Als die Idee für diese Rubrik aufkam, war ich total begeistert und überlegte sofort, welches Album für mich so besonders und noch heute präsent ist, dass es in diese Kategorie passt.
Ziemlich schnell kam ich auf Ignite. Waren sie es doch,  die mich „damals“, so um die Jahrtausendwende, an den Hardcore heranführten. Ich spreche bewusst von heranführen,  da Ignites Orange County Hardcore doch eher dem Melodic Hardcore zuzuordnen ist. Was zweifelsfrei an der großartigen Stimme von Zoltán ‚Zoli‘ Téglás liegt.

Dass die Band nicht immer so sanftmütig klang, erfuhr ich, nachdem ich mich intensiver mit ihnen beschäftigte.
War ich doch leider noch ein wenig zu jung, als beispielsweise 1995 ‚Call On My Brothers‘ erschien – was nebenbei bemerkt auch eine super Scheibe ist. Somit hatte ich einiges nachzuholen, was ich dann auch tat.

Okay, die Band stand fest, doch welches Album sollte es werden, hat die Band an sich doch meinen Musikgeschmack nachhaltig geprägt. Meine Entscheidung fiel auf das 2006 erschienende  Album ‚Our Darkest Days‘. Und wie es der Zufall so will, schenkte mir mein wunderbarer Freund genau dieses Album vor kurzem (Danke nochmal 🙂 ), da er wusste, dass ich leider nicht mehr im Besitz  diese Scheibe war.
Sehnsüchtig hatte ich dieses Album erwartet, war ‚A Place Called Home‘ doch schon sechs Jahre zuvor veröffentlicht worden.
Als ‚Our Darkest Days‘ dann endlich erscheinen sollte, steckte ich mitten in den Abivorbereitungen. Super cool lief ich damals mit meinem Ignite-Shirt (was heute noch in meinem Schrank hängt) durch die Schule. Gefühlt war fast jeder im Besitz eines solchen Shirts.
Nach Schulschluss fuhr ich also, passend gekleidet, umgehend in die Stadt, um mir endlich diese Platte zu kaufen. Der Heimweg erschien endlos, war ich doch so gespannt. Als ich endlich Zuhause ankam, steuerte ich natürlich sofort die Anlage an. Mit dem Booklet in der Hand hörte ich es bereits am ersten Tag mehrfach rauf und runter. Ab dem Zeitpunkt lief nichts anderes mehr, tagsüber direkt ins Ohr über meine Kopfhörer, abends aus den Boxen und später auch aus dem Autoradio. Das zog sich über mehrere Monate so hin, was dazu führte, dass ich noch heute jeden einzelnen Song mit“singen“ kann, zum Leidwesen meiner Mitmenschen!

‚Our Darkest Days‘ passt einfach zu jeder Situation und Gefühlslage. Ich konnte es damals super zum Lernen hören (dachte ich damals jedenfalls, heute weiß ich, ich hab eher die Songtexte verinnerlicht). Auf jeder Party stürmte ich die Tanzfläche, sobald einer der Songs ertönte, was übrigens auch heute noch der Fall ist. Perfekte Songs zum tanzen, hüpfen und moshen sowie gemeinsamen gröhlen. Aber auch super zum Autofahren oder auch dann, wenn ich mal einen nicht so guten Tag habe – dieses Album passt bei mir in jeder Lebenslage.

Beschäftigt man sich mit den Texten,  fordern diese zwar nicht gerade zum feiern auf, denn geht es auch auf diesem Album thematisch eher ernst und gewohntermaßen politisch her. Doch stecken diese Songs einfach fast ausnahmslos so voller Energie, da kann man einfach nicht anders. Ignite wissen, auch wenn sie ihre Musik dazu nutzen, um u.a. auf Missstände aufmerksam zu machen und Verluste zu verarbeiten, dass Musik vordergründig  Spass machen soll. Das schaffen sie auf diesem Album zweifellos.
Und wer wie ich schon mal in den Genuss gekommen ist, sich dieses Album live anhören zu dürfen weiß, dass es sogar noch besser geht! Die Platte gibt aber einen sehr guten Vorgeschmack darauf, was einen live erwartet.

Nun freue ich mich noch mehr darauf, Ignite am Freitag auf der Persistence Tour mal wieder live erleben zu dürfen. Trotz des gerade erschienenen neuen Albums ‚A War Against You‘, übrigens der Nachfolger von ‚Our Darkest Days‘, wird es sicher den ein oder anderen Song von dieser Platte zu hören geben.

Wie zu Anfang bereits erwähnt, haben Ignite mich an den Hardcore herangeführt, wofür ich sehr sehr dankbar bin! Habe ich mich dahingehend zwar etwas weiterentwickelt oder auch umorientiert, höre ich dieses Album aber nach wie vor mit Begeisterung und freue mich jedes Mal, wenn einer der Songs irgendwo zu hören ist.

ignitedarkestdayscover

Tracklist:

01. Intro (Our Darkest Days)
02. Bleeding
03. Fear Is Our Tradition
04. Let It Burn
05. Poverty For All
06. My Judgement Day
07. Slowdown
08. Save Yourself
09. Are You Listening
10. Three Years
11. Know Your History
12. Strength
13. Sunday Bloody Sunday
14. Live For Better Days