‚Der Norden als Orientierungspunkt für alle, die sich irgendwo verirrt haben oder die im Wirrwarr von Alltag und Routine drohen verloren zu gehen. Schon im Titel „Play Restart“ schwingt dies als hoffnungsvoller Verweis auf einen seelischen Neustart mit.‘ – Zitat Ende –

Klingt ganz schön verschwurbelt, diese Selbstbeschreibung des kroatischen Quartetts Nord. Dabei ist die Musik der Band relativ bodenständig. Man bietet zeitgemäßen (Hard-)Rocksound mit Alternative-Anklängen und einem gewissen künstlerischen Grundverständnis. Ich fühle mich beim Hören etwas an das letzte Album von Blind Ego erinnert, nur dass Nord nicht die Klasse des Projekts von RPWL-Gitarrist Kalle Wallner innewohnt. Man besitzt aber trotzdem ein gutes Händchen für Arrangements und Melodien, wie man bei Songs wie „Play Restart“ oder „Killing Me, Killing You“ (keine Sentenced-Cover!) recht schnell merkt.

Die Basis ist allerdings zeitgemäßer grooviger Rock – nicht zu hart und nicht zu weich. So mancher Titel, wie zum Beispiel das genannten, poprockige „Killing You, Killing Me“, hätte in einer gerechten Welt sogar das Zeug dazu, im Radio gespielt zu werden. Am besten sind Nord aber dann, wenn die Songs etwas raumgreifender oder zupackender sind. Das im Refrain explodierende „So Alive“, das kräftig nach vorne gehende, an manchen Stellen etwas an die Foo Fighters erinnernde „Running Man“ und das atmosphärischer angelegte „Shadows“ sind die Highlights dieses Debütalbums.

Für die ganz großen Weihen empfehlen sich Nord noch nicht. Doch ein Anfang ist gemacht. Und dieser klingt meist ziemlich angenehm.

Fan dieser musikalischen Spielart können noch ein paar Zählerchen draufpacken.

Trackliste:
1. Lo-Hi
2. Running Man
3. Play Restart
4. Shadows
5. So Alive
6. Mexico
7. Killing Me, Killing You
8. Remake

Nord - Play Restart (Geenger Records, 21.04.2017)
3.5Gesamtwertung