Tropisches Klima herrscht am 26.05. oben im Saal des B58. Drückende Bässe, massenweise Stagedives und gute Laune wohin das Auge blickt. Ich habe mich zusammen mit einer kleinen Gruppe unter dem einzigen Deckenventilator im Laden versammelt und staune nicht schlecht über die Energie die, trotz dem von der Decke tropfenden Schweiß, noch im Raum herrscht. Dieser besagte Raum wird nämlich gerade von Fjørt zu Kleinholz verarbeitet. Mit einem Lächeln lasse ich das B58 Fest noch einmal Revue passieren.

Angefangen hat das Ganze schon um 15:30 mit Niru, welche mit starkem, melodischen Punkrock das B58 Fest eröffneten. Dabei wurde deutlich, dass die junge Braunschweiger Band ihr Fach nicht nur versteht, sondern vor allem auch ordentlich Bock mitgebracht hat. Beste Voraussetzungen also! Niru war kurzfristig für For Them All eingesprungen.

So kurze Pause, erstmal nach draußen – halt, stopp! Sanftere Klänge fangen die nach draußen strömenden Gäste im Erdgeschoss ab. A Fox’s Burrow haben gerade angefangen und bieten ein solides Kontrastprogramm zur aufgeladenen Hauptbühne.
Hier unten im Café sollen akustische Acts zwischen den Bands für Abwechslung sorgen.
Dabei sind in diesem Jahr neben A Fox’s Burrow: Wood & Valley, Joe Astray, John Allen und Gregor McEwan. Schöne Idee, gerade weil die akustischen Künstler sich mit eher kräftigeren Stimmen und Gitarrenanschlägen optimal in das Brett von Lineup des B58 Fests einfügen.

Kurz noch Luftschnappen, dann wieder nach oben zu Gr:mm: Ebenfalls lokale Braunschweiger, die cleveren, deutschsprachigen Punkrock aufs Parkett legen, der ordentlich auf den Nacken geht – wegen Kopfnicken und so! Im Publikum wird fleißig mitgegrölt und die Temperatur steigt spürbar. Gr:mm schaffen es die gebündelte Energie der eingängigen Songs auf das Publikum zu übertragen und die ersten Stagedives und Moshpits des Tages gehen so verdient auf das Konto der vier Braunschweiger.

Anschließend durften Resolutions ran. Melodischer Punkrock mit wechselnder cleaner und rauer Stimme. Die Hannoveraner wussten durchaus zu begeistern, fielen bei mir jedoch leider der Tatsache zum Opfer, dass die beiden Bühnen pausenlos bespielt wurden, sodass ich meine verspätete Mittagspause leider in ihren Slot legen musste. Schade, denn das was ich gesehen und gehört hab war ziemlich geil!

Ducking Punches aus England spielen ihren bekannten, ganz eigenen dynamischen Mix aus Emo und Punk. In vielen ruhigen Momenten gehen die oft sehr traurigen und düsteren Texte von Sänger Dan Allen unter die Haut und werden dann oftmals durch starkes Zusammenspiel von Schlagzeug und Bass aufgebaut.

Jetzt ist es warm. Dabei kommt noch so viel.
Lygo lassen den Laden gleich noch ein paar Grad wärmer werden. Bekannt für kräftige, raue und hohe Stimmen und emotionale deutsche Text hinterlassen die drei Bonner Eindruck. Die Band arbeitet unglaublich gut zusammen, sodass weitere Instrumente an keiner Stelle fehlen.
Vor allem hat mir das Zusammenspiel der beiden Sänger gefallen, die sich schon beinahe gegenseitig „doppeln“ könnten und deren Stimmen maßgeblich für den kantigen Sound der Band verantwortlich, der hohen Wiedererkennungswert hat.

Jetzt ist es Zeit für den Co-Headliner: Idle Class. Punkrock aus dem schönen Münster.
Leider spielt die Gruppe heute einen ihrer vorerst letzten Gigs.
Doch umso dicker feiern die Jungs und auch das Publikum die Zeit die sie auf der Bühne in dem Saal haben, der spätestens jetzt zu kochen beginnt. ALLE rasten aus. Vor der Bühne steht kein Fuß mehr still. Idle Class sind bekannt für melodische Oktavakkorde, schnelle und raffinierte Schlagzeugfills und zwei Frontmänner, die rotzig und schonungslos in die Mikrofone schreien. Wie die Faust aufs Auge – alle haben Bock. Idle Class liefern live tatsächlich ein noch dickeres Brett als auf Platte.

Als Fjørt auf die Bühne kommt, ist es unerträglich warm im Saal. Doch das stört niemanden großartig, denn die Aachener Band wird sehnsüchtig erwartet. Viel muss man zu Fjørt eigentlich nicht sagen. Die vergangene Tour war, genauso wie das B58 übrigens, größtenteils ausverkauft – zu Recht. Es gibt derzeit wohl keine Band, die vergleichbar mit dem Aachener Trio ist – unglaubliche Kraft trifft einzigartige Deutsche Texte und eine Spur Wahnsinn. Unglaublich gut und in so einem kleinen, privaten Raum wahrscheinlich in Zukunft eher seltener zu sehen. Wer noch ein bisschen mehr über Fjørt und das aktuelle Album wissen will, dem sei dieses Interview ans Herz gelegt das ich im Januar mit Chris und David machen durfte.

Was für ein Abend!
Bitte liebes B58, ja ich meine dich Skotty! Du und deine Bande! Hört niemals auf mit dem B58 Fest!
Bitte Danke, Prost!

FOTOS: Charles Engelken