„Ey hör dir mal Abramowicz aus Hamburg an!“

„Hast du Abramowicz schon gehört? Genau dein Ding!“

„Da gibt es ne Hamburger Band, die so klingen wie Gaslight heute noch klingen sollten!“

So oder so ähnlich haben in den letzten Monaten einige Gespräche an den Theken meiner Lieblingsbars angefangen. Und so bin ich nicht drumrum gekommen mir die Wahlhamburger anzuhören und muss sagen, jo. Was schon beim Opener „Edith“ sofort auffällt, ist die Stimme von Sänger Sören, die an gute alte Zeiten erinnert, als die Helden der Heartrockbands, die mit ihren Songzitaten soviele Arme und Beine von bärtigen Karohemdträgern zieren, noch keine Herzen auf ihren Covern hatten und glatter als die letzte Jeanette Biedermann-Platte rüberkamen.

Der große Pathos, die Lyrics voller Themen weit weg von pseudoelitären Szenen und mit dem Herz an der richtigen Stelle überzeugen auf ganzer Linie. Endlich trifft einen mal wieder melancholischer Punkrock mit Faust in der Tasche geballt so, wie es nur ein „59 Sound“ damals schaffte.

Mit souligen Parts, die an die besseren „The-Bands“ von der Insel erinnern, mit einem Fuß beim Springsteen in der Haustür und einer dicken fetten Portion Punkrock begeistern Abramowicz auf dem 9 Song starken Minialbum durchgehend. Ob nun „Bluestown“ oder „Call the Judges“, die Songs stechen einfach durch ihre großartigen Melodien, den kernigen Gesang und viel viel Herzblut aus den vielen momentanen Veröffentlichungen heraus.

Nach mehrfachem Durchhören hab ich mir noch überlegt, was ich nun als Anspieltipp raushauen soll. Geht nicht. Alles geil. Beim ersten Durchhören werdet ihr schnell merken, dass hier keine Lückenstopfer dabei sind. Keine so oder so ähnlich wie der Song davor. Jeder der 9 Songs ist großartig geschrieben, gespielt und produziert. Ich bin hier ein wenig aus dem Häuschen und wittere große Herzschmerzpunkluft! Vielen Dank nach Hamburg! Fan! Echt!

Die schönen Menschen sind übrigens auf Tour. Hier könnt ihr live reinhören:

19.05. DE – Köln – Underground (Releaseshow)
25.05. DE – Münster – Hawerkamp Festival
26.05. DE – Berlin – Cassiopeia (Releaseshow)
27.05. DE – Hamburg – The Rock Café (Releaseshow)
28.05. DE – Braunschweig – B58 Fest
02.07. DE – Enkirch – Fallig Open Air
06.08. DE – Elsdorf – Oakfield Festival
10.08. DE – Hamburg – Knust Acoustics
17.09. DE – Karlsruhe – Substage
26.11. DE – Oberhausen – Pressure Air Festival
COVER
  1. Edith
  2. High Seas
  3.  Bluetown
  4.  Call The Judges
  5.  Celebration Day
  6.  Generation Restless
  7.  Pablo
  8. Across The River
  9.  Polaroid

 

 

Abramowicz - Call The Judges & Generation (Uncle M Music / Sportklub Rotter Damm / Believe Digital, 20.05.2016)
4.8Gesamtwertung