Die Fabrik läd mal wieder zum Tanz. Diesmal auf sind Megaherz, Heldmaschine und Anna Lux die Taktgeber der Tanzveranstaltung und es deute sich hier bereits an das es etwas düsterer von statten geht. 

Anna Lux eröffnet den Reigen und versteht es gut die 80er New-Wave-Attitüde in das Gewand neuer deutscher Pop-Härte zu transformieren. Kann man so machen – muss man halt mögen. Ich kann es keinem übel nehmen der sagt, dass es sich hier um Popmusik im Rockgewand handelt, die mit entsprechenden Synthieanlagen und ohne Gitarren eben einfach nur Pop ist. 

Nichts desto trotz: sauberer Auftritt und den Leuten hat es gefallen. Also was solls.

Bei Heldmaschie muss ich zugeben etwas voreingenommen an den Start gegangen zu sein. Was soll ich von einer Rammsteincoverband (Heldmaschine sind im Grunde Völkerball) erwarten, die nun eigene Songs im Rammstein-Sound präsentieren ? Klingt halt hart nach Abklatsch. Jetzt kommt das große „aber“: Heldmaschine haben eben eine Wahnsinns-Bühnenpräsenz und bringen ihren Kram eben supersauber auf die Bühne. Man fühlt die Energie und wer sich darauf einlässt, wird mit dieser Band viel Spaß haben, zumal die Songs zwar wie Rammstein klingen, aber eben doch eine gewisse Eigenständigkeit mitbringen. Kann man mal feiern das Ganze und am Ende funktionieren die Tricks der großen Rammsteiner auch in etwas kleinerem Rahmen.

Headliner waren Megaherz, die nun mittlerweile ihre 25 Jahre auf den Buckel bringen und gerade mit ihrem aktuellem Album „Komet“ an den Start gegangen sind. Hier muss man kurz mal zurückrudern und anmerken, dass von den Gründungsmitgliedern genau keiner mehr dabei ist. Auch mal spannend. Das Projekt funktioniert aber und auf der Bühne reißen die Jungs halt richtig was ab. Und Megaherz sind eine Show-Band im besten Sinne. Sänger Lex bringt den Horrorclown nicht nur im gleichnamigen Song, sondern eben über die komplette Bühnenzeit absolut glaubwürdig und präsent. Auch wenn ich angesichts der Gesichtbemalung immer an Kiss denken muss (Scheiß Schubladendenker), passt es am Ende halt doch zur Show und somit ist alles gut für mich. Am Ende des Tages ist es auch so das ich gut unterhalten wurde.  

Alles in allem drei gute Bands und ein gelungener Abend. Das Publikum hat hart gefeiert und so liegt es vermutlich an meinem persönlichem Geschmack, dass es nicht zu meinen Top-Konzerten des Jahres gehören wird. 

Fotos: Daniel Lauber & Edvin Prijic