Sehr geehrtes Tagebuch,

ich habe heute etwas unglaublich schönes erlebt. Und zwar war ich in Bremen. Da hat mein Freund Matze mit dem Tex, ja der von TV Noir, ein TV Noir-Konzert im Tower gespielt. Und wie im Fernsehen war das. Mit Sofa auf der Bühne. Cooler Retrolampe. Einiges an Gesabbel und viel handgemachter Musik mit Seele. Nur nicht in schwarz-weiß. Aber ist klar, oder?

Auf jeden Fall waren es zwei Sets. Jeweils eine Stunde. Leider war der Tex gesundheitlich und vor allem stimmlich angeschlagen. Aber liebes Tagebuch, wo andere super genervt rumgemotzt hätten, war der trotzdem ein total sympathischer und guter Typ. Wollte ich mal erwähnen. Aber die Gesundheit halt. Daher musste er im ersten Set dann auch aufhören. Matze hat erstmal alleine weitergemacht.

Im zweiten Teil ist Tex wieder mit eingestiegen, so gut es ging. Und trotz echt krasser gesundheitlicher Probleme haben da 200 glücklich aus der Wäsche guckende Leute gestanden. Teilweise mit Augen zu. Aber nicht weil die so müde waren. Sonst hätten sie nicht so gelächelt dabei.

Während ich also von einer Gänsehaut zur nächsten gestolpert bin, habe ich immer wieder auf die Leute geguckt. Ging auch gar nicht anders. Es gab nämlich Momente wo sie so leise waren, dass ich gucken musste ob noch alle da sind. Im nächten Moment wurden sie dann aber auch immer gleich wieder laut. Die haben nämlich jedes Lied mitgesungen. Selbst neue Songs von Matze. Und selbst bei denen, also bei Liedern die man vorher nie gehört hat, hatten Leute offensichtlich Pipi in den Augen. Wie geht das? Keine Ahnung. War aber schön. Trotz heulen.

Naja und während ich da so meine Fotos gemacht habe, hab ich mich in dieses Songwriter/Lagerfeuerpunker-Dings wieder neu verliebt. Weißt du? Das ist wie die Frau und der Mann den du schon so lange liebst, den du dann in so bestimmten Momenten anguckst und dir läuft ein wohliger Schauer über den Rücken bis in den großen Zeh. So war das. Nur mit Musik. Und das in Bremen. Im schönen Tower. Bei den schönen Leuten. Ach Mensch.