Das Trio Lewis & The Strange Magics hat sich im Sommer 2014 im sonnigen Barcelona, Spanien, gegründet. Ein Jahr später lag schon das Debütalbum „Velvet Skin“ vor. Die junge Band fackelt also nicht lange. Der gebotene Retrorock klang sympathisch, konnte letztendlich aber dann doch nicht so richtig mitreißen. „Evade Your Soul“ soll es da besser machen.

Bei Lewis & The Strange Magics sind allerdings nur die drei aufspielenden Musiker jung. Der Sound der Gruppe klingt steinalt. Einmal wieder müssen die späten 60er und frühen 70er als Inspiration herhalten. Handfester Retrorock mit einer nicht zu verachtenden psychedelischen und fuzzigen Kante steht auf dem Programm. Als textliche Inspiration dienten alte Kultfilme und Okkultismus. Texte über menschliche Perversionen sorgen so für das richtige Maß an Atmosphäre.

Die Mucke tönt meist recht locker. Viele Songs swingen angenehm. Dabei trifft die Schwere von Black Sabbath immer mal wieder auf die Harmoniesucht der Beatles oder amerikanischer Westcoast-Sounds. Mal bluesig mit einem hohen Fuzz-Anteil im Sound, dann wieder heavy gemäß der Iommi-Schule, wird hier in die Axt gehauen. Und zuletzt wären da noch die altmodischen Orgelklänge, die sich immer wieder ihren Weg bahnen.

Ist schon irgendwie charmant. Man nehme mal „Ugly Face“. Die Kombination aus kratzend stoischem Groove und hüpfenden Beatles-Harmonien hat was. Mal wird gemütlich gerockt („TV Monsters“), dann eine treibende Hardrock-Nummer ausgepackt („Out Of My Home“) und dann hat die Band auch mal den Funk („Lisa Melts The Wax“). Der Großteil der Nummern läuft recht gut rein. Am Ende geht Lewis & Co. allerdings etwas die Luft aus.

Insgesamt ein gemütliches Album, das man gut hören kann. Aber am Ende wird es auch niemanden wirklich vom Hocker hauen. Doch eher was für den geneigten Oldschool-Rocker.

Trackliste:
1. Leaving Myself
2. Ugly Face
3. TV Monsters
4, Lisa Melts The Wax
5. Out Of My Home
6. You’ll Be Free Forever
7. RMS
8. Escape
9. Another Lonely Soul (On The Road)

Lewis & The Strange Magics - Evade Your Soul (Soulseller Records, 20.10.2017)
3.5Gesamtwertung