Jeff Rosenstock ist die eierlegende Wollmilchsau im Side One Dummy Stall. Der Typ kann alles und macht auch alles. Als ehemaliges Mitglied einer Skapunk-Band, hat er mittlerweile zwei Label für die Veröffentlichung befreundeter Bands und treibt seine Solosachen voran. Es kommt mir vor als wär es gestern gewesen, als das Solo-Debut „We cool?“ um die Ecke kam und halb Punkrockhausen überraschte.

Irgendwo zwischen Indie-Punk, Punkrock, Songwriter und Rock treibt sich Rosenstock mittlerweile rum und weitet seine Palette nicht nur im Songwriting aus, sondern packt auch mehr Themen an als bisher.

Einfach kann jeder, aber Jeff Rosenstock kann Authentizität!

Du merkst einfach in jedem Song, dass der Herr Rosenstock auf Vorgaben scheißt und macht was er meint und auf was er Bock hat. Statt die gesamte politische und kritische Platte in ein Punk- Hardcorekorsett zu pressen, gibt es an einer Stelle superschnellen Hardcore („Planet Luxury“), der den Überschuss an einfach allem und den Konsum anprangert und im nächsten Moment einen Akustiksong („to be a Ghost“), der sich immer weiter zum lauten Indierocker aufschaukelt. Und dabei bleibt der gute Jeff immer so gut, dass man ihm einfach jedes der angerissenen Genres als Background zutrauen würde. Mehr Abwechslung geht nicht.

Ein Talent aus jedem Musikbereich das Beste zu nutzen und dabei den Punk im Herzen und auf der Zunge. Die Mischung geht auf und dürfte noch wesentlich mehr Menschen auf den Ausnahmekünstler aufmerksam machen. Gut gemacht!

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1. We Begged To Explode

2. Pash Rash

3. Festival Song

4. Staring Out the Window at Your Old Apartment

5. Wave Goodnight To Me

6. To Be a Ghost…

7. Pietro, 60 Years Old

8. I Did Something Weird Last Night

9. Blast Damage Days

10. Bang on the Door

11. Rainbow

12. Planet Luxury

13. Hellllhoooole

14. June 21st

15. The Fuzz

16. …While You’re Alive

17. Perfect Sound Whatever

 

Jeff Rosenstock - Worry (Side One Dummy, 14.10.2016)
4.3Gesamtwertung