Die Berliner Val Sinestra haben 2015 ihre erste 5 Track EP veröffentlicht und bereits da für aufmerksame Redakteure in diversen Redaktionen gesorgt. Der wütende Mix aus Hardcore, Punk und Rock’n’Roll boxt dir bei eurer ersten Begegnung unaufgefordert in den Magen und lässt dich atemlos und staunend zurück.

Auf „Unter Druck“ ist der Albumtitel auch Programm. Deutsche Texte, die den aufmerksame Hörer an gewissen Stellen an Punkbands wie Love A, Pascow und Co. erinnern, aber irgendwie doch nicht so richtig in die Punkschublade passen.

 

Gleich der Start vom Opener „Zwei Finger“ lässt mich Richtung Holland und zu Bands wie John Coffee oder aber Peter Pan Speedrock gucken. Und doch bricht der Sound, auch wegen der durchdachten Texte, immer wieder aus und will sich nicht so richtig einfach lassen. Besondes packen einen die Momente, in denen Sänger Christopher Koch komplett ausbricht und ins Schreien ausbricht, was in der Regel in den Songaufbau wie Arsch auf Eimer passt. Die Gedanken bei den ersten Durchgängen von „Unter Druck“ kreisen automatisch um Liveshows, weil die arschtretende Musik von Val Sinestra zwar schon laut im Auto großartig ist, aber wohl live nochmal ganz andere Dimensionen annimmt. Hört man. Oder bilde ich mir ein. Kein Plan. Auf jeden Fall macht das Album Bock auf Bier und auf Liveshows.

 

„Deutschland, deine Kinder sind krank!“

 

Und auch wenn ein Songtitel wie „Allein zu Zweit“ mich nicht gerade vor Überraschung in die Luft springen lässt, ist das bei dem Sound auch völlig egal. Das Gesamtbild von diesem Album ist einfach ein großartiges Debut, was mit Ecken, Kanten und „auf die Fresse“ präsentiert wird. Genau das stell ich mir unter der Ankündigung „Hardcore Rock’n’Roll“ vor.

01. Zwei Finger
02. Wer sich erinnern kann war nicht dabei
02. Deine Stadt
04. Kein Argument
05. Skandal
06. Auf der Suche
07. Nichts hält mich auf
08. Allein zu Zweit
09. Vitamin B
10. Hundertachtzig
11. P.A.N.I.K.

Val Sinestra - Unter Druck (Concrete Jungle Records, 24.02.2017)
4.3Gesamtwertung