Was habe ich mich gefreut, als mir die Donots während unseres Interviews beim Deichbrand-Festival erzählten, dass wir wieder mit einem neuen Album rechnen dürfen, welches ausschließlich deutschsprachige Songs beinhalten sollte.

Mit dem Satz „Also, ich werde hier nichts verraten, aber auf Deutsch zu singen macht uns gerade richtig viel Spaß!“ hatte Ingo Donots mich da ja schon fest im Griff und das später am Tag live gespielte „Keiner kommt hier lebend raus“ zeugte schon davon, dass die Ibbenbürener hier nicht gelogen hatten bzw. man so einiges von den neuen Nummern zu erwarten hatte.

Nicht, dass mich jetzt jemand falsch versteht, aber so wirklich richtig bei mir angekommen sind Ingo und der Rest der Bande nun mal wirklich erst, als sie 2015 mit „Karacho“ um die Ecke kamen!

Nur zu gerne werden bei mir und unseren Jungs (11 und 6) noch regelmäßig Nummern wie „Ich mach nicht mehr mit“, „Dann ohne mich“ oder „Kaputt“, aber auch „Wake the Dogs“ und „Stop the Clocks“ abgefeiert… und seit bestimmt zwei Monaten habe ich nun von unserem “Großen“ (der übrigens liebenswürdigerweise von den Donots vom Deichbrand eine Videobotschaft bekam und tagelang danach noch „Puls“ hatte) jeden Tag die Frage nach dem neuen Album gestellt bekommen.

Nun ist es also endlich soweit, nach den ersten Single-Auskopplungen zu „Keiner kommt hier lebend raus“ (als Split-Single mit den netten Menschen von Adam Angst erschienen), „Rauschen (Auf jeder Frequenz)“, „Whatever Forever“ und „Eine letzte letzte Runde“ stehen bzw. liegen auch die anderen neun Songs vor mir.

Schon immer politisch aktiv knüpft „Lauter als Bomben“ einwandfrei an den Vorgänger an, denn die Donots haben eine Haltung bzw. eine klare und eindeutige Meinung zum aktuell immer mehr aufkeimenden Rassismus und sie werden nicht müde, den dumpfen und stumpfen rechten Vollspacken zu jeder Gelegenheit Paroli zu bieten – so habe sie auf der letzten Tour ein überdimensional großes Banner mit durchgestrichenem Hakenkreuz auf der Bühne platziert, welches nun in kleinen mundgerechten Stücken als Bonus in der „Lauter als Bomben“-Fanbox zu haben sein wird.

Aber nun mal los, Zeit ist Geld, der Tach ist kurz… und schließlich sollt ihr ja noch wissen, ob sich die Scheibe denn wirklich lohnt!

Und was soll ich sagen, natürlich lohnt sich das gute Stück… und zwar ab der ersten Sekunde. Denn die Jungs erzählen temporeich ihre „Geschichten vom Boden“ – voller Inbrunst und Gelassenheit… der Opener strotzt nur so vor Selbstvertrauen und überschwänglicher Spielfreude.

Kurz darauf setzt der wummernde Bass ein und Ingo singt gemeinsam mit meinem Sohn neben mir lauthals „Bomben, lauter als Bomben…!“, die erste Textzeile von „Keiner kommt hier lebend raus“. Logo, dass die Nummer mittlerweile komplett auswendig funktioniert… wie der Rest des Albums auch 😉

Nach dem „Rauschen (Auf jeder Frequenz)“ gehen wir dann erstmal gemeinsam „Aschesammeln“, denn jeder Abschied hinterlässt so einiges an Schutt bzw. besagter Asche… aber im Endeffekt haben wir „Alle Zeit der Welt“ die Wunden heilen zu lassen – eine schick entspannte Nummer übrigens, die nochmal die sanftere Seite der Donots zeigt.

Dafür wird aber direkt danach mit „Whatever Forever“ das Gaspedal wieder bis zum Bodenblech durchgetreten und man sieht förmlich die Funken sprühen… wer sich hier nicht anschnallt, der kommt garantiert unter die Räder.Donots

Dass man ab einem gewissen Alter auch mal ganz gerne in der Vergangenheit schwelgt, davon könnte ich selber einige Lieder singen – die Jungs machen das Ganze einfach mit dem knackig kurzen „Das Dorf war L.A.“… so geht’s auch!

Ach, wie oft habe ich schon gehört „bleib noch ein bisschen, nur noch eine Stunde“?! – und wie oft wurde daraus eine feuchtfröhliche Nacht mit Vogelgezwitscher im Morgengrauen und dem weltgrößten Kater inkl. der Ansage, dass man garantiert nie wieder einen Tropfen Alkohol anrühren würde – „Eine letzte letzte Runde“ kann doch so herrlich lang sein!

Kurze Frage, deprimiert euch eure Depression eigentlich auch immer so? Dann seid ihr beim „Gegenwindsurfen“ genau richtig aufgehoben – nur mal so nebenbei angemerkt. „Der Trick mit dem Fliegen“ sollte mir übrigens auch irgendwann mal erklärt werden – Memo an mich: wenn wir uns mal wieder sehen, dann muss ich die Jungs unbedingt danach fragen.

Und wer wird denn da bitte gleich gierig werden? Da gewöhne ich meinen Söhnen doch gerade diese „ich muss das unbedingt haben“-Mentalität ab und dann kommen die Donots mit „Das alles brauche ich jetzt“ um die Ecke. Na schönen Dank auch… Leute, das biegt ihr wieder gerade! Ach so, es geht um die Einsamkeit… dann will ich nicht so sein. Kommt einfach rum, hier ist immer ein Platz am Kühlschrank für euch frei!

Bevor es nun aber in die besinnlichen Tage geht, schnell noch die letzte Nummer „Heute Pläne, morgen Konfetti“ als letztes Glanzlicht auf „Lauter als Bomben“ durchwinken… passt ja irgendwie auch zu Silvester, oder?!

Und außerdem gilt es ja hier vorab schon ein Mega-Album abzufeiern! Wer da noch ein wenig Weihnachtsgeschenke-Budget übrig haben sollte… die Kohle wäre hier aber perfekt angelegt und man wird euch hochleben lassen – glaubt meinen Worten!

Als Fazit kann ich folgende Worte entspannt stehen lassen: Ich war schon immer großer Fan der Donots (ich sage nur „Plastiktüte“ – was es damit auf sich hat, könnt ihr im Interview aus dem letzten Sommer nachlesen), aber seit „Karacho“ ist das, was Ingo, Guido, Jan-Dirk, Eike und Alex da machen „die Perfektion“…

… ach nee, das waren ja diese anderen sympathischen Jungs, die aus dem Wendland – da kommt doch demnächst auch wieder ein neues Album. Wir dürfen also doppelt gespannt sein, gell! 😉

Also dann ran an den Speck… und immer dran denken:

Wir sind alle zusammen lauter als Bomben… und nur Idioten brauchen Führer! 😉

 

Titel:
1. Geschichten vom Boden
2. Keiner kommt hier lebend raus
3. Rauschen (Auf jeder Frequenz)
4. Aschesammeln
5. Alle Zeit der Welt
6. Whatever Forever
7. Das Dorf war L.A.
8. Eine letzte letzte Runde
9. Gegenwindsurfen
10. Apollo Creed
11. Der Trick mit dem Fliegen
12. Das alles brauch ich jetzt
13. Heute Pläne, morgen Konfetti

Fotos: Dennis Dirksen

 

DONOTS – LAUTER ALS BOMBEN TOUR 2018
20.02.18 Saarbrücken – Garage
21.02.18 Bremen – Schlachthof
22.02.18 Hannover – Capitol
23.02.18 Berlin – Huxleys
24.02.18 Rostock – MAU Club
06.03.18 Dresden – Schlachthof
07.03.18 Wien (AT) – WUK
08.03.18 München – Tonhalle
09.03.18 Karlsruhe – Substage
10.03.18 Zürich (CH) – Dynamo
20.03.18 Dortmund – FZW
21.03.18 Hamburg – Grosse Freiheit
22.03.18 Köln – Ewerk
23.03.18 Erlangen – Ewerk
24.03.18 Wiesbaden – Schlachthof
15.12.18 Münster – MCC Halle Münsterland

HOMEPAGEFACEBOOK

Donots - Lauter als Bomben (Solitary Man Records, 12.01.2018)
5.0Gesamtwertung