Düsseldorf, Zakk – 8. April 2019 – so etwa 20 Uhr.
Die Räumlichkeiten der stadtbekannten Konzert-Location füllen sich.

Bevor die Hauptprotagonisten, The Gardener & The Tree, die Bühne betreten, sorgen erstmal Nina und Laila – bekannt als Poems for Jamiro – für eine ruhige Stimmung im Saal. Die beiden singen sehr filigran zweistimmig, spielen melancholisch verträumt an Synthies, Violine und Piano ihre Songs und überraschen durch aufwendig produzierten Sound, dem man von einem Dou so erstmal nicht erwartet.

Nach einer kleinen Umbaupause treten die fünf Schweizer Jungs von The Gardener & The Tree vor das Publikum. Vorab sei gesagt, dass ich das Quintett zuvor nicht wirklich kannte und es ausnahmsweise eine gelungene, personalisierte Werbung bei Instagram war, die mich auf die Indie-Folk-Band aufmerksam gemacht hat. Ich war also vollkommen ohne Erwartungen, aber dennoch gespannt auf das, was kommen sollte. Kurze Begrüßung und schon geht der erste Song los. Kein langes Vorspiel, sofort zeigt Sänger Manuel, was mich bereits in der Werbeanzeige so fasziniert und neugierig gemacht hat – eine Wahnsinnsstimme. Kraftvoll, kratzig, laut, raumfüllend. Ich bin begeistert. Leider ist der Sound jedoch nicht gut genug abgemischt, sodass eben jene großartige Stimme während des Auftritts ab und an etwas untergeht (eigentlich unvorstellbar, bei diesem Organ). Dies ist zwar schade, tat der Stimmung aber keinen Abbruch. Ich scheine wirklich der einzige zu sein, für den die Band Neuland ist. Das restliche, bunt gemischte, Publikum singt, klatscht, tanzt vom ersten Ton an ausgelassen mit. Dazu lädt die Musik auch ein. Stampfende Drums und Melodien, eingängige Rhythmen, Mitsing-Parts.

Man stelle sich vor George Ezra sitzt in einer Bar und trifft auf The Lumineers – zusammen entscheiden diese sich noch Hozier dazu zu holen, um den Abend zusammen zu verbringen, zu musizieren – genau an dieses Bild muss ich während der Show oftmals denken, während mein Fuß im Takt wippt und ich von Gesang und Musik absolut positiv überrascht bin. Auch abseits der Musik wissen die Jungs aus Schaffhausen in der Schweiz zu überzeugen, schaffen durch äußerst witzige Anekdoten und Ansagen auch in den kleinen Pausen das Publikum bei Laune zu halten – sehr, sehr sympathisch. Nach einer Zugabe unter Grölen und Applaus verlässt die Band die Bühne und hinterlässt ein sichtlich zufriedenes Publikum.

Alles in allem, trotz zeitweise wirklich suboptimalem Sound, ein sehr gutes Konzert das Lust auf mehr macht. Eine Indie-Folk-Band die man, im Gegensatz zu mir anfangs, auf dem Radar haben sollte!