Es ist immer wieder spannend den Werdegang einer Band so eng zu begleiten, wie ich es bei den Jungs von Massendefekt nun schon seit einigen Jahren praktiziere. Angefangen hatte das Ganze für mich mit der Veröffentlichung von „Tangodiesel“, gefolgt vom 2014er Album „Zwischen Gleich und Anders“, mit welchem mich die Düsseldorfer/Meerbuscher endgültig hatten.

Passend zum letzten Album „Echos“, welches 2016 auf Platz 23 der Deutschen-Album-Charts landete und noch einmal eine klare Steigerung zu den Vorgänger-Scheiben brachte, hatte ich damals erstmals die Möglichkeit mich im Rahmen eines Interviews mit Sänger Sebi zu unterhalten.

Fast auf den Tag genau zwei Jahre später erscheint nun mit „Pazifik“ das Meisterstück der sympathischen Punks aus dem Rheinland!

Was man aus Sicht von Massendefekt vom Album erwarten kann und wie es zu dem ungewöhnlichen Titel gekommen ist könnt ihr hier nachlesen – was ich persönlich von der neuen Scheibe halte, dazu gibt es nun an dieser Stelle ein paar warme Worte 😉

 

Fangen wir mal von vorne an… also mit dem Cover!

Entworfen wurde das eher minimalistisch gehaltene Layout erneut von Kay Øzdemir, der neben der Tatsache, dass er sich eigentlich immer für die Cover der Massendefekt-Alben verantwortlich fühlt, erst neulich auch seine Finger bei der neuen Feine Sahne Fischfilet-Scheibe oder auch bei Blut Hirn Schranke mit drin hatte.

Schon bei der ersten Nummer fällt mir auf, dass die Jungs bei den Songs noch einmal eine ordentliche Schüppe draufgelegt und sie qualitativ und vom Zusammenspiel her noch ein paar weitere Prozente rausgekitzelt haben.

Gleichzeitig kommt das Ganze wieder ein wenig dreckiger, rotziger… ja vielleicht sogar etwas aggressiver rüber, als es die Songs auf „Echos“ noch getan haben – und schaut man sich die zweite Nummer „Maschinenmensch“ an, dann scheinen Sebi, Claus, Mike und Alex langsam den Kaffee auf zu haben. Hielten sie sich früher mit politischen Aussagen eher zurück, so ist der Song ein klares Zeichen dafür, dass die Zeit des Schweigens und Wegschauens nun endgültig vorbei ist – Massendefekt beziehen Stellung und zeigen Kante… und das ist auch dringend notwendig!

Sag mir doch bei Gelegenheit einfach mal „Wo Ich Dich Finde“, denn scheinbar bist du immer unterwegs… so ungefähr könnte eine Konversation mit einem der Jungs lauten, haben sie doch in den letzten Jahren sehr viel Zeit auf Tour verbracht – die neuen Gigs stehen ja schließlich auch schon bald wieder an.

Schaut man „Von Horizont Zu Horizont“, dann findet man aber immer wieder auch Sachen die hinten rüberfallen – nämlich die Gedanken an die „gute alte Zeit“… hier haben die Jungs mal ein wenig in der Mottenkiste gekramt und sich gerne zurück erinnert, denn früher war zwar nicht alles besser, aber irgendwie alles doch ganz gut, oder?!

Wenn ich mir „In/die Hölle“ anhöre, dann frage ich mich die kompletten drei Minuten lang, ob die Jungs sich hier ein wenig über die Chemnitzer von Kraftklub „lustig“ machen… ich kann mich aber auch täuschen, wer weiß das schon so genau! 😉

Der „Glanz Der Sonne“ erlischt immer mehr und mittlerweile befindet sich alles scheinbar im „Freien Fall“… gesanglich haut mich die erste Nummer richtig um, geile Gesangsstimme im Mittelpart – hätte ich so gar nicht erwartet… Respekt, Herr Beyer! Im zweiten Song kümmert man sich mit persönlichen Verlusten, die jeder von uns in irgendeiner Art und Weise schon einmal hat über sich ergehen lassen müssen… scheinbar ist doch alles endlich?!

Meine Güte, bin ich ein „Schlechter Optimist“ – das Gegenteil von schlecht ist aber das, was die Jungs gemeinsam mit den netten Menschen von ICONOGRAPHIC da bei dem neuen Video auf die Beine gestellt haben… schaut hier:

Und jetzt mal unter uns, wer kennt das nicht… immer und immer kriegt man sich in die Haare und irgendwie ist alles wie „Feuer Und Eis“. Aber „wenn’s drauf ankommt, sind wir eins“ – selbst das „Niemandsland“ macht zu zweit mehr Sinn, oder?!

Kurz bevor die Scheibe nach knappen vierzig Minuten kraftvoll und deftig energiegeladen „Am Ende“ ist, rechnen die Jungs noch einmal schonungslos mit den dumpfen „Marschierern“ ab und „Zwischen Löwen Und Lämmern“ scheißen sie einen dicken Haufen auf „Schwarz-Weiß-Rot“ und die verkackte „Heimatliebe“… denn egal ist „88“!

Wie bereits erwähnt, ist „Pazifik“ für mich – nicht nur, aber auch speziell wegen der klaren politischen Aussage – das bisher beste Album von Massendefekt und daher geht der Daumen ganz weit nach oben… ich denke, dass die Düsseldorfer mit der Scheibe definitiv den einen oder anderen neuen Fan gewinnen werden.

 

Titel:
1. Pazifik
2. Maschinenmensch
3. Wo Ich Dich Finde
4. Von Horizont Zu Horizont
5. In/die Hölle
6. Glanz Der Sonne
7. Freier Fall
8. Schlechter Optimist
9. Feuer Und Eis
10. Niemandsland
11. Zwischen Löwen Und Lämmern
12. Am Ende

Foto: Dana Blex

 

Schaut euch die vier darüber hinaus doch einfach auf der nun anstehenden Tour an… vielleicht kommt ja auch noch der eine oder andere Festival-Gig dazu – bleibt wachsam! 😉

24.02.18 Düsseldorf, Schiffkonzert
02.03.18 Münster, Sputnikhalle
03.03.18 Hamburg, Gruenspan
09.03.18 Leipzig, Moritzbastei
10.03.18 Dresden, Puschkin
13.04.18 Hannover, Musikzentrum
14.04.18 Berlin Bi Nuu
20.04.18 Frankfurt, Batschkapp
21.04.18 Stuttgart, Club-Cann
27.04.18 Nürnberg, Der Hirsch
28.04.18 Erfurt, HSD Gewerkschaftshaus
22.12.18 Düsseldorf, Mitsubishi Electric Halle

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Massendefekt - Pazifik (MD Records, 16.02.2018)
5.0Gesamtwertung