Da sind sie, beziehungsweise da ist er wieder. Alle paar Jahre schart Kory Clake ein paar Musiker um sich und veröffentlicht unter dem Namen Warrior Soul ein neues Album. Dass ich von den letzten Alben sonderlich begeistert gewesen wäre, dass mag ich nun nicht behaupten. Alles ordentliche Dinger, aber an Alternative-Rock- oder Metal-Monumente wie „Last Decade Dead Century“, „Drugs, God And The New Republic“ oder meinen Favoriten „Salutations From The Ghetto Nation“ konnte man zu keiner Zeit anknüpfen.

Das neue Album „Back On The Lash“ versucht das glücklicherweise auch nicht, hätte Herr Clarke sich einen anderen Namen für die Band überlegt, wäre das dem Album vielleicht auch dabei hilfreich gewesen den Vergleichen mit der Vergangenheit aus dem Weg zu gehen.

Das Intro „American Idol“ klingt musikalische noch am ehesten nach alten Zeiten. Atmosphärisch, ein wenig Delay auf dem Gesang. Das ist ein guter Start. Zum Gesang möchte ich hier an dieser Stelle auch einen Kommentar lassen. Einen großen Reiz hatte Clarkes Stimme früher immer dann, wenn sie im Verlauf eines Songs gebrochen ist und von klarem in einen dreckigen Gesang überging. Das gibt es hier nicht zuhören, hier gibt es nur noch Dreck in der Stimme, was aber zu den Songs passt.

Wenn das erste Riff von „I Get Fucked Up“ ertönt ist automatisch der Vergleich mit AC/DC da. Das ist mit Sicherheit nicht die schlechteste Referenz, liegt aber aufgrund der Vergangenheit der Band auch nicht eben auf der Hand.

Und so geht es aus weiter. Das Album präsentiert Rockmusik welche auf simplen Riffs basiert und auch funktioniert. Punkanleihen hört man seltener raus als früher.

„Back On The Lash“ ist kein schlechtes Album, aber es ist kein Longplayer wie ich ihn mir von Warrior Soul vorstelle. Freunde des Riff-Rocks können bedenkenlos zugreifen, ich habe mit dem Album so meine Probleme!

1. American Idol
2. I Get Fucked Up
3. Back On The Lash
4. Further Decay
5. Thrill Seeker
6. Goin Broke
7. Black Out
8. I Got The Rock
9. That’s How We Roll

Warrior Soul - Back On The Lash (Livewire/Cargo Records, 01.12.2017)
3.5Gesamtwertung