Anfang 2016 erschien mitNocturnal Masqueradedas letzte Album der Band aus Asbury Park und damit legten sie die Latte in Sachen Härte, Songwriting und hymnischem Death Metal recht hoch. Nach vielen Liveshows und diversen Achtungserfolgen kommt jetzt mit „Phantom Amour“ der mit Spannung erwartete Nachfolger.

 

 

Gleich beim Opener „HVY“ fällt auf, dass wir es mit weniger Geschrei als auf dem Vorgänger zu tun bekommen. Bei anderen Bands von mir mehr als kritisch gesehen, passt die Wanderung zwischen wütenden Gitarrenwänden, verzweifelt gehauchten Strophen und eingestreuten Melodien aber ziemlich gut. Die Songs verlieren dadurch nicht an Energie, gerade weil es mit „The Shadow“ auch gleich laut und wütend weitergeht.

Wenn wir mit „Let it ride“ anschließend auf eine Reise gehen, die mich zuerst stark an Alternative und Nu Metal erinnert, wechselt man anschließend gleich wieder in das bekannte Muster, was mich zwischen Kopfkratzen und „Naja, funktioniert auch ganz gut“ hin und her wechseln lässt.

Mit „Jubilee“ und „Snow“ haben die Herren dann auch noch zwei ruhige Songs, fast schon Balladen mit auf das Album gepackt. Hier will ich zwar als erste Reaktion den großen Minuspunktehammer schwingen, aber was sie da machen, klingt wirklich gut. Verdammt! Die zugänglichen Rocknummern gehen, nicht zuletzt wegen der großen Gesangsstimme von Justin Matthews, sofort ins Ohr. In den Zwischenzeilen, wie etwa bei „Vagabond“, bedient man auch wieder gewohnt wuchtig die Freunde der lauteren Gitarren.

Insgesamt haben sich die Herren hier zwar wesentlich vom Sound des letzten Albums entfernt, liefern aber immer noch ein gutes Rockalbum ab. Das Geschrei ist mittlerweile fast komplett aus den Songs verschwunden und die ruhigen Momente haben die lauten Gitarrenwände zum großen Teil vom Album verdrängt. Ich hätte mir nach dem Vorgänger etwas anderes erhofft, aber um es komplett auszublenden, ist es dann doch zu gut. Reinhören sollte man auf jeden Fall!

 

 

  1. HVY
  2. The Shadow
  3. Let it ride
  4. Phantom Amour
  5. Red
  6. Adenium
  7. Jubilee
  8. Paris
  9. Piet
  10. Snow
  11. Vagabond
  12. Futile
  13. Facing East From Western Shore
Toothgrinder - Phantom Amour (Spinefarm Records, 10.11.2017)
3.5Gesamtwertung