„Wir befinden uns im Jahre 2018 n. Chr. Ganz Deutschland ist von Konservenmusik besetzt … Ganz Deutschland? Nein! Ein von unbeugsamen Musikfreunden bevölkertes Dorf hört nicht auf, der Konservenmusik Widerstand zu leisten“ 

Willkommen beim IFAN Festival im beschaulichen Warendorf bei Münster. Die nun dritte Ausgabe des Indoor-Festivals stand an, und wie schon im letzen Jahr durfte ich wieder dabei sein. Die familiäre Atmosphäre und die Tatsache, dass es Catering für die Presse gibt, sind nur zwei wichtige Faktioren dieses Festival im Auge zu behalten. Es stimmt einfach viel. Aber springen wir direkt in die Shows….

Die Eröffnung machten PRIMETIME FAILURE und innerhalb der Redaktion wurde mir schon im Vorfeld versprochen, dass die Jungs richtig gut sind. Blöderweise war ich etwas zu spät und hab gerade noch eineinhalb Songs hören können – die aber sehr amtlich klangen. Muss wohl gut gewesen sein. Für ein Foto hat es dann auch noch gereicht: 

 

 

 

 

 

 

Weiter ging es mit den Darmstädtern 8KIDS, die mit ihrem Post-Hardcore ein wenig an FJORT erinnern. Sie erzeugen eine tolle Atmosphäre und mit ihrem eindringlichen Sound wurde die Halle langsam warm. Zugegeben: man muss das mögen was sie da tun, aber ich mochte die Show sehr. Dass der Gesang ein wenig an CASPER erinnert, dürfte etwas platt formuliert aber nicht ganz unzutreffend sein. Auch wenn die Band das möglicherweise gar nicht so gerne hört und ihr auch nicht wirklich gerecht wird, denn sie haben durchaus eigenes zu bieten. Ihre Eigenständigkeit behalten sie dennoch und ich werde sie im Auge und vor allem im Ohr behalten.

Als nächstes bestiegen ALEX MOFA GANG die Bühne. Die hatten eine gute Anzahl an Fans mitgebracht und entsprechend gut war hier die Stimmung. Irgendwo zwischen Pop und Punk bewegend, bringen die Jungs richtig Tempo auf die Bühne. Macht Spaß. 

 

JUPITER JONES halten auf ihrer Abschiedstour auch nochmal in Warendorf. Was recht schleppend begann, mauserte sich nach hinten raus zur passablen Show. Mit „Still“ und „Rennen+Stolpern“ hatten sie das Publikum endlich und konnten die Stimmung bis zum Schluss aufrecht erhalten. Es mag an der Vorgeschichte mit Ursprungssänger Nicolas Müller liegen, aber für mich fühlte sich das ein wenig nach warm gehaltener Suppe an. Authentizität jedenfalls fühlt sich anders an. Schade. Nichtsdestotrotz kam die Band gut an und letztendlich zählt ja das Publikum. 

 

Die Punkrock-Jungs von ITCHY hingegen eroberten die Bühne und die Fans im Sturm und rissen ein richtiges Feuerwerk ab. Tempo, Tempo, Tempo und viel Spaß auf und vor der Bühne. Einen kleinen Sidekick gegen Jupiter Jones konnten sie sich auch nicht verkneifen. Surfte JJ-Sänger Sven Lauer noch auf einem Surfbrett auf dem Publikum, kam die ITCHY-Ansage „Jetzt kommt das Original“ und Sänger Sibbi surfte ebenfalls – auf einem Gitarrenkoffer. Zu ihrer Single „By the Sea“ stellten sich Sibbi & Panzer samt Equipment ins Publikum und demonstrierten so Fannähe. Tolle Show. Danke.

 

Die Hamburger SELIG sind seit den 90ern eine Institution in Deutschland und durften dieses Jahr als Headliner auf die Bühne in Warendorf. Irgendwie fühlt man sich innerhalb von Minuten zeitversetzt und in einer Art Hippie-Rock-Zeitmaschine. Atmosphäre auf die Bühne bringen… das können die Jungs. Und wer dann noch auf eine Hitsliste wie die von SELIG zurückgreifen kann, dem gelingt es dann auch schnell das Publikum zu fesseln. Frontmann Jan Plewka scheint es ein Leichtes zu sein das Publikum mitzunehmen und wenn Songs wie „Wenn ich wollte“, „Sie hat geschrien“, „Ist es wichtig“, „Schau Schau“ oder „Wir werden uns wiedersehen“ intoniert werden, spürt man förmlich wie das Publikum mitlebt. Spätestens bei „Ohne dich“, wo einfach mal die ganze Halle mitsingt, wussten alle: das ist der Headliner, den das Festival verdient.

 

 

Die Abschlussshow bestritten TEXAS LOCAL NEWS mit ihrer vorletzen Show, bevor sie aufhören, erreichten aber nur noch eine überschaubare Zahl an Zuschauern und bestritten so das vermutlich undankbarste Konzert des Abends. 

Das nächste IFAN Festival findet übrigens am 06.04.2019 statt. Vielleicht schonmal einfach vormerken und auf der FacebookSeite auf dem Laufendem bleiben, welche Bands dort aufspielen werden. 

Fotos; Daniel Lauber Photography