Es bereitet mir immer Freude, talentierten Musikern beim Wachsen zuzuschauen. 2016 stolperte ich beim zweiten Cardinal Sessions Festival erstmals über Fil Bo Riva. Noch als Duo, spielten sie im Innenhof vom Gebäude 9. Jungfräulich ergriffen war ich hin und weg. Im Jahr darauf waren sie anlässlich der c/o pop in Köln zu Gast im Stadtgarten. Nachdem sie letztes Jahr dann an zwei aufeinander folgenden Tagen das Gebäude 9 ausverkauften, gelang ihnen dies nun dieses Jahr mit dem Gloria.

 

 

Verschwiegen habe ich in meiner Auflistung ihren Auftritt beim letztjährigen Golden Leaves Festival. Verschwiegen, da ich dort erstmals nicht hin und weg war. Meine Erwartungshaltung kollidierte mit der musikalischen Weiterentwicklung. Es war ein musikalisches spannender, guter Auftritt. Aber es war nicht mehr ausschließlich die Musik der Anfangstage, das Raue. Entsprechend schraubte ich meine Erwartungen für den Köln Gig herunter.

Als Support war Lisa Morgenstern dabei. Um zwei Uhr nachts in Ferropolis oder auf den Bachstelzen in Lärz wäre ich verzaubert. Um 20 Uhr abends im Gloria konnte ich die musikalische Leistung anerkennen, ein Funke wollte aber nicht überspringen.

 

 

Dann betraten Fil Bo Riva die Bühne und füllten das Gloria vom ersten Ton an mit ihrer Präsenz. Mit vorab gebrochener Erwartungshaltung konnte ich nun auch die neuen, anders klingenden Stücke von „Beautiful Sadness“ genießen, war nicht verwundert über längere Synthieparts oder fast schon Tanznummern. Nein: ich genoss es sogar. Fil Bo Riva scheinen nun – trotz immer noch schüchterner Interaktion mit dem Publikum – auf den großen Bühnen der Republik angekommen zu sein. Und diese großen Bühnen stehen ihnen phantastisch.

 

 

Dementsprechend freute ich mich nach der Zugabe darüber, Fil Bo Riva bereits Ende August im Rahmen des At The B-Sites Festival im Kölner Jugendpark wiederzusehen. Ihr Auftritt im Gloria schrie nämlich nur so für das Format Kopfhörer-Festival.