Und hier kommt er wieder. Der jährliche Bericht über das quasi eigene Songwriter-Festival. In diesem Jahr noch persönlicher und mit noch mehr Werbung für den Arsch hoch kriegen und mal was machen.

Wie viele wissen, hat ein Teil der handwritten-Crew seinen Stammsitz in Cuxhaven. Cuxhaven glänzt zwar durch die Nordsee, die Elbe und andere landschaftliche Highlights, aber auch durch Leerstand, Ankauf von überteuerten Wohnungen durch zugezogene Rentner und eine traurige kulturelle Szene. Schon vor vielen Jahren haben dann einige Leute angefangen DIY-Punkshows, Songwritershows und anderes Zeug zu veranstalten. Bereits zu dem Zeitpunkt hatte ich immer die Idee eine Songwriterveranstaltung auf einem Schiff durchzuziehen. Klar gibt es sowas z.B. in Hamburg schon. Aber in Cuxhaven, wo Elbe und Nordsee aufeinander treffen, hat das nochmal einen anderen Charme.

Außerdem war für mich vom ersten Tag an wichtig, dass ich Songwriter einlade, die ich persönlich kenne. Mittlerweile hat es sich auch eingespielt, dass die Mitreisenden teilweise das dritte Jahr aus Hamburg, Bremen, NRW und sonstwo anreisen und, dass alles einen sehr familiären Charakter hat. Für mich am Ende ein +- 0 Geschäft, fungiere ich hier eher als Booker und Vermittler für das Schiff, was für mich bei meiner eigenen kleinen Traumerfüllung völlig ok ist.

So. Kommen wir jetzt zu den harten Fakten. Das melancholie maritim 2019 war innerhalb von 15 Stunden ausverkauft. Bumm! Wirken lassen. Regionale Werbung war Fehlanzeige. Warum? Weil mir bei der Tour wichtiger ist, dass die Leute die hier anreisen wegen der Musiker da sind und keine ausschließlich (aber auch) Biertour erwarten und entsprechend Interesse an dem Programm haben. So kam es auch dazu, dass in diesem Jahr die Tickets in die ganze Republik verschickt wurden und Leute aus Hessen, Dortmund, Recklinghausen, der Braunschweiger Ecke, Südniedersachsen und natürlich Hamburg und Bremen anreisten.

Im Vorfeld habe ich meine zwei Leidenschaften verbunden und meine Ausstellungeröffnung „Herzblut“ mit größtenteils Musikerportraits auf den Mittag der Schiffstour gelegt, da so Matze Rossi und Joe Astray bei 30 Grad und Sonne im Alten Fischereihafen erste kleine Warm-up-Kurzkonzerte spielen konnten. Schon hier waren mit ungefähr 120 Besuchern die Herzchen in meinen Augen groß.

 

 

Emotional schon völlig überwältigt und schon 10x durchgeschwitzt ging es dann auf die Jan Cux II. Im Programm waren heute keinheld, Herr Lehmann, Joe Astray, tigeryouth und Matze Rossi.

Ich kann da auch gar nicht viel zu sagen, aber die gut 100 Gäste auf dem Schiff, die grinsenden und teilweise weinenden Gesichter, sprechen Bände. Ich war in meinem Leben auf vielen Konzerten, aber die Stimmung in diesem Jahr auf der Jan Cux II war so unfassbar großartig, dass ich schon ein wenig Angst habe das nicht übertreffen zu können. Auf der Elbe ging es nach einer Hafenrunde auf der Elbe bis Brunsbüttel mit Möwen, riesigen Schiffen neben uns, einem quasi gemaltem Sonnenuntergang und ganz viel Liebe. Ja! Das ist Hippiekram, aber anders kann ich das irgendwie nicht erklären.

Ich bin in gewohnter Weise unruhig über das Schiff getigert und wollte alle einfach drücken, weil ich so überwältigt war.

 

„Heute sind wir alle Piraten!“

 

„Pimmelparade“ hörte ich als einzige Kritik im Nachgang, wenn es um das Lineup ging. Nur männliche Songwriter. Stimmt. Und da habe ich mir in den letzten Tagen auch schon massiv Gedanken drüber gemacht, aber eine Sache kann ich für 2020 versprechen. Und zwar, dass sich das ändern wird.

Hier noch ein paar Impressionen und dann soll es das mit der Schnulzerei auch erstmal gewesen sein.

 

 

 

Fotos: Swantje Hoppmann