Wer die österreichischen Punks von Antimanifest bisher noch nicht auf dem Schirm hatte, der darf sich glücklich schätzen, dass sich das jetzt ändert!

Denn nachdem sich die Grazer bereist durch ein Demo-Tape und eine Split-EP ins Rampenlicht gespielt hatten, geht es nun mit dem Debüt-Album „Am Ende Aller Tage“ wuchtig in Richtung des deutschsprachigen Punkrock-Throns – was bei den aktuell geilen Bands des Genres durchaus eine Aufgabe ist.

Aber wenn ich mir die zehn Nummern auf dem Album anschaue, dann haben Antimanifest hiermit auf jeden Fall die Chance, sich auf Dauer einen Namen zu machen… und Bands wie …But Alive, Pascow oder Muff Potter (die man hier auch gerne mal als Vergleich aufzählen darf) haben ja schließlich auch nicht ganz oben angefangen, gell?!

Druckvoll intoniert lassen die Song musikalisch nichts zu wünschen übrig und bilden einen breiten Teppich, auf welchem sich Sänger Kevin wunderbar wohl zu fühlen scheint. Überhaupt beeindruckt mich, dass die Energie und das Tempo – trotz der Tatsache, dass die Jungs nur zu dritt unterwegs sind – über die komplette Länge des Albums aufrecht gehalten werden kann.

Vom basslastigen Opener „Neonstarter“, über die „Kaugummiromantik“, bis hin zur Frage nach dem „Vielleicht“ – voller Abwechslung und textlichen Schlägen in die Magengegend geht es hier zur Sache und auch wenn Kevin, Siegi und Rensch eine klare politische Meinung vertreten, so passiert das Ganze nicht mit erhobenem Zeigefinger und mit platten Attitüden – hier darf man gerne auch mal genauer hinhören und sein Gehirn anstrengen… nix mit versoffenem Parolen-Punk, die Scheibe hat Tiefgang!

Aber auch der Spaß darf hier nicht zu kurz kommen, denn „Freitag, Samstag, oder so“ geht es traditionell nun mal zum Feiern… da machst du nix, das hat man sich ja dann auch verdient!

Melodisch und mit Volldampft geht es dann mit „Wie Liebe nur leiser“ weiter und auch wenn man diese „früher war alles besser!“ Floskel ja eigentlich nicht mehr hören kann, aber irgendwie war doch alles anders… vielleicht nicht besser, aber anders gut!

Im Blister“ kann man auch gut und gerne mal sozial- und gesellschaftskritische Töne von sich geben… und das auch noch schön rotzig und verwaschen, ist ja schließlich alles gut verpackt – die Nummer hat was!

Was soll ich sagen, mir gefällt „Am Ende Aller Tage“ ausgesprochen gut, denn so schön frisch und unverbraucht wie die Songs rüber kommen fühlt man sich wohl… besonders das derbste Stück „Dann gilt (R.T.B.A.M)“ hat es mir angetan – gut, die gesprochenen Worte hätte ich jetzt nicht gebraucht, aber was soll`s.

Die „Steine aus Granit“ rechnen mit dem Leben ab und man fragt sich immer wieder „Wofür“ man das eigentlich alles gemacht hat, oder?! Denn „Am Ende Aller Tage“ kräht eh kein Hahn mehr danach…!

Kurzes Fazit: Leute greift zu… schon Marcus Wiebusch kämpfte damals schon mit …But Alive und seinem „Anti-Manifest“ für ein besseres Leben, die österreichischen Namensvettern könnten hier etwas zu beitragen.

 

Titel:
1. Neonstarter
2. Kaugummiromantik
3. Freitag, Samstag, oder so
4. Wie Liebe nur leiser
5. Im Blister
6. Vielleicht
7. Dann gilt (R.T.B.A.M)
8. Steine aus Granit
9. Wofür
10. Am Ende aller Tage

 

Hier noch schnell die Tourdaten, gell?!

14.02.18 Graz – Music House (mit Schrairaum, Deadends)
16.02.18 Nürnberg  – P31 (mit Missstand)
17.02.18 Meiningen – Kunsthaus (mit Missstand, Stockkampf)
18.02.18 Leipzig – Stö (mit Missstand)
19.02.18 Berlin – Schokoladen (mit Missstand, Schelm)
20.02.18 Hamubrg – Rote Flora (mit Missstand)
21.02.18 Hannover – Stumpf (mit Missstand)
22.02.18 Wiesbaden – Sabot (mit Missstand, Skinpin)
23.02.18 München – Kafe Marat (mit Missstand)
24.02.18 tba (mit Missstand)

Foto: Bernhard Wimair

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Antimanifest - Am Ende Aller Tage (Twisted Chords/Broken Silence, 19.01.2018)
4.6Gesamtwertung