Albumcover Ende der Welt

Albumcover

Mit ZSK verbindet Sascha und mich ein besonderes Ereignis. Es war eins dieser Konzerte, auf denen wir beide mal wieder viel zu betrunken unserer Pogoliebe frönen wollten. Mal eben frisches Bier holen und kurz zum Merch war die Idee. Aus bisher ungeklärten Gründen hatten wir auf einmal Schilder in der Hand und glotzten planlos in eine Kamera. So sind wir gemeinsam im Video zu „Jede Sekunde“ gelandet. Aus diesem Grund wollten wir es uns nicht nehmen lassen gemeinsam in die Platte reinzuhören.

Dann also viel Spaß mit der „Ende der Welt“-Handwritten-Interview-Rezi:

 

Alex:
Hi Sascha.

Sascha:
Moin Alex.

Alex:
Mal grundsätzlich vorab, welche Erinnerung verbindest du außer unserem spontanen Videoauftitt mit ZSK?

Sascha:
Richtig guter deutscher Punkrock und jede Menge klasse Konzerte. Wie ich die Livestimmung von Konzerten doch vermisse. Mal abgesehen vom Video erinnere ich mich an das Staatsforsten-Festival. Die Schnaps-Pinata war legendär. Haben die dieses „Alerta Alerta“ eigentlich erfunden?

Alex:
Oh ja, da sagst du etwas! Das Staatsforsten-Festival hat mit den Jungs echt Spaß gemacht. Schade, dass es dieses kleine Festival nicht mehr gibt. „Alerta Alerta“ ist meines Wissen schon viel älter und ist um 1920 in Italien während der faschistischen Mussolini-Diktatur entstanden.

Sascha:
Komm, lass direkt mal schauen was ZSK da während des Lockdowns auf die Beine gestellt haben! Wie oft haste dir die Scheibe schon gegönnt?

Alex:
Aktuell läuft die bei mir mindestens zwei mal am Tag komplett durch. Auch im Homeoffice muss ja das Tanzbein geschwungen werden.

Alex:
Wenn du deinen Eindruck vom Album auf drei Worte reduzieren müsstest, welche wären das?

Sascha:
Guter politischer Skatepunk. Punkrock geht immer, und die haben den auch nicht verraten 😉 Eine richtig schöne erfrischende Platte, die hab ich mir nicht zum letzten Mal angehört.

Alex:
Mir ist direkt vertraut, aktuell und fetzig eingefallen. Eine große musikalische Neuerfindung braucht man nicht erwarten. ZSK liefern in ihrem gewohnten Stil ab, was auf keinen Fall etwas schlechtes ist. Garniert wird der gewohnte Sound mit topaktuellen Texten und hier liegt auch die große Stärke der Platte. Aktueller als bei „Ich habe besseres zu tun“ kann man wohl nicht sein. Dass Drosten auf den Song so klasse reagiert hat, finde ich übrigens sehr genial.

Sascha:
Auch krass wie die Idee zum Song zustande gekommen ist. Was unterscheidet für dich das neue Album von ihren Vorgängern?

Alex:
Wie schon gesagt ist beim Thema Sound nicht viel Veränderung spürbar. Textlich werden aber durchaus neue Themen aufgegriffen.

Sascha:
Das stimmt, laut gegen Nazis waren ZSK ja schon immer, aber dringende Dinge wie Greta, Umwelt und Corona kamen neu dazu.

Alex:
Der stärkste Song auf der Platte für dich ist?

Sascha:
So recht kann ich mich nicht entscheiden. „Ende der Welt“ geht ganz gut ab, ungewohnt ruhig dagegen „Stuttgart“, in dem die Jungs ein trauriges Ereignis verarbeiten und die Bandanfänge Revue passieren lassen.

Alex:
Mir hat es „Die Kids sind okay“ richtig angetan. Ich hatte nicht nur einmal einen Ohrwurm davon.
„Kein Talent“ finde ich auch richtig gut. Dass Swiss und ZSK gut zusammenpassen hatte man in der Vergangenheit ja schon auf einigen gemeinsamen Konzerten erleben dürfen. Der Song ist ein erneuter Beweis dafür.

Alex:
Welche Nummer ist denn deiner Meinung nach der beste „Pogo-Song“ für dich?

Sascha:
Pogo bei ZSK muss sein. Hier sind wieder einige tanzbare Songs drauf. Vielleicht ist es „Sag mir wie lange“.

Alex:
Da bin ich ganz bei dir: „Sag mir wie lange“ geht wirklich sehr ins Tanzbein.

 

Sascha:
Mal ne andere Frage, wenn du einen Song von der Platte schmeißen müsstest, welche wäre das?

Alex:
Da fällt mir keiner ein. Ich würde eher noch eine handvoll dazu packen. Die Platte ist leider viel zu schnell vorbei.

Sascha:
Ich finde die Platte insgesamt stimmig. „Stuttgart“ ist eine angenehme Abwechslung, „No Justice“ hat mich persönlich nicht ganz so angesprochen.

Alex:
Und die wichtigste Message liefert welcher Song für dich?

Sascha:
„Ich habe besseres zu tun“. Man sollte sich in diesen Zeiten auf das wirklich Wichtige konzentrieren, sich nicht entmutigen lassen und vor allem nicht von Schwachköpfen provozieren lassen.

Alex:
Für mich ist es „Die Kids sind okay“. Die Boomergeneration hat einiges verschlafen und schießt gerade bei Umweltthemen gerne gegen die Jugend. Davon darf sich die Jugend aber nicht entmutigen lassen und am Ball bleiben, für eine bessere Welt für uns alle.

Sascha:
Abschließende Frage, auf welchem Rang „Na gut dann nicht“ in deiner persönlichen ZSK-Alben-Liste?

Alex:
An „Herz für die Sache“ kommt das Album für mich nicht ran. Für mich kommt es direkt dahinter.

Sascha:
Das ist eine knappe Sache. „Herz für die Sache“ ist einfach ein richtiger Klassiker und „Hallo Hoffnung“ streitet sich bei mir mit „Ende der Welt“ um den zweiten Platz.

Sascha: Fällt dir noch irgendwas ein?

Alex:
Wie gern würde ich die neuen Songs live erleben, bei einem kalten Bier und einer Runde Pogo.

Sascha:
Hoffentlich sehen wir die bald wieder live, gerne auch mit Videobeweis und ganz vorne drin.

 

„Ende der Welt“ erscheint am 15.01.2021

Trackliste:
1. Ich feier euch
2. Die Kids sind okay
3. Mach’s gut
4. Ende der Wel
5. Kein Talent
6. Sag mir wie lange
7. Stuttgart
8. Alle meine Freunde
9. Rumstehen
10. No Justice
11. Mein Zuhause ist bei Dir
12. Ich habe Besseres zu tun

 

Redaktions-Interview: ZSK - "Ende der Welt" (Century Media,15.01.2021)
Alex
Sascha
4.8Gesamtwertung