Die Südstaaten liegen in Kreuzberg. Die Blueshauptstadt ist Freiburg. Und die AfD ist Demokratisch. Ist natürlich alles Quatsch, aber zumindest die ersten zwei Behauptungen haben mit Max Paul Maria zu tun, der mit „Figurines“ sein zweites Soloalbum am Freitag über DevilDuck veröffentlicht.

In 13 Songs zeigt der Wahl-Berliner wieder warum für ein Album mit starken Folk- und Americanaeinflüssen manchmal der Blick nicht über den großen Teich wandern muss, sondern auch mal vor der eigenen Haustür gesucht werden darf. Songs über das Ankommen, unterwegs sein und am Ende doch Rastlos in der Gegend rumstehen. Stilecht mit großartiger Reibeisenstimme und hörbarem Whiskey in der Stimmme singt sich Max Paul Maria gekonnt lässig durch die Songs und lässt dabei immer eine Prise Melancholie mitschwingen. Mal mehr, mal weniger, aber immer irgendwie dabei, wie sich das für gute Folksongs gehört.

Hier mal ein wenig reduzierter mit Akustikklampfe und Mundharmonika (z.B. „Sad South“) und da eine Runde voller mit Band („Bittercold Now“), gelingt es irgendwie immer stilecht und dabei authentisch zu klingen. Erinnert mich der Opener „Imaginary Landscapes“ noch sehr an Passenger, den ich großartig finde, gelingt es an anderen Stellen plötzlich Jack White rauszuhören. Damit ist „Figurines“ eine Menge, aber nicht langweilig. Er versucht sich nicht in die ziemlich enge „Punk-Folk-Songwriter“-Ecke stellen zu lassen, was bei seinem Background verständlich wäre. Durch die vielen Seiten eines Max Paul Maria wird diese Platte erst so richtig spannend. Für Genre-Fans eine absolute Empfehlung! Großartig!

 

 

max-paul-maria-figurines-cover

1. Imaginary Landscapes  03:50
2. The Night The Lights 03:03
3. San Francisco 03:35
4. Bittercold Now  02:41
5. European Son 03:01
6. A Memory, A Wild Hope 01:35
7. Bones 02:42
8. No More Love Songs 02:05
9. Capitol 02:49
10. Sad South 02:50
11. Someday Babe 02:28
12. The Bluest Eye 04:43
13. Figurines  02:21

 

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Max Paul Maria - Figurines (DevilDuck Records, 21.10.2016)
4.3Gesamtwertung