Klar, normalerweise kümmere ich mich nicht um solch vollmundige Sachen wir Mundart oder Kölsche Töne, aber heute mache ich da gerne mal eine Ausnahme – bin ich doch eher zufällig an Max Biermann geraten, der nun sein Debüt-Album „Dä Draum vun Köllefornia“ veröffentlicht.

In Köln und Umgebung schon eine feste Größe in der Musikszene, kamen wir bei einem Casting (nein, ihr müsst mich auch weiterhin nicht auf dem Bildschirm sehen – zumindest im Moment noch nicht 😉 ) ins Gespräch und erkannten nicht nur unsere gemeinsame musikalische Vergangenheit bei Bands wie Nirvana und speziell bei Kurt Cobain, sondern Max erzählte mir von seiner „etwas anderen“ Art von Musik, die es nun im Rahmen der Veröffentlichung seines ersten Longplayers ein wenig genauer zu betrachten gilt.

Also dann „Dä Draum vun Köllefornia“ in den Player und alle Knöpfe auf zehn – den Deutsch/Kölsch Übersetzer natürlich direkt daneben… man weiß ja schließlich nicht in welche Sphären mich der Gute führen wird!

Ganz in alter Tradition von Kölschen Urgesteinen wie De Bläck Fööss (dessen ehemaliger Sänger zufälligerweise auch der Vater von Max ist), das Colonia Duett oder auch Wolfgang Niedecken erzählt Max Biermann Geschichten. Geschichten einer Stadt – seiner Stadt… der Stadt in der er in Sichtweite des Müngersdorfer Stadions groß geworden ist, sein Abitur gemacht hat und irgendwann die „Flitsch“ (kein Teufelswerk, nur der kölsche Begriff für Mandoline) für sich entdeckt hat.

Gar nicht platt nutzt er seitdem die kölschen Töne um Freude und Spaß um sich herum zu bereiten – alles auf seine eigene Art und ohne die alten Legenden kopieren zu wollen.

Zugegebenermaßen verstehe ich einen Großteil der Texte auf dem Album nicht wirklich, aber man erkennt gut die Energie und die Spielfreude, die Max an den Tag legt – mit welcher er nicht nur zu Karneval schon viele Kölner begeistert hat.

Ma muss nur janz janz fess dran jläuve – janz janz fess
Un nur janz fess de Däumche drügge – janz janz fess
Dann weed d’r Draum och janz flück wohr
vun Köllefornia
Dann weed d’r Draum och janz flück wohr
vun Köllefornia
(„Dä Draum vun Köllefornia“)

Schaut man sich den Titelsong an, dann ist klar warum man den Übersetzer nicht weit weg legen sollte, oder?! 😉

Ganz nach dem Motto „neben Leber und Milz passt immer noch ein Kölsch“ nimmt Max sein musikalisches Schaffen zwar nicht auf die leichte Schulter, aber sieht auch nicht alles so Bier-Ernst… wo wir dann ja wieder beim Namensgeber des Albums angelangt wären.

Max ist auf jeden Fall ein durchaus höflicher Mensch, wünscht er uns doch artig „Ne wunderschöne Ovend zesamme“ und verabschiedet sich mit einem Kölschen „Maat et joot“ – die zehn Nummern dazwischen sind etwas für Kölner, Anrheiner und alle die musikalisch auch mal ihren persönlichen Tellerrand verlassen. Denn „Am wunderschönen Ebertplatz“ geht so einiges, aber gleichzeitig kümmert er sich auch um die „Mettina us Mettmann“, die wahrlich nichts für Vegetarier oder Veganer ist und sich weniger über Blümchen, als vielmehr über einen Mettigel freuen würde – ala „Fleisch ist mein Gemüse“… so quasi als „Mettizin“.

Das Max Biermann ein echter Kölsche Jung ist, dass merkt man an seinen ganz persönlichen „Heimatliedern“, die ihn mit einem Augenzwinkern über seine große Liebe, die Stadt am Rhein, singen lässt… und als Fussball-Fan macht er sich natürlich auch Gedanken darüber, wo damals „De Häßler Millione“ gelandet sein könnten.

Der jrößte Schatz
den mir Kölsche jemols
verjrave han
Söke deit sich nit lohne,
et jitt doch nur Trone
(„De Häßler Millione“)

Wer also mal wieder Bock auf Spiel, Spaß und Spannung hat oder dem Ernst des Lebens entfliehen möchte, der kann doch eigentlich einfach mal „Dä Draum vun Köllefornia“ eine gute halbe Stunde mitträumen, oder?!

Und ja, ich werde auch weiterhin nichts mit Karneval und solch Gedöns anfangen können… aber man darf gelegentlich durchaus doch mal seinen Horizont erweitern, oder?! 😉

 

Titel:
1. Ne wunderschöne Ovend zesamme
2. Veedelstum
3. Us Nix Jet Maache
4. Et Mettina us Mettmann
5. De Häßler Millione
6. janz janz höösch
7. Wie e Fähnche em Wind
8. Et Mottoleed
9. Am wunderschönen Ebertplatz
10. Ich wör su jähn en Jittar
11. Dä Draum vun Köllefornia
12. Maat et joot

BANDPAGEFACEBOOK