„Der ZilpZalp ist ein Vogel aus der Familie der Laubsängerartigen[…]ZilpZalpe sind klein, ohne auffallende Zeichnungen und bewegen sich meist gedeckt in höherer Vegetation. Sie fallen daher am ehesten durch den markanten Gesang auf…“ (Quelle: Wikipedia)

Dann wissen wir ja schon mal wie die Dortmunder Jungs zu dem phantastischen Namen gekommen sind, denn markanten Gesang kriegen Till, Eike, Mick und David locker hin, was sie uns gerne ab heute auf ihrem Debüt-Album „…AUF DEN VERSEN“ zeigen wollen – aber aufgemerkt, das gute Stück wird es nur auf Vinyl geben!

Aufgenommen wurde die Scheibe neulich von David Schmitt im beschaulichen Sauerland, für das schicke Cover ist Bianca Abel verantwortlich und erscheinen wird die Scheibe über Tanz auf Ruinen Records, ZilpZalp Records und Trace in Maze Records.

Schon zu Beginn fragt man sich „Wohin ohne Ausblick?“ und die sanfte Instrumentalnummer begleitet mich auf dem Weg in den darauf folgenden Abriss – der „Kundenkannibalismus“ ist nämlich nicht nur ein Wort, sondern zeigt ZilpZalp von ihrer brachialen, schonungslosen und zerstörerischen Seite… sie versprühen Gift und Galle – so darf ein Album gerne beginnen.

Tiefgründig wird es dann auch bei „Dann bleibt doch in eurem wohlverdienten Urlaub“ und ich frage mich wie viel Hass in den Dortmundern stecken muss, dass sie mich so anbrüllen? – aber viel dramatischer wird es dann bei „M&Y“, denn „…Ob ich jetzt springe oder warte. Ist doch egal, wann ich aufpralle.“  motiviert einen ja nicht wirklich zum weiter machen.

Auch wenn die Gitarren und der Gesang beim Anfang von „Aus meinem Glashaus komm‘ ich nur mit Steinen“ irgendwie so klingen, als würden sie nicht zusammen passen, so gefällt mir der Song an sich am besten „…AUF DEN VERSEN“ … ähhh, auf dem Album – ein Stein für jeden Führer und die Idiotien dieser Welt!

Ob man nun das „Plädoyer für einen Traum“ nimmt, oder bei „Très jolie, fregoli“ das „Quecksilber zu Blut wird und aus den Adern quillt“… die Dortmunder machen einem das Überleben aber echt schwer.

Im Endeffekt kann man „Teigmantel und Zwangsjacke“ tragen, ganz am Schluss hinterlassen wir sowieso nur verbrannte Erde – ein „Brachland“ sozusagen, das entsteht wenn das ganze Gerüst um uns herum endgültig zusammen gefallen ist.

Wie schon erwähnt ist „…AUF DEN VERSEN“ die schonungslose Abrechnung mit allem was einen zerstört… und genau in der Form, dass es einen bedingungslos und garantiert zerstören wird – ZilpZalp, macht bloß weiter so!

 

Titel:
1. Wohin ohne Ausblick?
2. Kundenkannibalismus
3. Dann bleibt doch in eurem wohlverdienten Urlaub
4. M&Y
5. Aus meinem Glashaus komm‘ ich nur mit Steinen
6. Plädoyer für einen Traum
7. Très jolie, fregoli
8. Teigmantel und Zwangsjacke
9. Brachland

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ZilpZalp – … auf den Versen (Tanz auf Ruinen/ZilpZalp/Trace in Maze Records, 01.09.2017)
4.3Gesamtwertung