Das Schweinskopf-Festival ist zu Ende und ich habe so gut es geht ein paar Impressionen eingefangen. Das Festival begeistert sowohl jung als auch alt. Vom Kinderwald bis hin zur >48h Elektroparty im „Sumpfland“. Jedoch konnte man sich natürlich, auch als Redakteur nicht alles anschauen. So lege ich mein Augenmerk auf die Gitarren-beständige Musik und konnte für mich schon ein paar Highlights entdecken. Aber vorweg sage ich euch eins: Es ist ein Festival mit einem Ambiente und einer Stimmung, wie ich es noch nie erlebt habe! PEACE!

20160902_231058Am Freitag bestachen die LEONIDEN mit ihrem Indie, Rock und Funk – Sound und zogen so mindestens 700 Festivalbesucher in ihrem Bann. Auf der selben Bühne rockten die Hannoveraner TRANSMITTER mit ihrem abgefahrenen Sound aus HipHop-, Elektro- und Dub- Elementen. Auf der Zeltbühner zogen noch zu letzt zwei andere Bands einige Zuschauer zu sich. So die iranischen Indie-Rocker LANGTUNES, die außerdem 2014 ihr Debütalbum „Teherantor“ veröffentlicht haben – ihre Musik ist authentisch und ein reinhören wert! Zuletzt spielten BENTHIC, die mit ihrem Sound das Zelt zum Beben gebracht haben – mit einer Mischung aus Hardcore, Metal und einem hauch Punk brachten die fünf Hamburger alle Köpfe zu bängen.

Der erste Tag auf dem Schweinskopf-Festival brachte allen sehr viel Freude und es viel nichts negatives auf. Dieses kunterbunte Festival ist einen Besuch wert und dies nicht nur wegen der Musik, sondern auch wegen der Atmosphäre die durch die Vielfalt der Menschen erzeugt wird und auch durch alle die liebevoll gebauten Stände, Bühnen und Möglichkeiten, den Tag dort zu verbringen.

20160902_231738 20160902_231726 20160902_231429 20160902_231216   20160902_204713  20160902_211339 20160902_211745   20160902_204513 20160902_225822    20160902_23024320160902_23031320160902_23040720160902_23061020160902_230831

20160902_234514

 


20160902_204651

Samstag, die Sonne scheint und die erste Band passte zum Wetter wie aufs Auge. Noë! die Berliner mit ihrem „akustisch, fröhlich verspielte Pop-Perlen mit Reggaeeinschlag“ (Zitat Fusion-Festival) die Sonne an ihrem Platz halten konnten. Danach sah ich die regionale Band AUSVERKAUFT die mit ihrem authentischen Punk-Rock nicht nur die regionalen Fans an die Bühne lockten, sondern auch ortsfremde zum lachen und tanzen brachten.

Um 20 Uhr kamen die die Bremer MAD MONKS, die schon seit 12 Jahren zusammen auf der Bühne stehen und das hört man auch. Sie sind zwar seit 2014 etwas kleiner in der Besetzung, doch das merkt man nur kaum. Die vier Jungs rockten wie eh und je mit ihrer Mischung aus Ska-Punk und Metal. Während die Mad Monks ihren letzten Song spielten, begann es jedoch im Zelt etwas melancholischer zu werden. Die Band RYT spielte eine Mischung aus bipolar pop und alternative electro-rock, wobei man auch eine tendenz in die Metal/Hardcore Richtung vermessen konnte. Sie selbst beschreiben ihre Musik als“a manic depressive study in the enormity of sound“. Reinhören empfehlenswert.

Auf der Bühne spielten dann IRA ATARI mit einer Kombination von analogen Drumset und Synthesizern, Hand in Hand mit Ira’s catchy Popstimme. Es klingt fast magisch. Gerade live ist die Energie der beiden beeindruckend. Und macht vorallem verdammt Spaß. Darauf folgte mein persönliches Tages-Highlight: KOCHKRAFT DURCH KMA. Wo auch immer die Veranstalter diese Band gefunden haben: Gut gemacht! Diese Band spielt die „neue deutsche Kelle“ und das mit einer Geschwindigkeit und Bühnenpräsens, sodass ich mich fragen musste, wieso ich das noch nicht vorher kannte. „Synthies aus den 80ern ausgeliehen, Tieftongitarren aus den 90ern geklaut, Gitarrenhelden-Kostüm aus den 60ern umgehängt, Trommler aus der Schülerband entführt und eine Sprecherin aus den Europa-Studios gelockt. Textlich variieren die Ebenen zwischen ganzen Geschichten und verteilten Fragmenten, zwischen gesitteter Erzählung und ungehobeltem Beschweren, zwischen platt und Plagiat.“ (Text geklaut, trifft es aber auf den Punkt) Es Band geht in die vollen und hat mich aus meinen Schuhen gehauen. Immer noch geflasht von der Band stolzierte ich danach zur Bühne und schaute mir HOPE an. Eine TripHop Band mit Post-Rock Einflüssen. Das absolute Gegenteil von KOCHKRAFT DURCH KMA – schöne ruhige Musik, mit unendlich viel Gefühl. Der Wechsel war jetzt leider jedoch zu hart für mich, aber hört euch die Band am Besten selbst einfach einmal an.

Die letzte Band des Abends war für mich GLASGOW COMA SCALE, eine Post-Rock Band mit harten Drang in den Stoner Bereich mit einer Priese psychedelischer und ambientischer Sound barrieren. Musikalisch voll mein Ding und neben der oben schon genannten Band, ebenfalls ein Highlight für mich. Der Sound war echt, ging nach vorne und ließ einen auch mit geschlossenen Augen die Musik voll genießen.

GLASGOW COMA SCALE

GLASGOW COMA SCALE

IRA ATARI

IRA ATARI

P1020359 P1020396

Ausverkauft

Ausverkauft

Ausverkauft

Ausverkauft

P1020407

NOE

NOE

NOE

NOE

HOPE

HOPE

Kochkraft durch KMA

Kochkraft durch KMA

RYT

RYT

Mad Monks

Mad Monks


Hallo Sonntag, du brachtest den Regen. Doch als dann KEINE ZÄHNE IM MAUL ABER LA PALOMA PFEIFEN anfingen zu spielen kam doch tatsächlich ein bisschen die Sonne raus. Die alt Punker mit ihrem old wave punk machten nicht nur schnelle und tanzbare Musik, sondern amüsierten auch das Publikum und schafften es, ein lächeln auf die Gesichter des Publikums zu arrangieren. Danach kamen VLADI WOSTOK mit ihrem Ruski Surfrock um die Ecke und brachten russische Chansons, Hochzeitshymnen und Surfnummern wie in rollende Pazifikwellen auf die Bühne. Im Zelt bereitete sich währenddessen eine ganz andere Band für ihren Auftritt vor. FROLLEIN SMILLA, eine Band mit der „kurzen“ Genrebezeichnung Tanzballadendschäßfunkpiratinnenliebesblues – aber das trifft es wohl genau. Trotz der Zerstörtheit der Festivalbesucher konnte diese Band die sitzende Meute zurück auf die Beine heben und zum tanzen, mitsingen und Pirat sein ermutigen. Es war wirklich schön! So ein Festival lässt man aber natürlich nicht schön ausklingen, sondern man bringt noch einmal richtig Tempo auf die Wiese. Mit SWISS & DIE ANDEREN, den nicht verstandenen Punk-Rappern aus Hamburg ist dies natürlich gelungen. Eskalation und Pogo treffen ein brandaktuelles politisches Anliegen – auch ich habe der AFD gerne meinen Stinkefinger gezeigt. Musikalisch war es hier laut, dreckig und voller Energie sodass man sagen kann, wenn die Wiese vor dem Konzert noch nicht im Matsch stand, dann tat sie es danach.

Fazit: Ich hoffe, dass es das Festival wieder gibt! Es war echt schön, beeindruckend und abwechslungsreich. Von diesen Festivals sollte es mehr geben.

www.schweinskopf-festival.de

KEINE ZÄHNE IM MAUL ABER LA PALOMA PFEIFEN

KEINE ZÄHNE IM MAUL ABER LA PALOMA PFEIFEN

KEINE ZÄHNE IM MAUL ABER LA PALOMA PFEIFEN

KEINE ZÄHNE IM MAUL ABER LA PALOMA PFEIFEN

VLADI WOSTOK

VLADI WOSTOK

FROLLEIN SMILLA

FROLLEIN SMILLA

FROLLEIN SMILLA

FROLLEIN SMILLA

Swiss & die Anderen

Swiss & die Anderen

Swiss & die Anderen

Swiss & die Anderen

Swiss & die Anderen

Swiss & die Anderen

P1020366