Als ich gegen Ende der 90er Jahre den Metal für mich entdeckte, drehte sich bei mir eigentlich alles um die klassischen, bekannten Bands, meist aus den späten 70er und den 80er Jahren.

Das änderte sich als ich auf meinen Freund Markus traf. Ein wahrer Death Metal Fan wie er im Buche steht. Lange Matte, düster gekleidet und immer das härteste Geknüppel in der Anlage, dass es gerade gab. So lernte ich Six Feet Under kennen.

Als dann 2003 das neue Album anstand war klar, das musst du haben! Kaum in den Händen landete die Scheibe zu Hause im CD-Player und ich wurde überrollt. Tief gestimmte Gitarren, eine Stimme die direkt aus den Tiefen der Hölle zu kommen scheint und eine Wand von Rhythmusgruppe! Das sind die Eckdaten die Six Feet Under absolut präzise beschreiben.

Sänger Chris Barnes war schon vor der Gründung von Six Feet Under eine Institution in der Death Metal Szene, hat er doch in den 80er Jahren Cannibal Corpse mit gegründet. Besonders beeindruckend ist die Verständlichkeit der Lyrics trotz des sehr extremen Gesangsstiles.

Im Allgemeinen betreten Six Feet Under hier interessante Pfade was die musikalischen Einflüsse der Scheibe angeht. Zum Teil sind die Nummern sehr groovig aber ohne die gewisse Härte vermissen zu lassen. Andere Nummern sind wieder hart und schnell was eher dem klassischen Death Metal entspricht. Die sowieso schon sehr ungewöhnliche Stimme von Barnes wird zum Teil noch durch Doubletracking und Effekte verfremdet was ungeheuer viel Stimmung in die Songs bringt. Leider ist die Stimme zu weit in den Vordergrund gemischt was die Gitarren nicht richtig zu Geltung kommen lässt.

„Sick in the Head“, die erste Nummer der Scheibe, beginnt schon so krank wie der Titel es erwarten lässt.  Der Text liest sich wie die Gedanken eines Depressiven der sich nach Erlösung sehnt. Harter Tobak aber definitiv Death Metal pur! Musikalisch wirkt die Nummer etwas punkig, nicht zuletzt wegen der aggressiv geshouteten Vocals.

Dass auch politische Themen angeschnitten werden zeigt „Amerika the Brutal“. Six Feet Under gehen hier hart mit der Kriegslust der Vereinigten Staaten ins Gericht.

„Murdered in the Basement“ ist eine meiner Lieblingsnummern der Scheibe. Treibender Rhythmus, fiese Vocals und die Lyrics erst. Todmetall in Reinkultur also unbedingt rein hören.

Mit „Blind and Gagged“ ist auch schon der nächste Anspieltip gefunden. Das Ding geht schön vorwärts und lässt kaum Luft zum Atmen. Damit man auch bloß nicht zum Luftholen kommt zieht das darauf folgende „Claustrophobia“ das Tempo noch mal an. Ein richtig schöner Headbanger der Live sicher viel Freude bereitet.

Übrigens, wer damals etwas tiefer in die Tasche gegriffen hat und sich die „German Limited Edition“ gegönnt hat durfte sich über den Titelsong mit deutschen Vocals freuen der sich dementsprechend „Bringer des Blutes“ nennen durfte. Der zweite Bonustrack ist allerdings Grütze 😉

 

sixfeetunder-bringerofblood

Tracklist:

01. Sick In The Head
02. Amerika The Brutal
03. My Hatred
04. Murdered In The Basement
05. When Skin Turns Blue
06. Bringer Of Blood
07. Ugly
08. Braindead
09. Blind And Gagged
10. Claustrophobic
11. Escape From The Grave

12. Bringer des Blutes (German Limited Edition)

13. Bonus Track (German Limited Edition)