Passend zum zwanzigsten Band-Geburtstag feiern die Rheinberger Punkrocker von Fahnenflucht ab Freitag nicht nur sich, sondern auch ihr neues und damit fünftes Studioalbum „Angst und Empathie“!

Schon von je her kenne ich die Truppe als knallharte und kompromisslose Punkrock-Combo, zu gerne erinnere ich mich an den Auftritt beim „Punk im Pott“ 2009, als ich Fahnenflucht zum ersten Mal live sehen durfte.

Kommt es mir nur so vor oder ist es wirklich so, dass Thomas am Mikrofon noch eine ordentliche Portion mehr Wut und Aggression in die dreizehn neuen Songs gelegt hat, als es noch beim letzten Longplayer „Schwarzmaler“ der Fall gewesen ist?!

Ich glaube schon, denn die Zeiten sind seitdem noch härter und erbarmungsloser, der Hass und der Wahnsinn noch bedrohlicher geworden… mittlerweile ist es ja nicht mehr nur „5 vor 12“, sondern mindestens 10 Minuten später!

Nicht alleine Neu-Basser Dennis trägt seinen rhythmischen Teil dazu bei, dass die Wut über die komplette Albumlänge auf einem hohen Niveau gehalten wird, auch Mole und Rainer an den Gitarren schieben ein gekonntes und derbes Riff nach dem anderen ein.

Aber auch der Mann fürs Grobe, nämlich Schlagzeuger Jan knüppelt sich routiniert durch „Lichterketten“, „Grenzen“ und das „Kapital“… bis es im „Freien Fall“ nur noch um „Kopf oder Zahl“ gehen kann und das „Kind“ die böse „Realität“ vor Augen erblicken kann.

Textlich sind die Jungs von Fahnenflucht immer noch nicht müde die Missstände auf harte und schonungslose Art und Weise auf den Punkt zu bringen… Thomas aggressiver Gesang geht durch den ganzen Körper und man hat die ganze Zeit das Gefühl, er streckt einen jeden Moment mit seiner Stimme nieder!

Aber statt Resignation schreien die Fünf quasi nach Aufbruch und dem Willen, sich den fast nicht zu bewältigenden Aufgaben zu stellen. Es bleibt einem ja auch nichts anders übrig, denn den Dummen wird man keinen Millimeter Raum lassen… so lange das „Licht“ nicht erloschen ist gibt es noch „Hoffnung“!

Also Freunden von deutschsprachigem Politpunk mit derber Ausprägung brauche ich eh keine Empfehlung aussprechen, da ist die Vorbestellung garantiert schon raus… der Rest schaue bzw. höre sich das Video zu „Grenzen“ an und mache sich dann auf den Weg zum Plattendealer des Vertrauens!

Verantwortlich für die Scheibe zeigt sich Matthias Lohmöller, der sich auch schon um `Chuck Ragan´, `Zaunpfahl´, oder `Duesenjaeger´ gekümmert hat… erscheinen wird „Angst und Empathie“ als CD, limitierte farbige LP+MP3 und Digital Download.

 

index

Tracklist:
01. Lichterketten
02. Todesmelodie
03. Taube
04. Grenzen
05. Kapital
06. Freier Fall
07. Kopf oder Zahl
08. Kind
09. Realität
10. Identifikation
11. Tunnel
12. Licht
13. Hoffnung

 

Fahnenflucht live:
28.05.16 (D) Oberhausen, Druckluft
17.06.16 (D) Köln, Sonic Ballroom
18.06.16 (D) TBA
01.07.16 (D) TBA
02.07.16 (D) TBA
08.07.16 (D) Osnabrück, Bastard Club
09.07.16 (D) Potsdam, Freiland Ultrash
22.07.16 (D) Düsseldorf, Pitcher
23.07.16 (D) München, Backstage – Free & Easy Festival
05.08.16 (D) Göttingen, Juzi
06.08.16 (D) Berlin, Resist to Exist Festival
02.09.16 (D) Koblenz, Circus Maximus
03.09.16 (D) Dortmund, Bunt statt Braun Festival
…weitere Daten folgen!

BANDPAGE

Fahnenflucht - Angst und Empathie (Aggressive Punk Produktionen, 13.05.2016)
4.5Gesamtwertung