Am 27.01.2017 hatte Viva Con Aqua Stade zur zweiten Runde der Wassernacht, also einer Benefiz-Show nach Stade in den Alten Schlachthof geladen.

Zu meiner großen Freude stand dieses Mal für einen kleine Eintritt Mighty Day Times, Leto und Abramovicz auf dem Plan. Besonders Abramowicz, die ein großartiges Album abgeliefert haben im letzten Jahr, waren für mich mega spannend live. Und auch Leto, die unser Handwritten-Rockfest im Oktober besuchten, waren die Reise wert.

Kurz zur Location… der Alte Schlachthof in Stade blickt auf eine lange Tradition zurück und wurde immer wieder modernisiert und angepasst. Als Teil der Stadt Stade und nicht etwa ein autonomes Jugendzentrum, musste leider immer wieder Kleinstadt-Like auf Lärmschutz, Bässe und Co geachtet werden, was dem Drücken im Magen über den ganzen Abend ein wenig schaden sollte.  Die Größe vom Schlachthof ist für Kleinstadtverhältnisse schon enorm. An diesem Abend wurde hinter dem FOH schlauerweise abgehängt, so dass dahinter eine kleine Lounge mit Sofa aufgebaut wurde. Gute Idee! Leider war trotzdem nicht viel los. So gut die Anbindung von Stade an den HVV-Bereich Hamburg auch ist, so schlecht ist die andere Seite. Man kommt als Hamburger wunderbar mit der S-Bahn nach Stade, aber warum sollte man das tun? Hervorzuheben wäre auch noch die Zusammensetzung des Publikums. Ich glaube Abramovicz sehen selten Männer im mittleren bis hohen Alter, die mit Discofoxtanzschritten und in die Hose gestecktem Hemd zu ihrer Musik tanzen.

Auch war ich ein wenig vom Licht enttäuscht. Nicht von der vorhandenen Lichtanlage, weil die keine Wünsche offen lässt, aber eher vom technischen Händchen des Zuständigen. So waren die erste zwei Auftritte lang die Frontmänner/Sänger komplett im dunkel. Du hast quasi eine Band und einen Sänger ohne Kopf jeweils gesehen. Sehr verwunderlich, wo doch zwischendurch, vermutlich aus Versehen, immer mal wieder gutes Licht zu sehen war. Hat mich als Fotograf geärgert, aber wie ich hörte, war das auch von Besuchern mehrfach zu hören.

Und so startete die Wassernacht mit weniger Menschen als gewünscht, dafür aber mit großartiger Musik.

Leto machten den Anfang und begeisterten mich sofort wieder mit ihrem modernen Punk, der in Richtung Captain Planet und Co geht. Wenn man denn Schubladen auspacken. Das war wieder so ein Abend, wo ich mich mehr konzentrieren musste beim Fotografieren, weil man einfach die Songs kennt und ständig mitsingt.

Die für mich bisher unbekannten Mighty Day Times waren danach dran und mit Spielfreude und technischem Können zauberten die Jungs aus Buxtehude dann auch ein bisschen „The“-Band in die norddeutsche Provinz. Ich würde mich mal weit aus dem Fenster lehnen und die Jungs im Indie verorten.

Abramowicz waren dann der krönende Abschluß und das echt im besten Sinne. Meine erste Liveshow mit den Herren und was da an Heartland-Punkrock um die Ecke kommt, ist schon echt eine Besonderheit in deutschen Breitengraden.

Es wurde sich durch so ziemlich alle Songs der Platte gespielt und man merkte das die Band wieder hungrig auf Shows ist. So machen die einzelnen Mitglieder, trotz relativ jungem Alter, den Eindruck, als würden sie seit 30 Jahren nix anderes als Punkshows machen. Jede Bewegung sitzt und jeder Song sitzt zwar, hat aber standesgemäß Ecken und Kanten , die diese Songs ja gerade so spannend machen.

Aus privaten Gründen musste ich mich dann kurz vor Ende der Show auf die einstündige Rückfahrt machen und war von Organisation und Bands begeistert. Vom Stader Publikum leider nicht so, weil es einfach fast nicht da war. Also… geht mehr auf Konzerte! Prost!