So langsam beginnt wieder unsere Konzert-Saison und somit kam uns die Einladung, Teil des diesjährigen Punkeval sein zu dürfen, natürlich sehr gelegen. Nachdem ich das Lineup gecheckt hatte – und wir am Karnevals-Wochenende eh im Ruhrpott verweilten – war sowieso klar, dass wir uns das von den Schäl Sick Konzertgruppe Leuten organisierte Soli-Konzert mit Disco//Oslo, Duesenjaeger, Giulio Galaxis und außer ich nicht nehmen lassen konnten! – Ein ausführliches Interview zur Veranstaltung und dem Soli-Projekt hatten wir übrigens im Vorfeld auch schon mit den vier Bands geführt… schaut hier!

Nun aber weiter im Text… es sollte also zeitig in die Karnevals-Hochburg Köln gehen, welche ich aus meiner Zeit als Kabelhilfe beim WDR als größte Einbahnstraße der Republik in Erinnerung behalten hatte… und zumindest in diesem Punkt sollte ich Recht behalten. Nach drei bis sieben Runden um den berühmten „Bottich“ hatten wir aber dann – trotz Großstadt-Parkplatz-Problematik – doch recht nah an der Location eingeparkt und machten uns schnellen Schrittes auf zum Limes, „dem“ Kölner Punkrock-Pub… vom Flair bzw. Ambiente hätte der Schuppen auch wunderbar in den Hamburger Kiez gepasst – nicht nur dank der Pauli-Fahnen und dem angenehmen Astra-Pils fühlte ich mich direkt heimisch (auch wenn ich an dem Abend der „Fahrer“ sein und mich mit Bitburger 0.0% vergnügen durfte)!

Nach einem kurzen Plausch mit Dennis, dem Schlagzeuger von außer ich, sollte die Veranstaltung dann um viertel nach Acht mit den Jungs von Giulio Galaxis beginnen, die ab der ersten Sekunden klar machten, um was es an diesem ehrwürdigen Abend gehen sollte – man wollte nicht weniger, als das Limes musikalisch in den Grundmauern zu erschüttern und eine ordentliche Abrissparty zugunsten des Waisenhauses „Albergue de Niños Santa Maria Josefa Ferreñafe“ in Peru (dazu später noch mehr) feiern!

Mit ihrem druckvollen und derben Punkrock – der sich gelegentlich auch einige Hardcore-Elemente ausleiht und dort sichtlich bzw. hörbar gut aufgehoben ist – brachten Measy, Stephan, Schmitti & Christian das immer voller werdende Limes auf Betriebstemperatur und die konzerterprobten Ohren in Tinnitus-Nähe (Ohrstöpsel sind halt nur was für Weicheier, oder Leute die – wie ich – ihre Dinger mal wieder zuhause vergessen haben!). Eins muss man den Jungs von Giulio Galaxis lassen, sie waren mit Abstand die Lautesten an dem Abend! 😉

Da die Spielzeit bei Festivals aber nun einmal begrenzt ist, verabschiedeten sich die Herren aus dem saarländischen St. Wendel nach gut 45 Minuten von der Bühne und überließen selbige dem Siegener Trio außer ich, die uns nach einer kurzen Umbaupause – in welcher die Dehydrierung ausreichend bekämpft werden konnte – ihren düster depressiven Punkrock näher brachten und somit direkt einmal die Lautstärke, aber nicht das Tempo aus der Veranstaltung nahm! Trotz ihrer sehr zurückhaltenden – bisweilen sogar schüchtern wirkenden – Art machten Matze, Dennis und Thomas aber trotzdem den Eindruck, sich auf der durchaus als klein zu bezeichnenden Bühne sehr wohl zu fühlen! Und was sollen auch immer unsagbar lange Selbstbeweihräucherungs-Orgien am Mikrofon, kurze knappe Ansagen langen doch auch, oder?!

Nachdem sich die Drei ebenfalls gebührend von der Bühne verabschiedet hatten und der Laden langsam aus allen Nähten zu platzen drohte, machten sich Disco//Oslo für ihren Auftritt bereit und kurz vorab: so einen Abriss wie wir ihn in den darauf folgenden gut 45 Minuten erleben sollten, habe ich persönlich schon lange nicht mehr auf einer solch kleinen Fläche gesehen! Ab der ersten Sekunde tobte die Hütte und alle, die es nicht mehr in den hinteren Bereich des Pubs geschafft hatten mussten zwangsläufig mitpogen oder wurden liebevoll durchgeschüttelt – nur blöd, dass Dana dadurch ihre Fotografier-Tätigkeit beinahe komplett einstellen musste… mit vernünftigen Bildern war unter diesen Voraussetzungen eh nicht mehr zu rechnen und außerdem wollten wir unser sündhaft teures (*hüstel*) Kamera-Equipment nicht auf`s Spiel setzten!


Ob es nun das auf dem Soli-Samper enthaltene „Kielwasser“, oder „Bis zum Hals“ bzw. das „Manifest“ sein sollte, die mit insgesamt 150 gut gelaunten und feierfreudigen Besuchern ausverkaufte Location hielt der ausgelassen tanzenden, mitsingenden und feiernden Meute gerade so stand – der Schweiß floss in Strömen und als dann auch noch ein Geburtstagsständchen für Julian an der Gitarre (ich hoffe, dass ich jetzt hier nichts verwechsle… wie gesagt „Ausnahmezustand“ usw.!) angesungen wurde gab es kein Halten mehr!

Ich sage es mal so, für mich war das der erste Gig der Oldenburger Punkrocker von Disco//Oslo, aber was Tenzin, Bulli, Julian & Christoph am Samstag abgeliefert haben kann nur mindestens einen bis zwei… ach was sage ich, auf jeden Fall drei weitere Konzertbesuche zur Folge haben! – und Jungs, den Ritterschlag habt ihr an dem Abend von Dana bekommen, die normalerweise dem Deutschpunk nicht ganz so zugeneigt ist… euch aber ausgesprochen gut fand! 😉

Eine kurze Zeit – und ein weiteres Getränk ohne Dampf – später sollte dann der Höhepunkt des mittlerweile bereits recht fortgeschrittenen Abends folgen, denn dann betraten die Herren von Duesenjaeger die (erstaunlicherweise) immer noch nicht zerlegten und damit voll funktionstüchtigen Bühne des Limes und gab der durchschwitzen Meute nun endgültig den Rest! Tobi, Jan, Torben und Lars kloppten einen guten Schwung alter und neuer Songs raus und brachten alle nochmal ordentlich in Wallungen… okay, die pogenden Massen hielten sich dieses Mal ein wenig zurück – naja, ein wenig zumindest!

 

Da wir noch eine ordentliche Fahrt vor uns haben sollten, ging es dann zeitig – kurz vor Ende der Show – zurück zum Wagen, nicht jedoch ohne uns noch in einem Kölner Imbiss von den kulinarischen Gepflogenheiten des Rheinlandes zu überzeugen (Döner zählt doch zu diesen heimischen Spezialitäten, oder?! 😉 )… eine wahrlich lebenserhaltende Maßnahme!

Abschließend können wir uns nur bei allen Beteiligten für diesen hervorragenden Abend bedanken und wir hoffen, dass durch den Verkauf der Benefit Platte genügend Spenden für das Projekt zusammen gekommen ist, denn das Kinderheim in Peru kümmert sich hauptsächlich um Straßenkinder und Kinder von StraftäterInnen die Ihre Kinder nicht mehr versorgen können… hier ist also jeder Euro notwendig!

Genaueres zum „St. Maria Josefa Ferrenafe“ Kinderheim und zum Projekt findet ihr in der Video Beschreibung… schaut hier:

Aus gut unterrichteten Kreisen konnten wir heute in Erfahrung bringen, dass noch einige der auf 350 Kopien limitierten Platten (incl. Downloadcode) zur Verfügung stehen… also dann, zugreifen und Gutes tun!

 

Tracklist:
01. GIULIO GALAXIS „Colton“
02. DUESENJAEGER „Sekundenschlaf vs. Schweigeminute“
03. DISCO//OSLO „Kielwasser“
04. AUßER ICH „Ohne den Stecker zu ziehen“

 

Disco//Oslo – Bandpage
außer ich – Facebook
duesenjaeger – Facebook
Giulio Galaxis – Bandpage

Kinderheim „Albergue de Niños Santa Maria Josefa Ferreñafe“
Idee & Konzertgruppe
Vinylmaster
Pressung
Artwork & Design
Siebdruck
Limes Köln
Vinyl

Fotos: Dana Blex – Küstenfuchs Photographie