Es ist mal wieder Handwritten-Classics Tag und eigentlich war es mir schon seit meiner ersten „Classics“ ein Bedürfnis das Album der heutigen Band und meine persönliche Geschichte drum herum vorzustellen.

Erstmals aufmerksam wurde ich auf The Clash ungefähr Mitte der 80iger, also quasi kurz vor ihrer Auflösung, was mich im Nachhinein immer noch traurig stimmt! Wie gerne hätte ich Joe (Strummer – Gesang, Gitarre), Paul (Simonon – Gesang, Bass), Mick (Jones – Gitarre, Gesang), Keith (Levene – Gitarre, Gesang) und Terry (Chimes – Schlagzeug) damals einmal live gesehen… und eine Reunion ist seit dem Tod Strummers 2002 ja quasi bis in die Ewigkeit ausgeschlossen.

In der Hochzeit des britischen Punks 1976 gegründet (erste Live-Erfahrungen wurden zu der Zeit als Support für die Sex Pistols gesammelt) kam es schnell zum ersten Vertrag bei CBS und die Geschichte des Punks wurde dank der fünf Londoner um unzählige phantastische Veröffentlichungen erweitert.

Nach dem 1977er Debüt „The Clash“ folgte nur ein Jahr später „Give `Em Enough Rope“ und spätestens mit dem dritten Album, welches bereits zwölf Monate später erschien, machten sich The Clash unsterblich und hätte meiner Meinung nach postum den Ritterschlag verdient… auch wenn sich Unsterblichkeit und postum ja eigentlich ausschließt – geschenkt!

„London Calling“ ist und bleibt für mich „das“ The Clash Album… und trotz drei weiterer späterer Studioalben schon irgendwie sowas wie das inoffizielle „Best Of“, da könnt ihr mir erzählen was ihr wollt!

Schon der Opener „London Calling“ fesselt mich jedes Mal so dermaßen, dass ich heute noch immer den Wunsch verspüre, schon bei den ersten Tönen meine Sachen zu packen, die Zelte abzubrechen und den nächsten Flieger über den Kanal nehmen zu müssen… auch wenn der Song bis zum „geht nicht mehr“ ausgeschlachtet und verwurstet wurde, für mich ist es immer noch „der“ faszinierendste Hit meiner Jugend und ein Grund dafür, warum ich die britische Insel so liebe!

Auch wenn der Text teilweise alles andere als schick ist, wurde Joe doch beim Schreiben des Songs durch den Störfall im US-amerikanischen Kernkraftwerk Three Mile Island inspiriert… die Katastrophe ließ dann ja auch nicht mehr lange auf sich warten, sieben Jahre später in Tschernobyl wurde die Zeile „a nuclear error, but I have no fear“ traurige Realität!

Neben „Hateful“ und „Rudie Can`t Fail“ hat es mir aber besonders „Spanish Bomb“ angetan, dessen Rio Reiser Version mich Jahre später mindestens genauso beeindruckt hat wie das Original aus 1979… ein phantastisches Stück Musikgeschichte, ehrlich!

Aber auch die folgenden Nummern, wie z.B. „Lost in the Supermarket” oder „Clampdown“ zeugen vom hervorragenden Zusammenspiel der Jungs und man hat den Eindruck, dass man nur auf diese „neue“ Art von Musik gewartet hat… besonders die Kombination aus Punk, Reggae und Folk hat es mir schon immer angetan, auch wenn einige spätere Veröffentlichungen schon ein wenig sehr abgedreht waren.

Mein absolutes Highlight bildet quasi die Mitte des Albums, denn „The Gun of Brixton“ ist nicht nur musikalisch ein Glanzstück, auch textlich bzw. politisch ist hier ordentlich „Dampf unter dem Kessel“! – wenn ihr es irgendwann mal in den Süden Londons schaffen solltet, schaut euch Brixton an… ihr werden beeindruckt sein, das kann ich aus persönlicher Erfahrung sagen!

Weiter geht`s über „Death or Glory“ und mit der getragenen Nummer „The Card Cheat“ wird dann der ruhigere Teil des Albums eingeläutet, welcher mit „Four Horsemen“ und „I`m Not Down“ eine andere Seite der Londoner zeigt… besonders der letztgenannte Song kann was, aber richtig!

Die Reggae Nummer „Revolution Rock” dient als wunderbare Einstimmung für das große Finale und mit „Train in Vain“ haben sie sich erneut ein Denkmal gesetzt… ganz groß!

Ach so, noch kurz eine Ergänzung: Einzig die Songs „Rock The Casbah“, „Clash City Rocker“ und „I Fought the Law“ fehlen mir auf meiner The Clash „Best Of“… „Should I Stay or Should I go“ kann ich seit der Ausschlachtung in der Werbung eh nicht mehr hören, als weg damit! 😉

 

Um meine persönliche Erinnerung an The Clash und das Album „London Calling“ nicht ganz außen vor zu lassen, genau zwanzig Jahre nachdem die Jungs einen fulminanten Auftritt beim „Rock Against Racism“ Festival im Londoner Victoria Park zelebriert hatten, durfte ich den heiligen Boden betreten und einem beeindruckenden Festival der `Anti Nazi League´ unter dem Motto „Carnival Against The Nazis“, logischerweise leider ohne The Clash (ich bin untröstlich), beiwohnen!

Vom Layout, auf welchem Paul Simonon beim fachmännischen Zerlegen seiner Bassgitarre abgebildet wurde, bis zu der Songauswahl… für mich ist „London Calling“ das Beste The Clash Album ever!

 

london_calling

Titel:
1. London Calling
2. Brand New Cadillac
3. Jimmy Jazz
4. Hateful
5. Rudie Can`t Fail
6. Spanish Bombs
7. The Right Profile
8. Lost in the Supermarket
9. Clampdown
10. The Gun of Brixton
11. Wrong `Em Boyo
12. Death or Glory
13. Koka Kola
14. The Card Cheat
15. Lover`s Rock
16. Four Horsemen
17. I`m Not Down
18. Revolution Rock
19. Train in Vain (Stand by Me)

The Clash – HOMEPAGE

Joe Strummer Foundation