Endlich stand mal wieder eine Chuck-Ragan-Show auf meiner Konzertliste. Und dann auch noch zusammen mit Matze Rossi als Support. Matze ist wohl der Musiker, den ich 2017 am meisten live gesehen habe und es ist immer noch jedes Mal ein Highlight. Und für dieses Lineup kann man dann auch mal fix nach Münster fahren.

Leider war das Konzert dieses Mal nicht im Skaters Palace, sondern in der Sputnik Halle, die auch komplett ausverkauft war. Leider, weil ich den Skaters Palace zum einen für sein großartiges Licht und vor allem seinen Fotograben schätze, erst recht, wenn die Konzerte ausverkauft sind. Als ich ankam war die Halle auch schon gut gefüllt und meine Befürchtungen bewahrheiteten sich, die ersten Reihen waren bereits gnadenlos besetzt. Auch das „3 Lieder und kein Blitz“ durch den Türsteher am Eingang erheiterte meine Laune nicht grade. Auf den Blitz kann ich gut verzichten, aber die 3-Lieder-Regel ist mir bei Konzerten im Punk-Umfeld immer wieder ein Rätsel, wir sind hier ja nicht bei Justin Bieber.

Nun gut, also das Beste draus gemacht. Bei Matze Rossi wild zwischen den Hinterköpfen der vor mir stehenden Leute durchfotografiert. Das war einer der Momente, wo ich gerne 10 cm größer wäre. Die netten Mädels in der ersten Reihe haben mir leider erst am Ende vom dritten Song angeboten, dass sie mich nach vorne lassen. Schade, aber für den Auftritt von Chuck hatten wird das auch direkt mitgeklärt (Vielen Dank nochmal an Euch! Ich weiß ja jetzt, dass ihr die Seite hier lest!).

Schöne Überraschung: Chuck kam direkt in Matzes Set mit auf die Bühne und hat zusammen mit ihm den Hot-Water-Music-Song „At The End Of A Gun“ gesungen. Matze hatte sein etwa halbstündiges Set mit relativ schnellen Nummern gefüllt. Etwas unüblich, wenn man ihn schon mehrfach live gesehen hat, passte aber gut zu der Musik, die noch folgen sollte.

Nach einer kurzen Umbaupause kam dann Chuck auf die Bühne und spielte dann eine gute Mischung durch seine komplette Schaffensphase inklusive einiger Hot-Water-Music-Nummern und einem Rocky-Votolato-Cover. Letzteres ebenso wie Matze Rossis Song „Best Friends“ auch zusammen mit Matze. Überhaupt haben sich die beiden die Bühne ziemlich oft geteilt, es kam fast schon Revival-Tour-Stimmung auf. Chuck hatte ziemlich gute Laune und die Ansagen waren gefüllt mit Anekdoten über die Gegend in Kalifornien in der er wohnt, seine Familie, Freundschaft und viele, viele andere Themen.

Nach einem ziemlich langen Set, das irgendwie aber dennoch gerne hätte um einiges länger sein dürfen, verabschiedete Chuck sich sichtlich glücklich vom Publikum und hinterließ wohl nicht nur mich mit Vorfreude auf die Hot-Water-Music-Konzerte im nächsten Jahr und gleichzeitig den Wunsch, dass es bald mal wieder eine „Revival Tour“ auf deutschem Boden geben muss.

Fotos: Nico Ackermeier | www.facebook.com/honeymilkphotography | www.honeymilk.de | www.instagram.com/nicohonigmilch