HW-Norman: Moin Peer, schön mal wieder von Dir zu hören! Wir sahen uns zuletzt am Beckenrand, wo ihr mit mächtigen Widrigkeiten zu kämpfen hattet, um das Festival 2017 überhaupt stattfinden lassen zu können. Wie habt ihr das geschafft? Immerhin war rund 3,5 Wochen vor dem Festival das Freibad durch Hochwasser überflutet.

Peer Niclas Peters: Moin Norman, freue mich von Dir zu hören. Ja, das war eine echt knappe Geschichte. Wir hatten danach rund 10 cm Schlamm im Becken und allgemein waren alle Wiesen verschlammt. Dass wir das Freibad noch vor der Veranstaltung wieder in Ordnung bekommen, hatten wir schon fast selbst nicht mehr geglaubt. Aber die Resonanz auf unsere Posts bei Facebook war riesig! Und so haben viele Fans unseres Festivals, der Festivalverein selber und natürlich auch der Freibadverein bei der Wiederherstellung mit angepackt. Wohl gemerkt, alles Ehrenamtliche. Beim Ergebnis habt ihr euch ja dann vor Ort anschauen können

HW-Norman: Das war eine tolle Leistung vom Team, dass ihr das Bad wieder hinbekommen habt. Dann kam der Veranstaltungstag und wieder regnet es aus Kübeln. War das nicht zermürbend dann wieder gegen die Wassermassen kämpfen zu müssen?

Peer: Durch das Hochwasser 3 Wochen vorher war die Wiese leider noch total nass. Als es am Veranstaltungs-Freitag dann noch Starkregen gab, schwamm direkt wieder alles und die Wiese nahm Wackenverhältnisse an. Ein schöner großer Schlammsee!

Aber auch hier hat uns die Vereinsstruktur gerettet. Wir sind ein so gemischtes Team, dass jeder jemanden kennt. So konnten wir kurzfristig große Strohballen organisieren und die Wiese damit auslegen. Sind deine Schuhe denn mittlerweile wieder trocken und Schlammfrei?

HW-Norman: Ja, so gerade eben.

Peer: Hast du Dir eigentlich auch das Campinggelände angesehen?

HW-Norman: Leider nein. Wir kamen Freitags staubedingt viel später an, als eigentlich geplant. Am Samstag hatten wir uns viel Programm vorgenommen, so dass wir das nicht geschafft haben. Ich habe allerdings Fotos gesehen – da war wohl auch Land unter.

Ein Blick ins kommende Jahr: habt ihr auch diesesmal Widrigkeiten zu bekämpfen, für die ihr nichts könnt oder laufen die Vorbereitungen einigermaßen reibungslos?

Peer: So halb. Dir ist bestimmt aufgefallen, dass wir uns dieses Jahr mit den Ankündigungen der Bands mehr Zeit gelassen haben. Das hatte den einfachen Grund, dass wir die Kritik unserer Besucher aufgenommen haben. Ein großer Punkt war das Campinggelände. Dieses ist von der Umgebung her sehr schön gewesen. Da das Gelände aber ein ehemaliger Steinbruch war, ist der Boden entsprechend hart… Zudem sind wir dieses Jahr dort an die Kapazitätsgrenzen gestoßen… Also lag es nah, dass wir ein neues Campingelände brauchen. Bevor wir aber unseren Headliner unterschreiben konnten, brauchten wir eine Lösung des Problems. Im Harz gibt es da aber nicht viele Möglichkeiten für ein neues Campinggelände. Alle Wiesen um Wolfshagen sind Landschaftsschutzgebiet, wodurch die Auflagen für die Nutzung als Campinggelände extrem hoch sind. Zudem gibt es auch kaum Wiesen, die ausreichend groß sind. Bis wir eine Sondergenehmigung für das Landschaftsschutzgebiet erhalten konnten, verging sehr viel Zeit und es war ein hartes Stück Arbeit. Letztendlich konnten wir mit dem Landkreis Goslar und der Politik (vielen Dank hier an die entsprechenden Stellen!) eine Lösung finden.

HW-Norman: Dann bin ich mal auf das neue Camping-Gelände gespannt. Dieses Mal werden wir uns das ansehen. Schön, dass ihr eine Lösung finden konntet. Jetzt organisiert ihr die 10. Ausgabe von Rock am Beckenrand. Würdest Du sagen, dass Festivalorganisation im Laufe der Jahre schwieriger geworden ist? Vor allem für euch, die ihr ja als Verein das Ganze mit ehrenamtlichen Engagement und Herzblut stemmt?

Peer: Es ist auf jeden Fall umkämpfter geworden. Vor 5 Jahren haben wir uns nach der Veranstaltung bis Januar eine Pause gemacht. Mittlerweile beginnen wir bereits eine Woche nach der Veranstaltung für die Planung im kommenden Jahr. Dazu gehört natürlich das Booking, aber auch die Genehmigungen und Anpassungen von Sicherhitskonzepten usw. Das Gelände ist also noch nicht mal richtig aufgeräumt, da geht es schon weiter für das kommende Jahr. Da unsere Veranstaltung zu 100 % ehrenamtlich organisiert ist (50 % der Gewinne fließen in die Erhaltung des Freibades, die anderen 50 % in das Folgejahr) muss man hier natürlich aufpassen, dass das Hobby nicht zum ehrenamtlichen Hauptberuf wird. Aber durch unser starkes Team (24 Helfer übers Jahr, 120 Helfer am Veranstaltungswochenende) sind wir hier so gut aufgestellt wie noch nie zuvor. Wir unternehmen im Jahr auch viel miteinander (Konzertbesuche, Freibadfeuern, Festivalfahrten), wodurch das Zusammenspiel und die Atmosphäre untereinander sehr gut ist.

HW-Norman: Das Publikum hatte letztes Jahr unseres Erachtens großen Spaß. Ich persönlich kenne kein anderes Festival wo ich meine beiden Hobbys verbinden kann, als Handwritten-Redakteur und Schwimmtrainer. Was werden wir denn im Schwimmbecken finden?

Peer: Der Pool ist natürlich unser coolstes Merkmal 🙂 Wir haben 2018 neben der großen Hauptbühne auch wieder eine Pool-Bühne. Schwimmen und die Band ansehen? No Problemo! Zusätzlich haben wir eine 5 Meter Turm-Rutsche und einen Zorb-Ball. Highlight war dieses Jahr auch unser Unterwassershooting.

HW-Norman: Man merkt auch, dass ihr ein tolles Team beisammen habt. Wenn wir letztes Jahr mit Bands gesprochen haben, dann erwähnten diese stets wie außergewöhnlich gut die Betreuung war. Ich denke dieses Lob tut euch sicherlich gut. Wo wir gerade bei den Bands sind: Es ist die 10. und somit die Jubiläumsausgabe von Rock am Beckenrand. Mit Montreal, Jinjer, Kyles Tolone und die Awesome Scampis, die ja auch offenbar gerne wiederkommen und 2017 schon einen tollen Auftritt hatten, habt ihr schon jetzt tolle Bands verpflichtet. Was können wir noch erwarten?

Peer: Über die noch anstehenden Bands darf ich leider nichts erzählen, da werde ich sonst von unseren Bookern verhauen.

HW-Norman: Verständlich, aber da es ja euer Jubiläum ist habt ihr sicherlich etwas Großes geplant. Vielleicht einen kleinen Wink was den Headliner angeht?

Peer: Viel darf ich da wirklich nicht sagen. Aber Norman, ihr könntet im Sommer bei uns NACHTBADEN gehn!

HW-Norman: Wow, das passt natürlich großartig zum Rock am Beckenrand und natürlich gehe ich gerne bei euch Nachtbaden.  Damit machst Du uns und viele Besucher sicherlich sehr glücklich und die Vorfreude auf das RaB2018 steigt! Peer, vielen Dank für das Interview!

 

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