Konzertbericht vom ersten HANDWRITTEN ROCKFEST am 24.02.2018 im Rattenloch Schwerte –  mit dabei waren Another Suggestion, die Awesome Scampis und Keele…

 

Kennt ihr diese Momente wo man sich etwas vornimmt, den Gedanken wieder aus den Augen verliert und sich irgendwann dann eines Besseren entsinnt und auf einmal doch alles irgendwie konkret wird?

Genau so ging es uns nämlich, als wir im letzten Jahr darauf kamen, ein eigenes kleines Festival zu organisieren – hatte Norman doch die Idee in den Raum geworfen, die lieben Menschen vom Rattenloch Schwerte (wo wir in der Jugend als erste Kubu-Generation bereits unzählige Stunden unseres Lebens verbracht und noch viel unzähligere Hektoliter an Bier verköstigt hatten) zu fragen, ob man hieraus nicht eine gemeinsame Veranstaltung stricken sollte.

Diese lose Idee waberte dann einige Zeit vor sich hin, bis im Frühherbst auf einmal Fahrt aufgenommen wurde. Erste Gespräche mit den Kunterbunt-Leuten, verschiedenen Bands und diversen anderen bunten Gestalten wurden geführt und nachdem wir uns dann irgendwann über den Termin einig waren, ging es auch schon in die konkrete Planungsphase.

Nachdem mit der Verpflichtung der Schwerter Punk-Newcomer von ANOTHER SUGGESTION, der Bergkamener Ska- & Funpunk-Combo AWESOME SCAMPIS und den Hamburger Punks von KEELE das Line-Up stand, wurde es kurz vor Weihnachten noch einmal ein wenig turbulent, da die GEMA einfach mal die bestehenden Verträge aufgekündigt hatte und überhaupt nicht abzusehen war, ob unsere, sowie weitere für den Anfang des Jahres geplante Veranstaltungen nun überhaupt noch durchführbar waren.

Da aber diese Hürde von den Rattenloch-Leuten gekonnt genommen wurde, war alles für den großen Abend bereit und der Vorverkauf konnte starten. Sehr amüsant übrigens, dass wir gefühlt 100.000 Mal auf die Flyer und Plakate geschaut hatten, uns ein Fehler beim Datum aber erst aufgefallen war, als die VVK-Karten bereits im Umlauf waren… tja, die Geschichte mit dem blinden Huhn usw.!

Da unsere aufmerksamen Leser aber durchaus schlauer sind als wir selber, wurde das Ganze dann einfach weggelächelt und man fand sich am Samstag mehr als zahlreich in den heiligen Hallen des Rattenlochs Schwerte ein – und Leute, was sollen wir sagen… wir können es ja jetzt zugeben: insgeheim hatten wir zwar immer gehofft, dass wir die Hütte voll bekommen würden, aber wirklich damit rechnen konnte man natürlich nicht.
Und was sollen wir sagen, unsere Erwartungen wurden so dermaßen übertroffen, dass wir direkt schon über eine Wiederholung (vielleicht ja sogar noch in diesem Jahr) nachdenken!

Ab 19:00 Uhr stürmte die partywillige Meute ins Rattenloch und bereits kurz vor 20:00 Uhr wurden die Tickets knapp… kurz darauf durften wir dann freudestrahlend das „AUSVERKAUFT“-Schild aufhängen. Ein wenig Wehmut spielte natürlich auch mit, hätten wir doch gerne noch viel mehr Gäste begrüßt – aber aufgrund der heutigen Auflagen ist nun einmal bei 199 Besuchern endgültig Schluss.

Als dann um kurz nach halb neun der Abend von ANOTHER SUGGESTION eröffnet wurde, brachen alle Dämme und die große Abrissparty nahm ihren Lauf. Geil auch, dass viele Leute uns darauf ansprachen, dass sie lange nicht mehr so viele Besucher und so viel Party im Rattenloch erlebt haben – also hatte man ja erst mal gar nicht so viel falsch gemacht, oder?!

Die vier Schwerter Newcomer gaben übrigens alles um die Meute auf Betriebstemperatur zu bekommen und mit ihrem Mix aus eigenen Songs und ausgewählten Cover-Nummern brachten sie nicht nur ihre unzähligen eigenen Fans zum kollektiven Ausflippen – denn ob Songs von Die Ärzte, The Subways, oder auch Green Day… die Rookies wussten, trotz des einen oder anderen schiefen Tons (der übrigens sehr sympathisch war und Lennart eine Woche mit rotem Nagellack eingebracht hat – tja, was müsst ihr auch euch auch immer auf irrwitzige Wetten einlassen?! 😉 ), zu überzeugen!

Nach einer knappen Stunde verließen die Jungs von ANOTHER SUGGESTION dann unter tosendem Applaus die Bühne und machten somit Platz für den vorgezogenen Höhepunkt des Abends, der nun mit dem Auftritt von den AWESOME SCAMPIS folgen sollte – denn was in der nun folgenden Stunde auf und vor der Bühne passierte ist schwer in Worte zu fassen.
Hatten wir noch schnell ein paar Silberlinge als Verlosungs-Material in die Menge geworfen, so ließen sich die bereits vom kurzen Soundcheck aufgeheizten Iro-Träger nicht mehr länger bändigen… und das Spektakel nahm seinen Lauf.

Die acht Musiker um Sänger Björn hatten die Festival-Besucher ab der ersten Sekunde fest im Griff und auf einmal hüpfte alles und jeder, der sich trotz der bereits in ordentlichen Mengen verköstigten Gerstenkaltschale noch auf den Beinen halten konnte, wild pogend durch das ehemalige Lehrschwimmbecken.

Schweiß und Tränen flossen in rauen Mengen und wenn man sich nach dem Gig des Schlagzeugers Hemd angeschaut hat, dann hätte man eher vermutet das selbiger ein paar Bahnen im gefüllten Becken gezogen hätte – alter Schwede… ich schwitze ja schon viel, aber das war ganz großes Tennis!

Aber nicht nur Songs wie „Tauben vergiften“ oder das Cover von „Schrei nach Liebe“, welches wir somit schon zum zweiten Mal an dem Abend hören durften, hatten es in sich… auch die Show der ständig herum springenden Musiker konnte sich sehen lassen und gipfelte zum großen Finale mit einer Konfetti-Kanone und dem Stürmen der Bühne durch völlig ausflippende und ekstatisch tanzende Punks, zu welcher die AWESOME SCAMPIS ihren bekanntesten Song „Dau Dau“ präsentierten – Näheres zu der durchgeknallten Nummer gibt es übrigens in unserem Interview zu lesen, welches Norman im Nachgang zum letztjährigen Rock am Beckenrand Festival geführt hatte – das Festival übrigens, bei welchem die Bergkamener auch dieses Jahr wieder für ordentlich Wirbel sorgen werden.

So schnell wie der ganze Spuk begonnen hatte, war dann aber leider auch alles schon wieder vorbei – denn sofort nach dem Gig leerte sich der Saal und selbst auf unseren Hinweis, dass es noch einige CDs zu gewinnen gäbe, stürmten alle erschöpft und nach Flüssigkeit lechzend in Richtung Theke… von wo aus sie aber leider nur noch sehr limitiert den Weg zurück ins Lehrschwimmbecken fanden. Hier müssen wir uns als Veranstalter dann doch selber – neben den ganzen positiven Punkten des Abends – kritisch hinterfragen, ob es so schlau gewesen ist, die extra aus Hamburg angereisten Jungs von KEELE als letzte Band spielen zu lassen… aber wie heißt das so schön, „da machste nu leider auch nix mehr dran!

Trotz alledem gaben die fünf Hamburger noch einmal alles und nach kurzer Zeit füllte sich der Saal dann auch wieder ein wenig mehr… spätestens nach der dritten Nummer waren alle noch Anwesenden dann auch wieder auf Temperatur.
Bewegungstechnisch standen Fabian, Alex, Malte, Frederik und Patrick den Vorgängern ebenfalls in nichts nach und so wurde in der guten Stunde Spielzeit nochmal gemeinsam ordentlich alles gegeben, was an Energie nicht schon vorher auf der Strecke geblieben ist – ich meine bei Songs wie „Gut und Dir“, „Terminal“ oder „Über Grenzen“ kann man ja nur Gas geben!

Auf die angekündigte „Schrei nach Liebe“-Version mussten wir aber dann am Ende doch vergebens warten… :D!

So gegen kurz vor halb eins war dann aber endgültig Schluss mit Rumgepoge (man wird es kaum glauben, aber die Jungs von KEELE haben es sogar noch geschafft, dass ich alter Mann auch beinahe nochmal auf dem Boden der Tatsachen, bzw. des Rattenlochs gelandet wäre!) und nach dem einen oder andere Schnack neigte sich ein phantastischer Abend dem Ende zu.

 

Fazit des Abends:
Das erste HANDWRITTEN ROCKFEST außerhalb der rauen Küste war für uns eine absolut gelungene Veranstaltung, dessen Erfolg man sich so nicht hätte ausdenken können – logisch das wir hier auf jeden Fall nachlegen werden!

Wir haben in viele glückliche Gesichter geschaut… und wenn sich der Sänger von ANOTHER SUGGESTION nach dem Gig heiser aber zufrieden bei dir bedankt, dass sie als Band die Chance bekommen haben dort zu spielen, dann ist man schon ein wenig gerührt!

Wir haben übrigens zu danken…

… nämlich allen, die dafür gesorgt haben, dass wir zusammen einen wunderbaren Abend verleben durften!

Ein ganz besonderer Dank geht somit an die komplette Rattenloch-Crew (speziell Nenja für die ganze Vorarbeit und die gute Betreuung an dem Abend); an Tanja und Ole, die sich um das leibliche Wohl der Bands gekümmert haben; an Alisha und Wolle für die Fladenbrote ;-); an Jan und Biggi, die sich wieder einmal als phantastische „Herbergseltern“ 🙂 präsentiert haben (die KEELEs waren mehr als zufrieden!); an Fischer für die gelungene „Mischung“; an die Jungs von ANOTHER SUGGESTION, die alles was zwei Beine hatte mitgebracht haben um den Abend unvergesslich zu machen; an die AWESOME SCAMPIS, die hauptsächlich für den Abriss verantwortlich waren; an KEELE, die liebenswürdigerweise den langen Weg auf sich genommen haben und mir persönlich mit ihrem Auftritt eine ganz besondere Freude gemacht haben; an unseren Norman für das Organisieren vor Ort und die vielen Arbeitssitzungs-Besuche in den letzten Monaten; an Dana, die mich während der Vorbereitungs-Zeit und meiner damit verbundenen Spinnereien ertragen hat; an Bier in grünen Flaschen, wodurch mir der Folgetag auf jeden Fall leichter gefallen ist als sonst 😉 …

… und natürlich an alle Gäste, die gemeinsam mit uns gelacht, gefeiert, geschwitzt, getrunken und was nicht sonst noch alles getan haben, um diesen Abend legendär werden zu lassen!

Wir verneigen uns… vielen Dank und bis zum nächsten Mal!

 

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