Irgendwo im Nirgendwo, besser gesagt im sehr provinziellen kanadischen Kaff Gimli (nein, der gleichnamige Zwerg aus der Herr der Ringe-Trilogie wird hier wohl nichts mit zu tun haben!) in der Nähe des kanadischen Winnipeg begann die Karriere der beiden Damen von Mise En Scene.

Eher zufällig trafen sie sich an der Kunsthochschule, begannen gemeinsam zu malen und gründeten wenig später eine Band… genauso beginnen ja bekanntlich Weltkarrieren 😉

Ihrer Affinität zur Kunst und zum Film verdanken sie ihren Bandnamen, aber auch die Cover-Artworks stammten bisher immer aus den Händen der beiden Kanadierinnen – und vor fünf Jahren war es dann so weit, das Debüt-Album „Desire`s Despair“ erblickte das Licht der Welt und verbreitete einen guten Schwung frischen Indie-Folk-Pop in der Provinz… sowie durch unzählige Konzert weltweit auch in Herzen vieler sanftmütiger Menschen, selbst beim Reeperbahnfestival in Hamburg haben Mise En Scene bereits aufspielen dürfen.

Das Schlagzeugerin Jodi bereits seit unzähligen Jahren auf ihr Instrument einhämmert und ihre bandmäßigen Erfahrungen im Punkbereich sammelte fällt einem durch ihr energiegeladenes Spiel auf, Stefanie geht da stimmlich schon etwas entspannter vor. Unterstützt werden die beiden Damen mittlerweile von Basser Corey und Dave an der Gitarre.

Nach einer gewissen Schaffenspause, die durch das ständige Touren und einer Schreibblockade weit länger dauerte als gewünscht, steht nun am Freitag das neue Album „Still Life On Fire“ in den Plattenläden bereit!

Nach dem entspannten „Intro“ geht es mit „Closer“ direkt zur Sache, beschäftigt sich das Video doch explizit mit dem Umgang mit moderner Pornographie, der Ausbeutung und der Hilf- bzw. Perspektivlosigkeit der heutigen Zeit.

Gesanglich blitz hier zum ersten Mal das Können von Sängerin Stefanie Blondal Johnson durch, die sich stimmlich gelegentlich wie Courtney Love – wer kenn sie nicht noch als Frontfrau von Hole – nur in jung, unverbraucht und herrlich frisch (wie bei „Closer“, „I´m Ok“ oder „Waster“) anhört.

Durchaus kritisch gehen Mise En Scene auch mit den heutigen Medien um, aber auch die Liebe kommt natürlich nicht zu kurz, denn alles ist „True“ und spätestens mit dem Titelsong „Still Life On Fire“ ist eigentlich alles gesagt.

Aber auch „Young Leo“ oder „Same Hearts“ wäre wärmstens zu empfehlen – also mal so gesagt, wer auf schicke Indie-Sounds und weibliche Gesangsstimmen steht, der darf gerne mehr Zeit mit dem neuen Album der Kanadier verbringen… es lohnt sich!

 

Titel:
1. Intro (Nothing)
2. Closer
3. Light In The Night (Lies)
4. Guts/Glory
5. I`m Ok
6. Waster
7. Still Life On Fire
8. Scout
9. Young Leo
10. True
11. Same Hearts
12. Outro (Everything)

Foto: Jesse DeFlorio

BANDPAGE

Mise En Scene – Still Life On Fire (Ferryhouse Productions, 30.06.2017)
4.3Gesamtwertung