File under: Stoner Rock. Dabei ist dem Dortmunder Quartett Black Vulpine dieses enggesteckte Genre schon zu klein – oder sie klingen im Vergleich zur mannigfaltigen Konkurrenz etwas zu anders. Das hat man mit seinem Debütalbum „Hidden Places“ vor vier Jahren schon bewiesen und „Veil Nebula“ macht es noch deutlicher.

Wer den typischen Wummer-Sound möchte, bekommt ihn hier auch. Tiefergelegte, warme Gitarrenriffs, bollernde Drums, heavy Sound, leicht psychedelisch und abseitig. Was Black Vulpine unterscheidet, ist vor allem der Gesang. Sarah Voß (nebenbei auch noch Gitarre) hebt sich mit ihrer betörenden Stimme komplett von jedem Stoner-Klischee ab. Mal hauchend, dann wieder verführerisch, introvertiert oder selbstbewusst angehoben gibt sie der Musik einen ganz ungewohnten, aber interessanten Dreh. Kein Wunder, dass die Band die Stimme komplett in den Vordergrund stellt.

Hinter dem Gesang ist aber eine harte, unwiderstehliche Groovemaschine am Werk. Hier etwas Psychedelik („Dread“), dort ein Hauch von Doom („The Painting“), etwas lockerer Swing gepaart mit altmodischem Rock („A Lucid Dream“) sorgen zum Beispiel für Abwechslung. Trotz klarer Schiene versucht man etwas Abwechslung in die Chose zu bringen. Kleine, feine Hooks lassen einen genauer hinhören.

Black Vulpine ist mit „Veil Nebula“ ein gutes, auch etwas überraschendes Album gelungen, welches man nur zu gerne in die Stoner-Schublade stecken möchte, ihm diese Schublade aber viel zu eng ist. Daumen hoch!

 

Trackliste:
1. Limbus
2. In The Dawn
3. Foredoomed
4. Dread
5. The Painting
6. Haunted House
7. Hollow
8. Minotaur
9. A Lucid Dream
10. Liar
11. Uprooted

 

Black Vulpine - Veil Nebula (Moment Of Collapse Records, 01.03.2019)
4.0Gesamtwertung