A Pale Horse Named Death ist das Baby des ehemaligen Drummers von Type O Negative und Life Of Agony (welche er beide mit gründete), Sal Abruscato, der hier singt und Gitarre spielt. 2010 erschien das Debütalbum der Band, drei Jahre später der Nachfolger „Lay My Soul To Waste“ und jetzt hat es doch tatsächlich fast sechs Jahre gedauert, bis man mit dem dritten Streich um die Ecke kommt. Es war wohl viel anderes los im Leben des Mannes. Mittlerweile hat sich auch das Besetzungskarussell gedreht und mit Johnny Kelly sitzt nun Abruscatos Nachfolger bei Type O Negative hinter der Schießbude.

Ob das für den noch verstärkten Einschlag der schwarz-grünen Brooklyn-Bande sorgt? Denn immer wieder lassen die Stücke von A Pale Horse Named Death Gedanken daran hochkommen. Der verzerrte Bass, die schleppenden Grooves, der neblige Sound – alles wie damals, Mitte der 90er. Und doch ist diese Band anders.

Zwar hatte auch Peter Steele einen ausgeprägten Sinn für leichte Melodien, wie sie die Beatles gespielt haben. Doch Sal Abruscato setzt noch stärker auf den Kontrast von düsteren Klängen und zarte Melodielinien, ohne, dass die Sache je zu leichtgängig wird. So ganz nach dem Motto: „Hey, die Welt ist zwar im Arsch, aber so richtig niedergeschlagen wollen wir euch jetzt nicht zurücklassen.“

Der Bandchef definiert das so: „Wenn man superharte Riffs mit gefühlvollen Harmonien paart, stellt sich ein hypnotisches Gefühl ein. Man kann einfach abdriften und sich treiben lassen.“ Ja, das kann funktionieren. Hier aber leider nicht immer vollständig. Denn oftmals agiert die Band ziemlich trantütig und gleichförmig, was selbst den Genuss von treibenden Tracks wie dem knackigen „Love The Ones You Hate“ oder dem abgründigen „We All Break Down“ doch schmälert. Liegt vielleicht auch daran, dass es Sal stark an stimmlichem Charisma mangelt.

Aber sei’s drum, die zweite Hälfte der Platte klingt tatsächlich etwas spannender als die erste, die Kombination aus swingenden Doom und Gothic Metal, Alternative-Rock- und Stoner-Versatzstücken sowie Melodieseligkeit ist nicht verkehrt und gefällt immer wieder mit ihren schwermütigen, warm umhüllenden Momenten. Und überhaupt ist es überraschend mit welcher Lässigkeit man hier den Weltuntergang verkündet. Nur könnten die Songs schon mitreißender sein.

Damit tritt man letztlich dann doch in Teilen das große Erbe von Type O Negative an, auch wenn man mehr als ein bloßer Nachlassverwalter ist!

 

Trackliste:
1. As It Begins
2. When the World Becomes Undone
3. Love The Ones You Hate
4. Fell in My Hole
5. Succumbing to the Event Horizon
6. Vultures
7. End of Days
8. The Woods
9. We All Break Down
10. Lay with the Wicked
11. Splinters
12. Dreams of the End
13. Closure

 

 

Demnächst sind A Pale Horse Named Death auf Tour. Vielleicht kommt die Wucht der Band hier noch eine Spur packender rüber. Hier nachzuprüfen:

27.03.2019 CH Zürich – Bogen F
28.03.2019 Stuttgart – Universum
29.03.2019 München – Strom
30.03.2019 Dresden – Eventwerk
31.03.2019 Berlin – Bi Nuu
02.04.2019 Hamburg – Logo
04.04.2019 Bochum – Rockpalast
05.04.2019 Düsseldorf – Tube
06.04.2019 Mannheim – MS Connexion Complex

A Pale Horse Named Death - When The World Becomes Undone (Long Branch Records, 18.01.2019)
3.5Gesamtwertung