In der Zeit in der ich der Pubertät entschlüpfte hießen die großen Musiker noch Nirvana, Rage Against The Machine oder Pearl Jam. Zu den Helden dieser Zeit gehören auch Therapy? aus Irland  und während andere sich bereits das Hirn weggeblasen, sich aufgelöst oder einfach nur noch Mist produziert haben, ziehen Therapy? ihren Streifen ziemlich gnadenlos durch. Zugegeben, den ganz großen Glanz von den Monsteralben „Infernal Love“ und „Troublegum“ haben die neuen Scheiben nicht mehr parat. Aber Therapy? ist immer noch Therapy? und auch die neuen Platten haben ihren Reiz. Im Zuge Ihrer „Cleave“-Tour haben sie für ein einziges NRW-Konzert in der Coesfelder Fabrik Halt gemacht und ein lustiges Sammelsurium der vergangenen Jahrzehnte auf die Bühne gerbacht. Fast zwei Stunden schweißtreibende Bühnenshow. Chapeau. Alte-Männer-Rock ist das noch lange nicht. Und auch wenn sich das Durchschnittsalter des Publikums (inklusive mir) um die 40 herum bewegt, ging da einiges. Eine Setlist rund um die Klassiker „Screamager“, „Going Nowhere“, „Isolation“, „Diane“ , „Teethgrinder“ oder „Stories“ gespickt um tolle neue Songs wie die aktuelle Single „Callow“ machen halt einfach Spaß.

Die Supportband Formosa aus Essen konnte einem ein bisschen Leid tun. Sie lieferte richtig gut ab, aber so richtig warm wurde die Menge nicht. Hat dann vielleicht doch mit dem fortschreitendem Alter zu tun. Sicher aber nicht mit Formosa, die stampfenden Rock’n’Roll auf die Bühne brachten und gut und gerne etwas mehr Publikumsliebe verdient gehabt hätten. 

 

Photos: Dan