The Kooks sind zurück, aufgelöst haben sie sich nie, doch es fühlt sich wie eine Ewigkeit an, seitdem das letzte Album der britischen Indieband veröffentlicht wurde. Eigentlich sind das nur vier Jahre, doch „Listen“ war ein Flop und konnte nicht wirklich an die Vorgänger anknüpfen. „Listen“ ging trotz guter Songs unter, es war zu experimentell für die Fans, die den eingängigen Indie-/Gitarrenpop doch so lieben.

In diesen vier Jahren haben The Kooks sogar ein „The Best Of… so far“ veröffentlicht. Was erwartet man also von einer Band, die ihre größten Hits (so far…) bereits auf einem Album versammelt hat?

„Let’s Go Sunshine“, das fünfte Studioalbum der Band, klingt, wie der Titel schon verrät, nach Sommer, euphorisch, Gute-Laune-Pop eben. Die Single „No Pressure“ hat tatsächlich meinen Sommer eingeläutet, zwei Wochen habe ich ihn intensiv gehört, dann vergessen. Die Songs sind radiotauglich, gut zum nebenbei hören. Mehr leider nicht.

Wahrscheinlich wollte Luke Pritchard mit diesem Album auf Nummer Sicher gehen, an alte Erfolge anknüpfen. Aber wie, wenn man sich so vom Indie wegbewegt und mit weichgespülten Texten, die auch auf auf Postkarten oder Tischkalendern gedruckt sein könnten, um die Ecke kommt. „We’re just having a good time honey, no need to apply, no pressure“ („No Pressure“), „Don´t stop believing“ („Believe“), ein bisschen Revolverheld auf englisch.

Mir fehlt es bei „Let’s go Sunshine“ an Tiefe und Vielfältigkeit. Schade irgendwie, dass es wahrscheinlich kein weiteres Best-Of-Album geben wird. Ich hätte es ihnen gegönnt, weil ich trotz allem Luke Pritchards Stimme liebe und „Inside In/Inside Out“ eins meiner Lieblingsalben ist. Schade ist auch, dass ich einfach nicht mehr zu dem Album zu sagen habe.

The Kooks - Let's Go Sunshine (Lonely Cat/Rough Trade, 31.08.2018)
2.3Gesamtwertung