Hört man den Namen Epitaph denken die meisten wahrscheinlich an die altgediente, deutsche Hardrockband. Um diese dreht es sich hier aber nicht. Diese Epitaph sind eine italienische Doom-Band. Wirklich kreativ war der Vierer in seiner Namensfindung schon mal nicht. Neben ihnen gibt es sogar noch 25 andere Truppen mit derselben Buchstabenfolge in den Metal-Archives.

Die Geschichte der Truppe geht aber schon ein paar Jahre zurück. Zwischen 1988 und 1994 veröffentlichte man mehrere Demos, bevor dann Schicht im Schacht war. 2012 schlug man dann allerdings wieder in der Szene auf und brachte vor drei Jahren schlussendlich doch noch sein Debütalbum heraus. Vor kurzem folgte mit „Claws“ der nächste Streich.

Epitaph spielen altmodischen, kernigen Metal, an der Schnittstelle zwischen Heavy und Doom. Die Sabbath-Schule hat durchaus ihre Spuren hinterlassen – vielleicht auch eher spezielles Material wie Witchfinder General oder Pagan Altar. Ganz gewiss hört man eine Verwandtschaft zu Pentagram heraus. Die Italiener klingen vergleichbar kauzig und urwüchsig. Eine dezent okkulte und vor allem düstere Atmosphäre durchzieht die Nummern der Truppe. Und diese sind oft gar nicht so einfach zu fassen. Durchaus mit einem lässig-rockigen Groove versehen, geht man sich immer den geradlinigen Weg. Von ganz großen Hooks nimmt man Abstand, Sänger Emiliano Cioffi hat aber auch die theatralische Keule eines Messiah Marcolin (Candlemass) drauf. Insgesamt klingt alles immer ein bisschen schräg, alles ein bisschen abseitg.

Und genau das macht den speziellen Charme von Epitaph aus. „Claws“ ist nichts für die Masse, aber etwas für Spezialisten, welche die im Text genannten Bands mit Genuss bereits zum Frühstück verspeisen.

Trackliste:
1. Gossamer Claws
2. Waco The King
3. Sizigia
4. Wicked Lady
5. Declaration Of Woe

Epitaph - Claws (High Roller Records, 22.09.2017)
3.5Gesamtwertung