Huch, damit hätte ich jetzt nicht gerechnet. Die Norweger Pristine entdecken die psychedelischen Sounds. Auf dem letzten Album kesselte noch der fette Retro-Rock aus allen Rohren. Auf ihrem vierten Album „Ninja“, welches das Zweite ist, welches außerhalb ihres Heimatlandes veröffentlich wird, geht die Band um Sängerin Heide Solheim deutlich zurückhaltender zu Werke.

Statt satten Rockriffs klingen auch „Ninja“ an jeder Ecke die Blues Wurzeln von Pristine durch. Dazu schmeißt die Band noch ein paar psychedelische Sounds, welche meistens aus eine Orgel oder der E-Gitarre kommen in die Waagschale.

Dies ist zumindest sehr ungewohnt, aber keinesfalls schlecht, nur halt anders, irgendwie. Das heißt aber auch, man muss sich „Ninja“ schon ein wenig schönhören, was nicht zuletzt am sperrigen Songmaterial liegt. Auf „Reboot“, dem Vorgängeralbum, haben die meisten Songs direkt gezündet. Song wie „You Are The One“ sind da etwas schwieriger in die Gehörgänge zu bekommen.

So ganz können die Norweger das Rocken dann aber doch nicht sein lassen und hauen mit „The Parade“ und „The Rebel Song“ zwei coole Bluesrocker raus, welche auch direkt aus dem Mississippi Delta stammen könnten und nicht aus dem norwegischen Tromsö.

„Ninja“ ist ein Album das verlangt, dass man sich mit ihm beschäftigt. Mal schauen, ob ich mit dem neuen Album von Pristine in ein paar Wochen noch so richtig warm werde. Momentan fremdele ich noch ein wenig!


1. You Are The One
2. Sophia
3. The Perfect Crime
4. The Rebel Song
5. The Parade
6.Ghost Chase
7. Ninja
8. Jekyll & Hyde
9. Forget

http://www.pristinemusicproduction.com/

 

 

Photo credit: Frank Wesp

Pristine - Ninja (Nuclear Blast, VÖ 23.06.2017)
3.5Gesamtwertung