload Festival“ – und das „Reload“ ist nicht das größte Festival in Deutschland, es ist aber groß – du hast schon gemerkt, er ist Headliner und er war nervös. Er war wirklich aufgeregt vor der Show und angespannt. Hat das natürlich professionell wie immer abgezimmert. Aber man merkt, selbst so eine Band, die seit 20 Jahren Top-Level spielt, für die ist das nicht normal.

Norbert: Das krasse ist ja, der Weg von Backstage zur Bühne, das waren mindestens 45 Meter und die Kollegen wurden mit einem Shuttle gefahren. (alles lacht)

Christoph: Das setzt ich mir persönlich – aber alleine – ich möchte dann, das ein Auto kommt und mich alleine abholt und zur Bühne fährt. (lacht) Dann habe ich es geschafft! (alles lacht)

 

HW-Mag: Hat Spaß gemacht mit euch, vielen Dank für das Interview.

Christoph: Wir haben zu danken!

 

Tourdaten:

25. Oktober: Berlin – Musik & Frieden
26. Oktober: Osnabrück – Bastard Club
27. Oktober: Köln – Luxor
30. Oktober: Dresden – Scheune
31. Oktober: Nürnberg – Z-Bau
1. November: Hannover – Musikzentrum
2. November: Hamburg – Logo
3. November: Bochum – Matrix
8. November: Stuttgart – Universum
9. November: München – Backstage
10. November: Wien – Flex
15. November: Saarbrücken – Garage
16. November: Aschaffenburg – Koloss Saal
17. November: Leipzig – Täubchenthal
6.-9. Dezember: Japan-Tour
29. Dezember: Bremen – Tower Musik-Club

 

Foto: RuhrWurf – Fotografie